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Nachrichten Kultur Simone Henke bringt Schauspielstars nach Hannover
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02:16 29.03.2018
Simone Henke Quelle: Meyer-Arlt
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Hannover

Die Nachricht von „Jan Josef“ habe ihr ein paar schlaflose Nächte bereitet, sagt Simone Henke. „Jan Josef“ habe angerufen und ihr gesagt, dass er am 18. Mai doch nicht zur Verfügung stehen würde. Seine Dreharbeiten in New York hätten sich verzögert. Er würde es unmöglich zum vereinbarten Termin schaffen. 

Was tun? Claudia Michelsen, Sebastian Blomberg, Ronald Zehrfeld, Matthias Koeberlin und Meret Becker hatten alle zugesagt, der große Saal war gebucht, der Probenraum im Deutschen Theater in Berlin war organisiert, und – das war der Kern des Problems – 400 Karten waren bereits verkauft. 

Aber Simone Henke ist dabei, die Sache in Ordnung zu bringen. Nach ein paar Telefonaten stand der neue Termin fest. Jan Josef Liefers und seine Schauspielkollegen werden eine Woche später in Hannover gastieren. Der große Hörsaal der MHH, in dem die Lesung stattfinden soll, ist für den neuen Termin gebucht, die Kartenkäufer werden mit RundMails informiert. Am 26. Mai wird im Hörsaal F der MHH das Hörspiel „Die Unmöglichen“ von Paul Plamper und Julian Kamphausen in einer szenischen Lesung aufgeführt. 

Von der ursprünglichen Besetzung ist nur Sebastian Blomberg nicht dabei, der hat eine Aufführung bei den Ruhrfestspielen, die er nicht absagen darf. An seiner Stelle sollte Harald Krassnitzer auftreten. Doch der konnte an dem Termin auch nicht. Auch Mark Waschke (der „Tatort“-Kollege von Meret Becker) muss zu diesem Termin anderswo auf der Bühne stehen. Jetzt versucht sie Thomas Loibl zu bekommen. Es sehe ganz gut aus, sagt sie. 

„Die Unmöglichen“ in der MHH„Die Unmöglichen“ behandelt das Thema künstliche Befruchtung. Es geht um ein Paar, das nach Großbritannien reist, um dort in einer Privatklinik per In-Vitro-Fertilisation ein Kind zu zeugen. Drei Embryonen entstehen dabei. Aber nur ein Embryo wird der Mutter eingesetzt werden. Das Hörspiel spielt Möglichkeiten durch: Wie wäre welches Leben? Das ist ein starkes Thema, das sich in der Atmosphäre eines Hörsaals der MHH möglicherweise sehr gut entfalten lässt.

Auf das Hörspiel aufmerksam wurde Simone Henke über Lars Ole Walburg, den Intendanten des Schauspiels Hannover. Den wiederum kennt sie, weil sie schon öfter Lesungen im Schauspielaus organisiert hatte. Ben Becker hat sie nach Hannover geholt, Winnie Böwe, Benno Fürmann und natürlich Klaus Maria Brandauer. „Den Klaus“, sagt sie, „den habe ich im Biergarten des Berliner Ensembles kennengelernt.“ Sie sei einfach auf ihn zugegangen und habe ihn gefragt, ob er in Hannover lesen wolle.

Er wollte. Sie hat schon einige Veranstaltungen mit ihm organisiert, erst Anfang März hat Brandauer im Kölner Dom aus Fjodor Dostojewskis Roman „Die Brüder Karamasow“ gelesen. Veranstaltet wurde die Lesung im Rahmen des Festivals Lit.Cologne auch von Simone Henke. 

Nicht alle Schauspieler, die sie zu Lesungen einlädt, hat sie im Biergarten des Berliner Ensemble angesprochen. Jan Josef Liefers etwa kennt sie aus dem Café Einstein in Berlin, Sebastian Koch von der Frankfurter Buchmesse. Und Ben Becker? „Den habe ich auf einer Party kennengelernt“, sagt Simone Henke. Irgendwie muss sie ein gutes Händchen für Schauspieler haben. Und ein einnehmendes Wesen.

Simone Henkes Büro besteht aus einem Telefon und einem kleinen Tisch auf Rollen, den sie in ihrer Dachgeschosswohnung in einer schmucken Stadtvilla in Kirchrode dahin fährt, wo sie gerade arbeiten will. Lesungen veranstaltet sie, weil es ihr Spaß macht („Das war schon immer meine Passion.“). Seit 25 Jahren ist sie an der Medizinischen Hochschule in Hannover für das Veranstaltungsmanagement tätig. Angefangen hat sie mit Forschungskongressen, irgendwann kam die Kunstsparte hinzu. Daraus hat sich dann die Organisation von Lesungen mit bekannten Schauspielern entwickelt. Simone Henke hat dafür die Agentur „:kunstgerecht“ gegründet, über die sie die Lesungen organisiert. 

Das Geschäftsmodell scheint zu funktionieren. Von den 500 Karten für die Hörspiellesung mit Jan Josef Liefers und Kollegen in der MHH sind bereits deutlich mehr als 400 verkauft  –  45 Euro kostet eine Karte, Ermäßigungen gibt es nicht. Aber so ein Abend verspricht ja durchaus ein Ereignis zu werden. Jan Josef Liefers, Claudia Michelsen, Ronald Zehrfeld und Meret Becker – so viel Prominenz hat man selten zusammen auf einer Bühne. 

Für die szenische Lesung des Hörspiels „Die Unmöglichen“ von Paul Plamper und Julian Kamphausen mit Jan Josef Liefers, Claudia Michelsen, Ronald Zehrfeld und Meret Becker am 26. Mai im Hörsaal F der MHH gibt es nur noch einige wenige Restkarten in den HAZ-Ticketshops.

Die nächste Veranstaltung von „:kunstgerecht“ in Hannover findet am 5. Mai im Schauspielhaus statt: Benno Fürmann liest aus Annie Proulx’ „Brokeback Mountain“.

Von Ronald Meyer-Arlt

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