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So will Britney Spears ihr Comeback feiern

Neues Album So will Britney Spears ihr Comeback feiern

Britney Spears macht schon lange nicht mehr mit ihrer Musik Schlagzeilen. Seit 2007 rückte ihr Privatleben in den Vordergrund, ein Skandal folgte auf den anderen: Kurzzeit-Ehe, Alkoholsucht, Kopfrasur, Sorgerechtsstreit, Entzugsklinik. Mit „Glory“ veröffentlicht sie nun ihr neuntes Album – und bleibt ihrem verruchten Image treu.

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Britney Spears bei der Verleihung der MTV Video Music Awards im vergangenen Jahr.

Quelle: Paul Buck

Mit dem neuen Album will sie sich ihren Thron als „Princess of Pop“ von den Taylor Swifts, Rihannas und Katy Perrys dieser Welt zurückzuholen. Viele Musikkritiker wittern da schon ein Comeback der mittlerweile 34-jährigen Sängerin.

Doch das Wort Comeback wird Spears’ Karriere nicht wirklich gerecht. Denn auch wenn es zwischen all den Schlagzeilen um ihre Eskapaden fast untergegangen ist: Die jetzt erschienene Platte „Glory“ ist bereits ihr neuntes Studioalbum. 2013 bekam sie ein Engagement in Las Vegas. Ihre Show „Britney: Piece Of Me“ war so erfolgreich, dass sie bis 2017 verlängert wurde. Und immer noch ist sie laut Wirtschaftsmagazin „Forbes“ eine der bestbezahlten Musikerinnen der Welt.

Mit mehr als hundert Millionen verkauften Tonträgern weltweit ist Britney Spears einer der erfolgreichsten Popstars aller Zeiten. Für ihre Alben „Blackout“ (2007), „Circus“ (2008), „Femme Fatale“ (2011) und „Britney Jean“ (2013) bekam Spears jedoch kaum Aufmerksamkeit, die Öffentlichkeit schien sich eher für die Probleme des gefallenen „All-American-Girl“ der Popmusik zu interessieren. Es ist eine traurige Geschichte für eine Musikerin.

Als ihre Pop-Karriere 1999 begann, ahnte noch niemand, dass die damals 17-Jährige nicht einmal zehn Jahre später eher mit Skandalen als Musik Schlagzeilen machen würde. Mit dem lupenreinen Pop-Song „... Baby One More Time“ gelang dem netten Mädchen aus Kentwood, Louisiana, der Durchbruch, die Welt verliebte sich in die Sängerin in Schuluniform mit geflochtenen Zöpfen. Schnell wurde sie von den Medien zur „Princess of Pop“ hochstilisiert. Es gab World Music Awards, MTV Video Music Awards, Platin-Status für ihre Alben und einen „Bravo“-Starschnitt. Doch der schöne Schein der erfolgreichen, hübschen Sängerin trog. Der Absturz des ehemaligen Kinderstars geschah mitten im Rampenlicht.

Mit „Glory“ will Spears sich jetzt endgültig wieder als Musikerin verstanden wissen. Gut zweieinhalb Jahre hat die Sängerin an dem Album gearbeitet. Auf der Delux-Version gibt es ganze 17 Songs zu hören. Der fast sphärische Opener „Invention“ kommt auch gleich zur Sache und verrät das Thema der Platte: Sex. Spears ist nicht mehr das nette Mädchen von nebenan. Das vorzugeben, würde ihr wohl auch niemand abnehmen. Also spielt sie lieber mit ihrem verruchten Image. Und nach fast 20 Jahren im Pop-Business weiß die Sängerin: Sex sells.

Weiter geht es also mit dem Stück „Do You Wanna Come Over“, in dem sie zum pulsierenden Elektropop-Beat fast stöhnt „What ever you need, I do it / Come over“. Stimmlich hat Spears sich kaum weiter entwickelt. Immer noch presst sie die hohen Töne heraus, verschluckt Vokale und knarzt sich durch den Text. Das soll vielleicht sexy klingen, kann nach einiger Zeit aber auch nerven. Doch die größte Sängerin war sie ja noch nie.

Das Stück „Make Me ...“ soll auf den aktuellen Pop-Zeitgeist zielen: Die R-&-B-Downtempo-Nummer mit dem Rapper G-Easy ist ein solider Song und fasst die Platte gut zusammen: alles hörbare Pop-Songs mit etwas Elektro- oder R & B-Flair. Zu „Clumsy“ und „If I’m Dancing“ kann man im Club tanzen, mit dem wabernden, französischen „Coupure Électrique“ den Abend ausklingen lassen. So weit, so uninteressant. Ob es Britney Spears mit „Glory“ gelingt, den Pop-Thron zurückzuerobern, ist eher fraglich. Aber immerhin gibt es mal wieder was über sie zu lesen, für das sich niemand schämen muss.

Von Isabell Rollenhagen

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