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Kultur Rauchen, Saufen, Witze reißen wie das "Rat Pack"
Nachrichten Kultur Rauchen, Saufen, Witze reißen wie das "Rat Pack"
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00:16 26.03.2016
„Mehr Spaß als sonst ein Künstler“: Sinatra & Friends - in weiblicher Begleitung.
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Hannover/London

Hannover ist zwar nicht Las Vegas und das Theater am Aegi auch nicht das Sands Hotel - aber wenn Stephen Triffitt, Mark Adams und George Daniel Long auf der Bühne stehen und „Side by Side“ singen, dann reicht ein wenig Fantasie und man kann sich vorstellen, dass tatsächlich das Rat Pack auf der Bühne steht. Mit ihrer Show „Sinatra & Friends“ treten die Doubles vom 31. März bis zum 3. April auch in Hannover auf.

„Wir stehen am längsten als das Rat Pack auf der Bühne, haben die Charaktere am ausgiebigsten studiert und machen es einfach am besten”, sagt Triffitt, der Sinatra verkörpert - an Selbstbewusstsein fehlt es den drei Männern, die seit 2002 Frank Sinatra, Sammy Davis Jr. und Dean Martin verkörpern, offenbar nicht. Das darf es bei den hochgesteckten Zielen wohl aber auch nicht: „Wir wollen das Publikum glauben machen, dass wir die Originale sind“, sagt Triffitt. Unterstützt werden sie dabei von einer neunköpfigen Band und einigen Tänzerinnen. Und tatsächlich: Wenn Triffitt, Adams und Long die Bühne betreten - natürlich in Smoking und mit Whiskeyglas -, schaffen sie es schnell, ihr Publikum in eine andere Welt zu versetzten. Sie sind ein eingespieltes Team, und das merkt man ihrem Programm auch an. „Man würde keinen von uns je mit wem anderes als dem Rat Pack auftreten sehen - das ist ein Gruppen-Ding”, sagt Adams, alias Dean Martin.

Wenn man die Musiker fragt, ob es nicht langweilig wird, mehr als ein Jahrzehnt lang immer in die Rolle der selben Person zu schlüpfen, bekommt man eine deutliche Antwort: „Nein. Wenn ich schon als jemand Anderes auf der Bühne stehe, dann ist Frank Sinatra doch die beste Wahl” sagt Triffitt. „Die drei hatten mehr Spaß auf der Bühne als sonst ein Künstler - immerhin wurden sie dafür bezahlt, dass sie rauchen, saufen und Witze reißen.” Dass es Ihnen Freude bereitet, auf der Bühne zu stehen, vermitteln die drei auch ihrem Publikum - und legen dafür nicht nur Wert auf ihre stimmlichen Qualitäten.

„Die Musik spielt eine wichtige Rolle, aber Mimik und Gestik sind fast schon die größere Herausforderung”, erklärt Long. Die bekannten Ticks und Angewohnheiten müssen für jeden einzelnen stimmen. „Dabei muss man sich oft sehr zurücknehmen, denn wenn man zu sehr versucht, alle Schnippser, jedes Zurechtrücken der Fliege und was noch so dazu gehört richtig hinzubekommen, wirkt es schnell wie eine Parodie”, sagt Long. Wie sehr sie ihre Rollen verinnerlicht haben, könne man schon daran sehen, dass sich die Angewohnheiten von Sammy Davis Jr. mittlerweile auch in seinen Alltag eingeschlichen haben, sagt er.

Einige Unterschiede zu den Konzerten des originalen Rat Pack gibt es allerdings doch: Das Theater bleibt natürlich schon lange rauchfrei, die Flirts mit Tänzerinnen und dem Publikum sind nur gespielt, im Whiskeyglas ist lediglich Apfelsaft und aus „politischer Korrektheit” wird sehr sorgfältig überlegt, worüber man Witze reißt, betont Triffitt. „Es ist einfach eine andere Zeit, viele Sprüche von Frank, Dean und Sammy würde das Publikum heute nicht mehr verstehen.” Für das deutsche Publikum werde zudem mehr auf Gestik und Songs gesetzt - damit jeder Zuschauer der Show folgen kann. “Auch Menschen, die nicht so gut englisch sprechen, sollen ihren Spaß haben.”

“Sinatra & Friends” ist vom 31. März bis zum 3. April im Theater am Aegi zu sehen. Karten ab 39,50 Euro gibt es auf tickets.haz.de.

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