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Live besser als auf Platte

Silbermond in der TUI-Arena Live besser als auf Platte

Silbermond – das sind doch die mit der seichten Popmusik und der Weltverbesser-Attitüde. Doch so blass wie das Quartett um Frontsängerin Stefanie Kloß oft im Radio rüberkommt, ist die Band eigentlich überhaupt nicht. Vor 7500 Fans stellt die Band in der TUI-Arena wieder unter Beweis, warum sie live viel besser ist als auf Platte.

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Hat die TUI-Arena fest im Griff: Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Silbermond - das sind doch die mit der seichten Popmusik und der Weltverbesser-Attitüde. Die, deren Songs wie "Himmel auf" und "Symphonie" im Radio dahinplätschern, aber im Refrain so eingängig sind, dass man die Zeilen später nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Doch so blass wie das Quartett um Frontsängerin Stefanie Kloß oft im Radio rüberkommt, ist die Band eigentlich überhaupt nicht. Im Gegenteil. Wer etwa am Dienstagabend in der TUI-Arena dabei war, als die Band vor 7500 Zuschauern ihr neues Album "Leichtes Gepäck" vorstellte, erlebte vier gut gelaunte Musiker und eine gitarrenlastige Rockshow.

Zum "Intro (Mutig sein)" spaziert Kloß singend erst mal quer durch die Halle und gibt sich publikumsnah, bevor sie die Bühne erklettert. "Schön, wieder hier zu sein", begrüßt sie nach sieben Songs ihr Publikum. Und erkundigt sich, wie es den Teenies, Pärchen, Familien und Cliquen im Saal so geht: "Alles cool bei euch da oben?" ruft sie den Fans auf den oberen Rängen zu und wischt sich eine verschwitze Haarsträhne aus der Stirn.

Dann verrät sie, dass sie an einem der Sitze eine kleine Botschaft hinterlassen hat. Was das ist, verrät die Finderin zwar nicht, aber sie sieht glücklich aus. Dann stimmt Kloß den nächsten Titel an: die Trennungsballade "Das Leichteste der Welt".

Rockte die TUI-Arena: Die Band Silbermond.

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Fast hätte es diesen Song und auch die anderen zwölf Stücke der neuen Platte nicht gegeben. Nach fast 14 Jahren fühlten sich die vier Musiker leer, die Ideen und Melodien waren ihnen ausgegangen. Sogar über eine Auflösung der Band wurde nachgedacht. Ein Jahr haben Schlagzeuger Andreas Nowak und Gitarrist Thomas Stolle keinen Song mehr geschrieben. Stattdessen wurde geredet. Und diskutiert. Und festgestellt, dass es das noch nicht gewesen sein kann mit Silbermond. Dass das Beste immer noch vor ihnen liegen kann. Und dann entstand "Leichtes Gepäck".

Wenn Silbermond jetzt einen der neuen Songs anstimmt, merkt man, dass die Band eine Veränderung durchgemacht hat. Die Stücke klingen abgeklärter, aufgeräumter und erwachsener. Und viel persönlicher. In "Allzu menschlich" etwa singt Kloß davon, dass auch sie sich manchmal mit fremden Federn schmückt, um Anerkennung zu bekommen. Dass sie auch missgünstig sein kann und die Starke spielt, obwohl ihr nach Heulen zumute ist. Bei ihr klingen diese Zeilen nach mehr als einfach so dahingesungen. Sie klingen aufrichtig. Und sichtlich bewegt nimmt Kloß schließlich auch den Applaus entgegen. 

Natürlich lässt Silbermond seine Fans nicht gehen, ohne auch ein paar von den Klassikern zu spielen. Bei "Ich bereue nichts" flimmern alte Bandschnappschüsse über die Leinwand. Zu "Irgendwas bleibt" muss Kloß gar nicht zum Klatschen animieren, die Arme gehen ganz von allein nach oben. Und dann "reißt der Himmel auf". Nicht wie morgens im Radio, sondern so, wie mancher der vielen jungen Fans im Saal es wohl noch nicht erlebt hat. Denn Kloß holt rund um den T-Steg immer wieder Menschen auf die Bühne und lässt sie zu einer Popmusik tanzen, die jetzt weit weg von seicht ist.

Von Isabel Christian

 

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