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Hannoveraner schreibt über sein Leben auf Heroin

„Shore, Stein, Papier“ Hannoveraner schreibt über sein Leben auf Heroin

Zwischen Heroin, Knast und Neubeginn – der Youtuber $ick schreibt in dem Buch „Shore, Stein, Papier“ unverblümt über sein Leben in Hannovers Drogenszene. Bei der Signierstunde des Erstlingwerks in Hamburg erleben auch viele der Besucher eine Premiere.

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Der Youtuber $ick hält seinen wahren Namen nach wie vor geheim – zum Schutz seiner kleinen Tochter.
 

Quelle: dpa

Hamburg. In der einen Hand ein Pott Kaffee, in der anderen Hand ein Joint – so zeigt sich „$ick“ 2012 zum ersten Mal auf der Videoplattform Youtube, um von seinem Leben zwischen Heroin und Knastaufenthalten zu erzählen.

Ein paar Folgen später ist der Joint verschwunden, sonst bleibt in der Youtube-Serie „Shore, Stein, Papier“ bis zur letzten Sendung 2015 alles gleich: ein Mann, der an einem Küchentisch sitzt und erzählt – in 380 Einzelfolgen. „Das mit dem Joint wirkte erst authentisch, weil das einfach ich war. Aber es war das falsche Signal“, sagt $ick, der für seine authentische Erzählweise 2015 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde.

Seit Mitte Oktober tummelt sich der Youtuber, der seinen bürgerlichen Namen geheim hält, auch auf dem Buchmarkt. In Hamburg stellte er am Freitag sein Erstlingswerk vor, das auf der gleichnamigen Serie basiert. Es dreht sich um das „erste“ Leben des heute 43-Jährigen als Heroinsüchtiger in Hannover sowie über seinen Weg zurück in ein „normales“ Leben nach der Geburt seiner Tochter.

Shore ist der Straßenname für Heroin

„Shore, Stein, Papier“ – das sind die Pole, zwischen denen sich sein Leben mehr als 25 Jahre lang bewegte: „Shore“ ist der Straßenname für Heroin, „Stein“ steht für Kokain und „Papier“ für Geld. Heute ist er clean, spricht vor Schulklassen und engagiert sich in der Drogenprävention.

Vor allem junge Menschen sind gekommen, um den Youtube-Star bei der Signierstunde in einer Buchhandlung kennenzulernen. Weil $ick sich für jeden der mehr als 100 Besucher Zeit nimmt, dauert die Signierstunde in der Innenstadt fast doppelt so lange wie geplant.

Keine typischen Buchkunden

„Moin, moin“, begrüßt der 43-Jährige zwei junge Männer mit Jogginghosen, Käppis und Bauchtaschen. Mit geröteten Wangen lassen sie sich ein Buch signieren, posieren mit $ick für ein Selfie – und blättern dann selig im seitenreichen Schmöker. Es seien keine typischen Buchkunden, die zur Autogrammstunde kämen. „Ich würde sonst niemals ein Buch lesen, sowas haben heute viele gesagt“, erzählt $ick.

Einer von ihnen ist der 23-jährige Kevin, der Buch und Autogramm vor Aufregung fast auf dem Signiertisch liegen lässt. „Ich mag die Art, wie er spricht – und dass er aus diesem Sumpfloch rausgekommen ist“, sagt er. „Es ist schon merkwürdig, das Ganze jetzt als Buch in der Hand zu haben – und noch merkwürdiger, andere damit weggehen zu sehen“, sagt der Autor selbst.

Kein Youtube-Hochglanz: Unsere Geschichte war „dreckig“

Bei Roman Diehl, der die Serie zusammen mit $ick und einem Redakteur ins Leben gerufen hat, setzte die Verwunderung noch früher ein: „Wir waren, wie beim Buch, schon bei der Youtube-Serie skeptisch, ob sowas klappen kann. Bei Youtube ist sonst alles auf Hochglanz getrimmt. Aber unsere Geschichte war vermeintlich dreckig.“

$ick selbst sagt: „Mich erinnert das alles an Weihnachten. Ich mache etwas Legales, das Anklang findet.“

Von RND/dpa/jos

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