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Sprengel-Freunde eröffnen den „Baustoffhandel“ im Museum

Kelle für die Kunst Sprengel-Freunde eröffnen den „Baustoffhandel“ im Museum

Stefan Becker, der Vorsitzende der Freunde des Sprengel Museums, spricht vom „wohl größten Museumsshop der Welt“. Eröffnung ist am 16. Oktober um 15 Uhr. Die Bürger sind aufgerufen, sich im Museum reichlich mit Maurerkellen, Schaufeln und Zimmermannsbleistiften einzudecken.

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Stefan Becker, Nadine Hummer vom Baumarkt Himmler, Hannes Malte Mahler und Ulrich Krempel (von links) zeigen das Sortiment.

Quelle: Martin Steiner

Hannover. Frankfurt wirbt seit 2009 mit dem „Gelben Gummistiefel“ für die Erweiterung des Städel-Museums. Der vor zwei Jahren begonnene Um- und Neubau soll 45 Millionen Euro kosten. Im Internet kann man zusehen, wie sich der Benefizstiefel allmählich füllt. Fünf Millionen Euro müssen zusammenkommen. Rund 80 Prozent sind in der recht zähen Fundraising-Aktion – das Geld sitzt bei den Bürgern in wirtschaftlich angespannten Zeiten nicht eben locker – geschafft. Auch Hannover soll ein größeres Museum bekommen. Hier begnügt man sich aber nicht mit einem symbolischen Benefizstiefel, sondern eröffnet gleich eine ganze Baustoffhandlung.

Stefan Becker, der Vorsitzende der Freunde des Sprengel Museums, spricht vom „wohl größten Museumsshop der Welt“. Eröffnung ist am 16. Oktober um 15 Uhr. Die Bürger sind aufgerufen, sich im Museum reichlich mit Maurerkellen, Schaufeln und Zimmermannsbleistiften einzudecken.Die Bauutensilien befinden sich gleich neben dem Foyer in einem Ausstellungsraum, den der hannoversche Künstler Hannes Malte Mahler konzipierte. „Installation“ nennen die Organisatoren die Materialansammlung – nach einem Begriff aus der Kunst. Der Baustoffhandel ist Teil der Aktion „Mehr Museum“ der Sprengel-Freunde (www.mehr-museum.de). Schirmherren sind Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister und Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil.

Mit Beiträgen zwischen zehn und 150 Euro kann man sein Scherflein dazu beitragen, dass die ausstehende Million zusammenkommt. Und bekommt etwas Nützliches in die Hand, das eine Identifizierung mit dem Museum ermöglicht. „Die Dinge sehen gut aus, und man kann sie auch noch einsetzen“, sagt Melanie Botzki. Die 34-jährige Event- und Kulturmanagerin aus Hannover wurde von den Sprengel-Freunden eigens eingestellt, um Schwung in die Fundraising-Aktion zu bringen. „Wir haben die Baustoffe mit dem Museums-Logo ,gebrandet‘“, sagt Botzki. Gummistiefel seien keine dabei, aber unter anderem 100 Schaufeln, verzinkte Gießkannen und roter Lack. Bei Bedarf werde nachbestellt.

Nach Angaben der Stadt Hannover ist mit dem Beginn des Erweiterungsbaus des Museums im Herbst 2012 zu rechnen, Fertigstellung soll im November 2014 sein. Der nach neuen Berechnungen auf 27,5 Millionen Euro (statt zunächst 25 Millionen) geschätzte Anbau des Museums soll zum Großteil aus Mitteln von Stadt, Land und EU-Strukturförderung bezahlt werden. Fünf Millionen aber sollen aus Drittmitteln kommen. „Für vier Millionen haben wir inzwischen Zusagen“, sagt Becker. Bleibt noch eine Million Euro. Diese soll nun im Schlussspurt mit der Aktion – Slogan: „Baubeginn im Sprengel Museum“ – eingesammelt werden.

Die ungewöhnliche Fundraising-Aktion zeugt vom Engagement beherzter Freunde des Museums. Dahinter steht die Überzeugung, dass ein gestärktes Sprengel Museum international größere Wettbewebsfähigkeit besitzt und mithelfen kann, Hannovers Kulturlandschaft und Image zu stärken.

Die Freunde des Sprengel Museums eröffnen ihren Baustoffhandel am Sonntag um 15 Uhr im Sprengel Museum Hannover. Von 15 Uhr an ist der Eintritt ins Museum frei. Angela Kriesel, die Tochter des Sammlerpaares, und die Kuratorin Gabriele Sand bieten Führungen an.

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