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Spielbanken wollen Warhol-Werke verkaufen

Streit in Nordrhein-Westfalen Spielbanken wollen Warhol-Werke verkaufen

Bilder von Andy Warhol sind teuer. Die Westdeutschen Spielbanken wollen davon profitieren und zwei Werke aus ihrem Besitz versteigern lassen. Ministerpräsidentin Kraft kann das nach eigener Einschätzung nicht verhindern.

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Die Andy Warhol Kunstwerke (l-r) "Triple Elvis" (1963) und "Four Marlon" (1966). Die Westdeutschen Spielbanken wollen in New York zwei ihrer wichtigsten Bilder versteigern lassen.

Quelle: Christie`s/The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc/dpa

Düsseldorf. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sieht keine Möglichkeit, die Versteigerung von zwei Werken des amerikanischen Künstlers Andy Warhol aus dem Besitz der Westdeutschen Spielbanken zu verhindern. Die Werke „Triple Elvis“ und „Four Marlons“ seien kein nationales Kulturgut gemäß dem Kulturschutzgesetz, schrieb Kraft in ihrem Antwortbrief auf ein Protestschreiben der Direktoren aller großen NRW-Kunstmuseen. Daher komme die von den Direktoren geforderte Übertragung der Werke an Museen in Nordrhein-Westfalen nicht in Betracht.

Ein Ankauf der Bilder aus Steuergeldern zum Marktwert sei „zurzeit nicht darstellbar“, heißt es in dem Brief, der am Freitag in Düsseldorf bekanntwurde. Die Casinogesellschaft Westspiel erhofft sich aus der Versteigerung der frühen Warhol-Werke Einnahmen von 100 Millionen Euro. Die Bilder sollen Mitte November bei Christie's in New York versteigert werden.

Kraft versicherte den Museumsdirektoren, dass die Landesregierung nicht die Absicht habe, Kunst aus direktem Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen zum Zweck der Haushaltskonsolidierung zu veräußern. „Diesen Tabubruch wird es nicht geben.“ Die Direktoren hatten gewarnt, mit der Versteigerung würde ein grundlegender Kulturwandel vollzogen, der das Image Nordrhein-Westfalens und der Bundesrepublik als Kulturland und Kulturnation infrage stelle.

„Ein Tabubruch mit fatalen Folgen“

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat am Sonntag erneut vor dem Verkauf der Kunstwerke gewarnt. „Die Versteigerung der beiden Warhol-Gemälde aus öffentlichem Besitz wäre ein Tabubruch mit fatalen Folgen. Das könnte Schleusen öffnen“, sagte Grütters der „Bild am Sonntag“.

Die Warhol-Werke und die Spielbank

Die Bilder „Triple Elvis“ (1963) und „Four Marlons“ (1966) waren in der 70er und 80er Jahren zur Ausstattung der Spielbank in Aachen gekauft worden, wegen ihres Wertes aber zuletzt im Depot geblieben. Westspiel ist eine Tochter der NRW.Bank, der Förderbank des bevölkerungsreichsten Bundeslandes. Westspiel habe die Bilder aus eigenen Mittel weit unter dem heutigen Wert erworben und müsse als rechtlich selbstständiges Unternehmen Investitionen aus vorhandenen Vermögenswerten bestreiten, heißt es in Krafts Brief. Mit den Einnahmen soll die Modernisierung der Spielbank finanziert werden.

dpa/mhu

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