Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Zu routiniert: Hardrocker Gotthard im Capitol

25 Jahre Bandgeschichte Zu routiniert: Hardrocker Gotthard im Capitol

Ihr Sänger Steve Lee starb vor sieben Jahren bei einem Motorradunfall, doch die Band Gotthard hat mit Nic Maeder einen Nachfolger gefunden. Am Mittochabend hat die Hard-Rock-Band aus der Schweiz im Capitol gespielt.

Voriger Artikel
Vier Romane und ein Lyrikband nominiert
Nächster Artikel
„Midnight Oil“ geht wieder auf Welttournee

Nic Maeder animiert zum Mitsingen.

Quelle: von Ditfurth

Hannover. Mit Weitermachen kennen sich die Schweizer Hard-Rock-Musiker von Gotthard aus. Vor sieben Jahren verunglückte Sänger Steve Lee bei einem Motorradunfall tödlich. Alle rechneten mit dem Ende der Band. Doch Gitarrist Leo Leoni, Bassist Marc Lynn und Schlagzeuger Hena Habegger wollten es nochmal wissen. Während alle 13 bisherigen Alben gleichzeitig in die Schweizer Charts kletterten, suchten sie nach einem Sänger, mit dem sie am 14. arbeiten konnten. Dass die Zusammenarbeit mit dem Schweiz-Australier Nic Maeder bis heute funktioniert, bewies Gotthard nun auf der Bühne des Capitols.

Seit einem Vierteljahrhundert stehen die Rocker von Gotthard auf der Bühne. Bei ihrer Jubiläumstour machten die Schweizer im Capitol Station.

Zur Bildergalerie

Leider ist jedoch zur Tour des 25-jährigen Bandjubiläums ein anderer nicht gekommen. Schlagzeuger Hena Habegger fiel zwei Tage zuvor aus. Doch abzusagen war keine Option für die Routiniers. Vielmehr baten sie Daniel Loeble um Hilfe, Schlagzeuger der deutschen Speed-Metal-Band Helloween. Nach Konzerten in Frankfurt und Hamburg verkündet Bassist Lynn in Hannover stolz: „Das ist heute unsere dritte öffentliche Probe in dieser Besetzung.“
Ein Rock-Schlagzeuger, der vom Blatt spielt – das gibt’s selten.Loeble meistert seine Aufgabe mit Bravour und zeigt in einem Solo, dass er es gewohnt ist, noch viel schneller zu trommeln.

Die unvorhergesehene Umbesetzung tut dem Auftritt gut. Um die Anzahl der Songs für den Neuen zu reduzieren, spielen Leoni, Lynn und Maeder vier Songs in akustischen Versionen, außerdem erhalten alle Bandmitglieder ein wenig Raum für Soli. Vor allem Gast-Keyboarder Ernesto Ghezzi kann so in einer verschrobenen Miniatur zeigen, was zu hören wäre, wenn seine Orgel nicht im Live-Sound völlig unterginge.

Auch Maeders Gesang bleibt über weite Strecken etwas zahnlos. Einzig die Gitarren sind durchgehend präsent. Dass Gotthard schon einmal pointierter klang, wird schmerzlich beim Cover von Deep Purples „Hush“ bewusst. Im Internet findet sich eine Aufnahme, in der noch Steve Lee singt – und sein Held Jon Lord höchstpersönlich den Original-Orgelsound beisteuert. Dagegen wirkt die Band heute wie ein Zitat ihrer selbst, trotz sehr guter Musiker. Routiniertheit kann ein Konzert retten. Aber eben auch bremsen.     

Von Thomas Kaestle

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Das Wilhelm-Busch-Museum zeigt den "Nachtmahr"

Im Wilhelm-Busch-Museum wird der "Nachtmahr" von Johann Heinrich Füssli und Neues aus dem Nachlass von F.K. Waechter ausgestellt.