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Kultur So war das Révoltés-Festival auf der Gilde-Parkbühne
Nachrichten Kultur So war das Révoltés-Festival auf der Gilde-Parkbühne
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20:29 03.09.2017
Die Heidelberger Band Irie Révoltés macht Stimmung Quelle: Wilde
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Hannover

Leise zu sein war noch nie das Ziel der Heidelberger Band Irie Révoltés. Also verabschiedet sie sich mit einer letzten Tournee und der dritten Ausgabe ihres eigenen Festivals auf der Gilde Parkbühne so laut wie möglich. Sie hat befreundete Bands eingeladen, die vor allem eines gemeinsam haben: Sie verbinden ihre gesellschaftskritische Haltung mit kraftvoller Musik, die Spaß macht.

Bei bestem Festivalwetter beginnt die Querdenkerparty mit der Berliner Rapperin Sookee, die mit Texten gegen Homophobie, Sexismus und Rassismus zu einer der wichtigsten Vertreterinnen ihres Genres wurde.

Tausende Besucher feiern am Wochenende wieder beim Revolte Festival an der Gilde Parkbühne.

Am Abend jubeln die Fans der Düsseldorfer Hip-Hop-Band Antilopen Gang zu, die auch bei deutlichen politischen Botschaften nie ihren hintergründigen Humor verliert. Auch sie warnt vor Faschismus und Rechtspopulismus. Doch sie differenziert in der Ansage zu ihrem Hit „Beate Zschäpe hört U2“, viele gefährliche Entwicklungen kämen aus der Mitte der Gesellschaft. Die Liedzeile „Max Mustermann zündet ein Flüchtlingsheim an“ bringt das auf den Punkt.

Die Stimmung ist bestens, als die Punkband Feine Sahne Fischfilet die Bühne betritt. Die Musiker aus Mecklenburg-Vorpommern sagen: „Wir spielen für all die Leute, die sich dem räudigen Rechtsruck entgegenstellen, egal in welche Schublade die sich sortieren.“ Damit fassen sie auch das musikalisch heterogene Festival gut zusammen, das am Sonnabend Rap, Hip Hop, Ska, Punk, Latin und Big-Band-Sound in einem gemeinsamen Lebensgefühl vereint – nicht zuletzt im mitreißenden Sound der Gastgeber selbst.

3500 Zuschauern feierten beim Révoltés-Festival auf der Gilde-Parkbühne

Mit ihrem Song „Allez!“ geben sie gleich zu Beginn ihres Auftritts die Parole aus: „Los jetzt!“ Bei Irie Révoltés geht es um Freiheit, Gerechtigkeit und darum, von einer besseren Welt nicht nur zu träumen. „La vie c’est un mouvement“, singen die engagierten Musiker gegen den Stillstand an – und appellieren nach 17 Jahren zum Abschied an 4500 meist junge Fans: „Ihr seid die nächste Generation, ihr macht das hier weiter!“

Thomas Kaestle     

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