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Kultur Studio Braun präsentieren Gags im Pavillon
Nachrichten Kultur Studio Braun präsentieren Gags im Pavillon
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13:42 15.03.2017
Studio Braun im Pavillon. Quelle: Franson
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Hannover

Heinz Strunk, Rocko Schamoni und Jaques Palminger sind Studio Braun. Vor 20 Jahren begann das Trio mit Telefonstreichen auf sich aufmerksam zu machen. Es folgten Theateraufführungen und die erfolgreiche Mockumentary "Fraktus". Im Pavillon zeigte das Hamburger Kollektiv eine Rückschau ihres Schaffens.

Gute Gags kann man nicht nacherzählen. An irgendeiner Stelle wird sich der Erzähler verhaspeln, die Pointe ruinieren oder der Zuhörer hat einfach keinen Humor. Am besten, man lässt das Nacherzählen einfach sein. Das gilt auch für das Gagtrio von Studio Braun. Wer das bereits 20-jährige Schaffen von Heinz Strunk, Rocko Schamoni und Jaques Palminger kennt, der wird bei Schlagwörtern wie „Computerfreak“, „Sitzhund“ oder „Affe sucht Liebe“ zumindest schmunzeln. Der Rest geht leider leer aus. Aber das macht Studio Braun aus: Hier wird melancholischer Nischenhumor statt Pointenfeuerwerk geliefert, es gibt Hamburger Schule statt Schenkelklopfer.

Im ausverkauften Pavillon bringt das Trio Gags aus den 20 Jahren ihres Bestehens auf die Bühne. Da sind die grandiosen Telefonstreiche, mit denen sie Ende der Neunzigerjahre – lange vor dem Kleinen Nils oder Paul Panzer – bekannt wurden. Sie feiern den exzentrischen Punksänger GG Allin, der dafür bekannt war auf der Bühne zu masturbieren. Im Song „Geilianer“ nehmen Studio Braun Prollschlager vom Ballermann  aufs Korn („Ihr findet alles geil, denn ihr seid Geilianer – geile Weiber, geile Typen, geile Stimmung“).

Von geiler Stimmung konnte in der Geschichte von Studio Braun längst nicht immer die Rede sein. Zwar sind Heinz Strunk („Fleisch ist mein Gemüse“ und „Der Goldene Handschuh“) und Rocko Schamoni („Dorfpunks) längst als angesehene Autoren, sowie Jaques Palminger als umtriebiger Musiker, bekannt. Als sich die Drei zusammentaten, war jeder einzelne noch weit von irgendeiner Art von künstlerischem Durchbruch entfernt. Hinzu kommen Depressionen, mit denen jedes der Mitglieder nach eigenen Aussagen zu kämpfen hat. So ist Studio Braun stets eine humoristische Schicksalsgemeinschaft gewesen. Ihren größten kollektiven Erfolg hatten sie 2012 mit der gefakten Musikdoku „Fraktus“, in der sich das Trio als Erfinder des deutschen Techno ausgab und als gleichnamige Band einen halbgaren Comebackversuch startete. Auch in die Rolle der vermeintlichen Technopioniere schlüpfen Studio Braun an diesem Abend.   

Dazu wechselt die Garderobe von Strunk, Schamoni und Palminger zwischen Damenröcken und Folkloretracht. Musik, Lesung, Tanz und Einspieler - eine Struktur, die durch das Programm führt, sucht man hier vergeblich. Oder um beim Humor des Trios zu bleiben: Man hat einen braunen Faden gesponnen.

Von Manuel Behrens

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