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Kultur Siro-A führt hinters Licht
Nachrichten Kultur Siro-A führt hinters Licht
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18:56 29.08.2012
Von Uwe Janssen
Technodelisch: Siro-A. Quelle: Steiner
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Hannover

Elektronische Musik wummert aus den Boxen, auf der Leinwand flimmern hektische Projektionen. So weit alles bekannt aus der Großraumdisko. Doch dann kommen die Menschen, und alles wird anders. Verwirrend, rätselhaft, geheimnisvoll, vieldimensional, spektakulär, zauberhaft, unglaublich.

Zwei DJs und vier Tänzer bringen ihre Zuschauer im hannoverschen Capitol zwei Stunden lang zum Staunen. Siro-A heißt diese „technodelic comedy“ aus Japan, es ist ein noch unbekanntes Showformat, wohl deshalb sind an diesem ersten von zwei Abenden nur 150 Menschen dabei. Aber über den Geheimtippstatus dürfte die Show sehr bald hinweg sein. Denn sie ist rauschhaftes Augen- und Ohrenfutter, eine Mischung aus Kraftwerk, Blue Man Group, Dancefloor, Kunstinstallation, Tanz- und Schattentheater.

Zwei DJs und vier Tänzer bringen ihre Zuschauer im hannoverschen Capitol zwei Stunden lang zum Staunen. Siro-A heißt diese „technodelic comedy“ aus Japan.

Die Künstler spielen mit vielen Dimensionen, mit Wahrheit und Versprechen, Original und Duplikat, sie führen den Betrachter im wahrsten Sinne hinters Licht, und sie packen den Betrachter bei der Neugier. Spielt der Mann nun mit einem echten Ball oder einer Projektion? Ist der Mann überhaupt echt? Warum ist das schwarze Loch auf der Wand plötzlich in Bewegung? Die Japaner reden und singen nicht, aber ihre Show hat trotzdem Wärme, weil sie nicht nur irres Tempo und perfektes Timing hat, sondern auch Humor versprüht. Die Akteure puzzeln mit Lichtbildern, sie puzzeln mit Buchstaben, Farben und ihren eigenen Schatten. Wer versucht, das eine zu verstehen, verpasst das nächste. Weil sie sich wie Zauberer auch auf die Kunst der Ablenkung verstehen.

Das alles spielt sich auf der Capitol-Bühne ab. Nur einmal steigt einer der weiß geschminkten Herren in den Saal hinab, plaudert mit Zuschauern, winkt in eine Kamera, die das Geschehen kinoleinwandgroß auf die Bühne projiziert. Während der kleinen Einlage wird an den DJ-Pulten schon mit flinken Fingern am Zuschauer-Wink-Video geschnippelt, das mit dem letzten Winken in die Kamera fertig ist.

Faszinierend ist dieser Rausch. Und er fängt gerade erst an.

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