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Sprengel-Museum soll Geld von Stadt bekommen

Kauf von Kunstwerken Sprengel-Museum soll Geld von Stadt bekommen

Das Sprengel-Museum soll künftig wieder Kunst mit regelmäßiger Finanzierung der öffentlichen Hand erwerben können. Den Weg dazu eröffnet der Titel für einen Ankaufsetat des Hauses am Maschsee, den die Landeshauptstadt für 2016 in ihren Haushalt eingestellt hat. Das Land muss allerdings mitspielen. 

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Symbolbild

Quelle: dpa

Hannover . Um zu dem anvisierten Volumen von 100.000 Euro im Jahr zu gelangen, muss allerdings das Land Niedersachsen, das im Rahmen des Sprengel-Vertrages das Haus am Maschsee paritätisch mitfinanziert, die von der Stadt vorgesehenen 50. 000 Euro auf die Gesamtsumme von 100.000 Euro aufstocken.

Diese Summe klingt sehr beachtlich, sie liegt aber sehr deutlich unter den 250.000 Mark, die das Sprengel-Museum bis 1994 von Stadt und Land für den Ankauf von Kunst zur Verfügung hatte. „Man kann sich immer mehr wünschen“, sagt Museumschef Reinhard Spieler. „Aber nach 22 Jahren ohne Ankaufsetat ist das ist doch ein tolles Signal.“ Und sein Amtsvorgänger Ulrich Krempel sekundiert, zu einem lebendigen Museum gehöre es, auch wichtige Werke junger, wirklich neuer Kunst zeigen zu können, weil man sie zu erwerben vermochte. „Ohne einen Ankaufsetat wird aus einem Museum ein historisches Archiv.“

War Krempel über 20 Jahre hinweg Archivleiter? „Nein, aber ich war auf ein ganzes Netzwerk von Stiftungen angewiesen, darunter so wichtigen wie der Sparkassenstiftung, der Stiftung Niedersachsen, der Behrens-, der Bennigsen- und der Jahns-Stiftung, um Zugänge zu ermöglichen, die dann natürlich nur als Leihgaben im Museum landen.“ Dieses Netzwerk gibt es auch heute noch, und es ist nicht weniger erfolgreich. Immerhin hat Spieler allein im Rahmen der Sammlungsschau „130 % Sprengel“ auf zwölf Neuzugänge verwiesen – darunter so prominente Werke wie Alice Aycocks „Twister“ und Julian Rosefeldts „Manifesto“. „Trotzdem macht es einen großen Unterschied, ob man für den Erwerb eines Kunstwerks auch einen Ankaufsetat hat“, lobt Spieler das auf Kulturdezernent Harald Härke zurückgehende Wiedereinführungsvorhaben.

Dabei waren der Museumschef und sein Vorgänger von Anfang an eingebunden. „Die Summe hat sich in einem Gespräch ergeben, das ich im vergangenen Herbst mit Spieler und Krempel darüber geführt habe“, sagt Härke. „Wenige Wochen vor meinem Amtsantritt als Kulturdezernent war ich überrascht zu hören, dass ein so renommiertes Haus wie das Sprengel-Museum seit Jahrzehnten ohne Ankaufsetat auskommen muss – und wusste: Das muss in die Haushaltsberatungen eingespeist werden.“

Das ist noch im vergangenen Jahr geschehen; im Mai hat die Kommunalaufsicht den Haushalt gebilligt und ihm damit Rechtskraft verliehen. Nun warten die Beteiligten auf eine Entscheidungsfindung im Kulturministerium. „Wir sind im Gespräch mit der Stadt Hannover“, heißt es dort und weiter: „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.“

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