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Suns of Thyme mit Effektgewittern im Lux

Berliner Band Suns of Thyme mit Effektgewittern im Lux

Ein sich hypnotisch wiederholender Gitarrenton kündigt den Takt an, ein weiterer Akkord kommt hinzu und wächst zu einem Dröhnen, bevor das Schlagzeug einsetzt. Die Band Suns of Thyme präsentierte im Lux ihr neues Album „Cascades“.

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Psychedelic, Krautrock und Meditationsmusik – Suns of Thyme bringen das intelligent zusammen. 

Quelle: Kutter

Hannover. Auf den ersten Blick erinnern die fünf schlanken Gestalten mit ihren langen Mähnen an Bands aus den Siebzigern. Doch so hart wie zum Beispiel Led Zeppelin sind die Berliner nicht drauf, statt nach einem Bier bückt sich Sänger Tobias Feltes in den Pausen immer wieder nach seinem Kräutertee. Und auch die Musik ist gemächlicher und macht bei einem Durchschnittstempo kurz über dem Ruhepuls das Tanzen schwer.

Die Band Suns of Thyme präsentiert im Lux ihr neues Album „Cascades“.

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Das hindert die gut 100 Zuschauer nicht daran sich zu bewegen. Viele Köpfe nicken im Takt, wenn sich die beiden Gitarren mit Keyboard, Bass und Doppelgesang zu einem meditativen Klangteppich verweben. Shoegaze nennt sich die Musik, bei der die Gitarristen den Blick meist zu Boden richten, um ihre Effektpedale zu bedienen. 15 kleine Geräte hat alleine Gitarrist Tim Hoppe hintereinander geschaltet und erzeugt mit seinen Klang-Manipulationen immer wieder einen hypnotischen Sog.

Die Bedienung dieser Effektbatterie mit ihren Knöpfchen, Rädchen und Pedalen erfordert oft eine ausgeklügelte Choreografie. Doch das klappt auch nebenbei, eine Pause zwischen den Songs gibt es nur selten, die einzige richtige Ansage kommt erst nach knapp einer Stunde fünfzehn und kündigt lediglich den letzten Song an.

In dem Effektgewitter geht die Stimme von Frontsänger Tobias Feltes leider häufig unter. Dabei gibt sein sakraler Gesang der Musik noch eine mystische Note. Diese Mystik passt gut zum Orgel-Sound des alten Keyboards, passt auch zur Jesus-Optik des Sängers und den seligen Gesichtern in den Zuschauerreihen.

Psychedelic, Krautrock und Meditationsmusik – Suns of Thyme bringen das intelligent zusammen.

Von Felix Müller

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