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So war das Konzert von Benne im Lux

Singer-Songwriter So war das Konzert von Benne im Lux

Der Singer-Songwriter Benne spielte als Vorband von Ryan Adams, Revolverheld und Adel Tawil. Am Mittwoch war der 27-Jährige im Lux zu Gast und zeigte, wie man aus der Masse der Liedermacher heraussticht.

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Wuschelkopf mit Akustikklampfe: Sänger und Liedschreiber Benne. 

Quelle: Jan Philipp Eberstein 2016

Hannover. Wieder spielt so ein deutscher Sänger und Liedschreiber - auch gerne Singer-Songwriter genannt - im Lux. Mit seinem Wuschelkopf, dem Schnauzbart und der Akustikklampfe in der Hand steht der junge Mann, der sich Benne nennt, auf der Bühne, hinter ihm seine dreiköpfige Band. Zu unaufgeregten Popmelodien singt er von der Liebe, dem Leben und der Suche nach Freiheit.

Das alles sind nicht gerade Alleinstellungsmerkmale in einer Musiklandschaft, die in den vergangenen Jahren geradezu überschwemmt wurde von jungen Liedermachern und Sängern: Philipp Poisel, Max Giesinger und jener Max Prosa, dessen Geburtsname Max Podeschwig lautet. Auch Benne hat sich einen wohlklingenden Künstlernahmen ausgedacht, eigentlich heißt er nämlich Benedikt Ruchay.

Das nächste Konzert im Lux, Schwarzer Bär 2, gibt am Freitag die Metal-Band Dust Bolt. Beginn ist um 20 Uhr.

Die Liste der Singer-Songwriter wäre wohl noch lange fortsetzbar, und Benne könnte man da problemlos einfügen. Wer die Songs all dieser Interpreten in einer Playlist nacheinander abspielt, wird wohl nur wenige Unterschiede feststellen können. Immer geht es ums Sichnichtfindenkönnen, Sichdannendlichliebhaben, Sichtrennen. Dazu gibt es Melodien mit Gitarre, ein wenig Schlagzeug, Bass und manchmal einem Klavier. Wenn man es genau nimmt, sind die Sänger und Liedschreiber alle miteinander austauschbar. Ob Benne da anders ist?

Die meisten Sänger verkaufen ihre Platten auch so und füllen Clubs und Konzerthallen im ganzen Land. Benne hat knapp 200 Leute ins Lux gelockt, das damit gut gefüllt gewesen ist. Viele von ihnen können die nachdenklichen Texte des 26-jährigen in Heilbronn geborenen Wahlberliners mitsingen, auch die von seinem neuen, zweiten Album „Alles auf dem Weg“.

Mit geschlossenen Augen trägt Benne seine Balladen vor, manchmal nur von sich selbst auf der Gitarre begleitet. Wenn seine Bandkollegen an Bass und Schlagzeug den Beat nach vorne treiben, tanzen die Gäste, klatschen und zeigen sich gut gelaunt. Bennes große Stärke ist seine fast knarzig wirkende Stimme, die seiner Musik dann doch etwas Besonderes verleiht. Und gleichzeitig verhindert, dass die Songs allzu kitschig oder weinerlich anmuten. Denn anders als einige andere Singer-Songwritern ist Benne, der an der Popakademie Baden Württemberg studiert hat, wirklich ein guter Sänger. Bei seinen Kollegen stehen vor allem die Texte, ihre Geschichten, im Vordergrund.

Doch der 26-Jährige füllt mit seiner Stimme anscheinend ohne große Anstrengungen den Club aus, die Musik fliegt über die Köpfe der Zuhörer. So wie die Seifenblasen, die ein Gast in Richtung Bühne bläst: ganz leicht.

Isabell Rollenhagen

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