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Kultur Soundtrack zum TV-Casting: Lenas zweites Album
Nachrichten Kultur Soundtrack zum TV-Casting: Lenas zweites Album
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10:03 09.02.2011
Eine Tüte Radiopop: Lena Meyer-Landrut. Quelle: Handout

Nun hat sie also tatsächlich begonnen, die „Mission Titelverteidigung“. Der Fernsehentertainer Stefan Raab versucht unter maßgeblicher Beteiligung der Interpretin Lena Meyer-Landrut, sein nächstes persönliches Ziel zu erreichen und den Eurovision Song Contest zum zweiten Mal hintereinander zu gewinnen. Teil des Plans ist das zweite Album der Sängerin innerhalb eines Dreivierteljahres. „Good News“, so der Titel, vereint genau die zwölf Titel, die eine Jury unter Vorsitz von Raab für das dreiteilige TV-Lieder-Casting ausgesucht hat. Alles ist werbewirksam verzahnt, die Show wirbt für die CD, die CD für die Entscheidungsshow am 18. Februar, und natürlich sollen Show und CD auch dafür sorgen, dass sich die neun riesigen Hallen füllen, die für die erste Tournee der jetzt in Köln lebenden 19-Jährigen gebucht sind. Am 13. April geht es los.

An der Tauglichkeit fürs Formatradio soll’s jedenfalls nicht scheitern. Das war in den beiden Vorausscheidungen bereits klar. Das Problem einer CD ist: Sie muss ohne Bilder auskommen, ohne das, was an Lena Meyer-Landrut am besten wirkt – ihr unbekümmertes Auftreten. Kein charmantes Weglächeln fehlender stimmlicher Variabilität – und die wäre bei einer solchen Zusammenstellung bitternötig gewesen. Zum einen, weil die Lieder nicht aus einer, sondern aus vielen Federn stammen. Zum anderen, weil die Auswahl für die abstimmenden Zuschauer eine möglichst breite Stilvielfalt anbieten sollte. Dieser breiten Palette stimmlich gerecht zu werden, daran wären ganz andere gescheitert. Aber vielleicht hätten sie es gar nicht erst versucht.

So singt sich Lena auf „Good News“ brav durch eine bunte Tüte von Klavierballaden („Push forward“) über Frühlingspop („Maybe“) bis zur entspannten Akustikgitarrennummer „I like you“. Die Songs müssen sich der dünnen Stimme anpassen, nicht umgekehrt. Das gelingt bei „Taken by a stranger“ am besten, weil sich die leicht düstere Elektropopnummer passgenau um die Stimme schmiegt und etwas entsteht, was dem Album sonst fehlt: Spannung. Und eine fröhliche Dreiminutenfrechheit wie „Satellite“ ist diesmal nicht dabei.

Besonders schwierig wird es bei Soulstücken wie „Mama told me“, einer von drei Raab-Kompositionen, die die Jury unter dem Vorsitz von Raab aus 600 Liedern ausgesucht hat. Da versprechen satte Bläser und eine funky Gitarre einen verrauchten Tanzsaal, „Mustang Sally“ und Dreck, Sex und Seele in der Kehle – da kommt aber nur die Lena-Stimme, die viel artiger ist, als man die junge Frau aus dem Fernsehen kennt.

„Mama told me“ gilt als einer der Topanwärter auf den Siegertitel. Wenn es so sein sollte, werden sich die Kontrahenten in Düsseldorf vor allem gegen Lenas Charme durchsetzen müssen, nicht gegen ihre Stimme. Für „Good News“ ist Raabs Mission jedenfalls schon erfüllt: Das Album steht – welch Wunder – bereits an der Chartsspitze.

Uwe Janssen

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