Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Spiele-App "Pavillon Prison Break" ist verfügbar
Nachrichten Kultur Spiele-App "Pavillon Prison Break" ist verfügbar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 17.08.2017
Rapper Spex (links) und Projektleiter Marcus Munzlinger.  Quelle: Katrin Kutter
Hannover

In der Richard-Wagner-Straße eskaliert die Jagd nach Informationen: Die Zukunft hat den Widerstandshelfer auf der Suche nach der Vergangenheit eingeholt. Es ist Zeit, die Flucht zu ergreifen! Der Science-Fiction-Agenten-Thriller „Prison Break“ aus der List hatte am Sonntag Premiere. Allerdings nicht im Kino: Statt auf der großen Leinwand spielt die Geschichte auf den Displays von Smartphones - und in den Köpfen jener, die sich auf eine etwas andere Schnitzeljagd durch die Geschichte Hannovers einlassen. Das Kulturzentrum Pavillon hat „Prison Break“ als Spiele-App ein Jahr lang im Rahmen von soziokulturellen Workshops gemeinsam mit Bürgern und Profis entwickelt und jetzt zum kostenlosen Download veröffentlicht.

Das Spiel soll den Standort des Pavillons auf dem Andreas-Hermes-Platz in seinen historischen Dimensionen erlebbar machen. Hier stand fast hundert Jahre lang das Gerichtsgefängnis, ein Ort, an dem in sechs verschiedenen politischen Systemen auch viele politische Gefangene inhaftiert waren - unter anderem der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann. Der Spieler reist in „Prison Break“ durch elf verschiedene Zeiten, lernt Gefängnisinsassen kennen, kommuniziert mit Zeitzeugen und sammelt dabei Hinweise auf einen angeblich noch unter dem Gelände erhaltenen Fluchttunnel.

Der Stadtraum wird erfahrbar

Der wird in der fernen Zukunft wichtig: Hauptfigur Lucy kämpf im 22. Jahrhundert gegen die künstliche Intelligenz „Good Sense“, die in eine „Cyberkratie“ versucht, alle Bürger durch einen Gedankenchip im Kopf gleichzuschalten. Lucys Mitstreiter sitzen in einer Verbesserungsklinik fest, die auf den Ruinen des Pavillon gebaut wurde.

„Prison Break“ arbeitet mit einfachen technischen Mitteln, auf aufwendige Grafik wird verzichtet: Das Spiel ist vor allem ein Textabenteuer, das Geschichte in Geschichten vermittelt - aber seine Erzählung immer wieder für Interaktionen unterbricht.

Dabei müssen Orte gefunden und Codes gescannt werden, Nachrichten entschlüsselt und Informationen recherchiert. Das Spiel kann nur vor Ort gelöst werden - der Stadtraum wird körperlich erfahrbar, ist aber mit virtuellen Inhalten angereichert. Die Anwohner der Richard-Wagner-Straße werden sich wohl daran gewöhnen müssen, dass hier immer wieder Menschen ins Jahr 1951 reisen. Damals befand sich hier nämlich das provisorische Justizministerium des Landes Niedersachsen. „Prison Break“ erzählt vor Ort von Kaltem Krieg und Kommunistenjagd, von ehemaligen NSDAP-Mitgliedern und Zwangsarbeitern bei der Firma Pelikan.

Noch funktioniert die Spiele-App allerdings nicht ganz so, wie sie soll. Bei der Präsentation der ersten sechs Kapitel im Rahmen des Spamfilter-Festivals im Pavillon ging es auch um das Sammeln von Verbesserungsmöglichkeiten, um kleine technische Fehler und Feedback zur Handhabung. „Eigentlich ist es noch einen Monat zu früh“, sagt Projektleiter Marcus Munzlinger - und lädt alle zur Testphase ein. Zum Glück lassen sich ja bei digitalen Spielen nachträglich alle Details verändern. Wer einfach nur unbeschwert spielen will, sollte vielleicht noch ein bis zwei Wochen warten. Spätestens dann gilt aber, was der hannoversche Rapper Spax im Titelsong feststellt: „Wir blicken zurück, um nach vorn zu schauen.“

„Pavillon Prison Break“: Die Spiele-App ist für Android und iOS kostenlos in den App-Stores als Download erhältlich.

von Thomas Kaestle

Kultur Leiter des Mädchenchors Hannover - Andreas Felber beim Davos Festival in der Schweiz

Andreas Felber, der neue Leiter des Mädchenchors Hannover, zeigt beim Davos Festival in den Schweizer Alpen, was hannoversche Musikfreunde beim ihm erwarten können. Seit drei Jahren plant und leitet Andreas Felber bereits die Auftritte des professionellen Kammerchores bei dem Festival. 

Stefan Arndt 14.08.2017
Kultur Chorleiter des Mädchenchors - Andreas Felber beim Davos Festival

Andreas Felber, der neue Leiter des Mädchenchors Hannover, zeigt beim Davos Festival
in den Schweizer Alpen, was hannoversche Musikfreunde von ihm erwarten können.

Stefan Arndt 17.08.2017

Die Mischung ist wohl einmalig: Auf dem Fuchsbau-Festival bei Lehrte kommen politischer Diskurs, Tanz, Musik und Kunst erstaunlich unproblematisch zusammen. Während die rund 2.500 Besucher über Foucault oder das digitale Zeitalter diskutieren, erklingt draußen elektronische Musik. 

13.08.2017