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Nachrichten Kultur Susanne Rode-Breymann wird neue Präsidentin an der Musikhochschule
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14:29 23.02.2010
Von Jutta Rinas
Die Professorin Susanne Rode-Breymann soll neue HTMH-Präsidentin werden. Quelle: Martin Steiner

Die Musikhochschule Hannover wird aller Voraussicht nach künftig von einer Wissenschaftlerin geführt. Der Senat des Instituts und der Hochschulrat sprachen sich gestern für Susanne Rode-Breymann, die Leiterin des an der Musikhochschule angesiedelten Forschungszentrums „Musik und Gender“, aus. Das Kulturministerium muss der Entscheidung noch zustimmen.

Die 51-jährige Musikwissenschaftlerin folgt Rolf-Burkhard Klieme nach, der auf Druck des Senats im Januar 2009 zurückgetreten war. Rode-Breymann setzte sich gegen einen zweiten Kandidaten aus der Musikhochschule durch, den Direktor des Instituts für musikpädagogische Forschung, Franz Riemer. Internationalität und künstlerische Spitzenleistung lägen ihr genauso am Herzen wie die Breitenausbildung, sagte sie gestern. Eine Hochschule vom Potenzial der HMTH müsse beides können und wollen, müsse sich den „Anforderungen der Globalisierung mit Offenheit stellen, diese aber nicht auf Kosten regionaler Aufgabenstellungen lösen“. Wann die Musikwissenschaftlerin ihr neues Amt antreten wird, steht noch nicht fest. Man wünsche sich nach zweisemestriger Vakanz möglichst schnell einen neuen Präsidenten, sagte Hochschulsprecherin Melanie Bertram gestern.

Externe Bewerber hatten es diesmal nicht in die Endrunde geschafft. Das mag auch an der Bilanz der vorangegangenen Präsidenten gelegen haben. Die Münchener Konzertmanagerin Katja Schaefer und der Chef des Göttinger Goethe-Instituts, Rolf-Burkhard Klieme, waren von außerhalb gekommen, um frischen Wind in die Hochschule zu bringen. Beide schieden deutlich vor Ablauf der sechsjährigen Amtszeit aus, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Katja Schaefer legte ihr Amt im Juni 2005 nach nur zwei Jahren wegen einer schweren Erkrankung in ihrer Familie nieder. Ihr Nachfolger Klieme kam im Januar 2009 mit einem Rücktritt seiner Abwahl durch den Senat zuvor. Nach unüberbrückbaren internen Unstimmigkeiten und Querelen hatte der Senat den Präsidenten aufgefordert, sein Amt niederzulegen.

Es verwundert nach dieser Vorgeschichte kaum, dass Susanne Rode-Breymann gestern mit dem Verweis auf ihre Rede in der Vorstellungsrunde der letzten beiden Kandidaten betonte, dass sie eine „Atmosphäre ruhiger Konzentration“ sowie „Vertrauen und Unaufgeregtheit“ als Basis sehe, die Potenziale der Hochschule zu entfalten. Rode-Breymann hat anders als ihre beiden Vorgänger keine hochfliegenden Pläne im Gepäck, sondern setzt darauf, dass „das Realisierbare Grundlage von Entscheidungen bleibt“. Katja Schaefers Lieblingsidee war ein „Künstler in Residence“, eine Art Gastprofessor vom Format einer Hilary Hahn gewesen. Klieme wollte die Hochschule fit für den härter werdenden Konkurrenzkampf machen und bezeichnete Studenten als Kunden, die sich die beste Hochschule auf dem „Elitemarkt“ aussuchen würden. An diesem Punkt hakt Rode-Breymann ein. Es gehe völlig fehl, wenn man „Studenten als Kunden eines Unternehmens“ begreife. Vielmehr seien der Studierende und der Lehrende als zwei starke Protagonisten Dreh- und Angelpunkte einer Hochschule. Rode-Breymann spricht sich für kreatives Handeln in kooperativer Atmosphäre, für Fundraising und Drittmitteleinwerbung sowie ein deutlich systematischeres Ausschöpfen öffentlicher Fördergelder aus. Die gebürtige Hamburgerin, die 2004 als Professorin für historische Musikwissenschaft nach Hannover kam, hat nach eigenen Angaben nicht nur ihr von einer Stiftung finanziertes Forschungsinstitut für „Musik und Gender“ kontinuierlich vergrößert. Sie hat bis jetzt 2,15 Millionen Euro für die Musikhochschule eingeworben.

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