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So soll "Zinnober" Kunstinteressierte begeistern

Stadt reagiert auf Kritik So soll "Zinnober" Kunstinteressierte begeistern

Die Stadt reagiert auf Kritik am Konzept und will neue Akzente bei „Zinnober“ setzen – und mit flexibleren Vorgaben um neue Künstlergruppen werben. Statt auf eine engere Auswahl der Teilnehmer wird nun eher auf eine Öffnung für neue Mitwirkende und andere Formate gesetzt.

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Wird weiter hochgehalten: „Zinnober“-Titel mit Teilnehmern im Rathaus.

Quelle: Galerie BOHAI

Hannover. Am kommenden Wochenende werden Künstler und Galeristen in Hannover letztmalig unter dem Titel „Zinnoberkunstvolkslauf“ ihre Räume für Kunstinteressierte öffnen. „Wir wollen dieses Ereignis künftig nicht mehr als ,Volkslauf‘ bewimpeln“, sagt Hannovers Kulturdezernent Harald Härke. „Beim 20. Geburtstag von ,Zinnober‘ soll 2017 auch im Titel zum Ausdruck kommen, dass Kunst mit Genuss zu tun hat - und kein Sportereignis ist, beim dem man Stationen abhaken muss.“

Mit neuen Akzenten reagiert die Stadt außerdem auf Kritik am Profil des Kunstereignisses, die im vergangenen Jahr zu hören war. 2015 hatten Galeristen ihre Nichtteilnahme an „Zinnober“ damit begründet, dass das Niveau der Veranstaltung zu wünschen übrig lasse, darunter auch der Galerist und „Zinnober“-Mitgründer Robert Drees.

Volkslauf

„19. Zinnobervolkskunstlauf“: 39 Ateliers und Galerien öffnen ihren Türen am 3. September ab 12 Uhr und am 4. September ab 11 Uhr und jeweils mindestens bis 19 Uhr für Kunstinteressierte.

Statt auf eine engere Auswahl der Teilnehmer setzt Härke eher auf eine Öffnung für neue Mitwirkende und andere Formate. „Wir wollen den Nachwuchs an den Start bringen“, sagt der Kulturdezernent. Deshalb soll die Bedingung fallen, dass nur Künstler und Galeristen mit mindestens einjähriger Ausstellungspraxis teilnehmen können. „Ich bin überzeugt, dass dann junge Kreative mit tollen Ideen teilnehmen werden.“

Anne Prenzler, im Kulturbüro der Stadt für Bildende Kunst zuständig, betont, dass durch die neue Atelier- und Projektraumförderung schon jetzt Teilnahmehürden fallen. „Diese Förderung ist auch für junge Künstler aus Bremen oder Braunschweig attraktiv - es müssen ja nicht alle nach Berlin gehen.“

Hürden bei „Zinnober“ absenken soll auch ein flexiblerer Umgang mit den Öffnungszeiten gerade mit Blick auf performative künstlerische Formate. „Wozu sollen Performancekünstler Samstag und Sonntag insgesamt 15 Stunden präsent sein, wenn sie an beiden Tagen nur jeweils eine Performance zeigen?“ Prenzler plant überdies, „übergreifende Sonderformate“ wie Diskussionen, Konzerte oder andere Aufführungen zu kuratieren und ihnen so ein gemeinsames Profil zu verleihen. „Solche Formate passen ja auch zur großen Tradition des Titels ,Zinnober‘, den wir selbstverständlich beibehalten werden“, fügt Prenzler hinzu. „Unter diesem Titel hat schließlich schon Kurt Schwitters in den Zwanzigerjahren zu spannenden und stets auch performativen Kunstfesten eingeladen.“

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