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Kultur Staatsorchester und Peter Hirsch eröffnen Liszt-Jahr
Nachrichten Kultur Staatsorchester und Peter Hirsch eröffnen Liszt-Jahr
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12:07 11.01.2011
Von Rainer Wagner

Es war eine schöne Idee, das erste Sinfoniekonzert im neuen Jahr mit diesem Werk zu beginnen. Es ist der späte Nachhall der bekannteren Tondichtungen wie „Les Preludes“, „Mazeppa“ oder „Hunnenschlacht“ (um die lärmigsten zu nennen). Mehr als 20 Jahre später lässt Liszt nur im Mittelteil seiner letzten Tondichtung auftrumpfen, da geht es schließlich um den „Kampf ums Dasein“. Doch die Wiege wie das „Grab als Wiege künftigen Lebens“ sind mit weichem Streicherklang ausgekleidet. Und Gastdirigent Peter Hirsch animierte das Orchester zu fein gesponnenen Klängen: Das war atmosphärisch dicht und stimmungsstark.

Hatte man zum Auftakt in einer guten Viertelstunde einen Lebenskreis umrissen, so spielte man anschließend unbekümmerter auf. Paul Hindemiths Klarinettenkonzert ist schließlich ein handwerklich famoses Schaustück. Der legendäre Klarinettist Jack Brymer hat es als „schwierig, aber wirkungsvoll“ eingestuft und hinzugefügt, das Orchester müsse „gut gezügelt werden“. Das machte Peter Hirsch nicht – und das war gut so. Denn so wurde das Staatsorchester zum geistesgegenwärtigen Partner der ebenso virtuosen wie stimmungsstarken Solistin Sharon Kam. Sonor im tiefen Register, zielsicher im Sprunghaften, agil im Tänzerischen zeigte Kam ihr Können und ihre Klasse. Dass Hindemith in seinem Konzert für den Jazzklarinettisten Benny Goodman formal ganz traditionsbewusst vorgegangen war, wurde hier mit Witz und schillerndem Farbenreichtum überspielt. Für den herzlichen Beifall bedankte sich die Wahlhannoveranerin, die man hier gerne öfter hören würde, mit einem kessen Tango von Astor Piazzolla.

Kess, beschwingt bis tänzerisch ging es auch nach der Pause weiter. Béla Bartóks „Konzert für Orchester“ ist nach wie vor für jeden Klangkörper eine Herausforderung. Hier wurde sie mit konzentrierter Spielfreude gemeistert. Hirsch kitzelte die Klangvaleurs heraus, erwies sich als klug disponierender Gestalter und zielstrebiger Koordinator, der aber die ironischen Brechungen dieser Musik nicht übertünchte. Die „Elegia“ zeigte tiefen Ernst, das Lehár-Zitat im „Intermezzo interrotto“ schillerte bizarr – es ist schon von groteskem Reiz, dass Bartók und Schostakowitsch (in seiner „Leningrader Sinfonie“) fast zeitgleich diese „Maxim’s“-Melodie als Gruß aus einer frivolen Welt von gestern bemühten.

Das war eine reife Leistung! Hier fing das neue Jahr gut an. Weiter so.

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