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T. C. Boyles neues Buch „Good Home“ versammelt Kurzgeschichten

Erzählungen von T. C. Boyle T. C. Boyles neues Buch „Good Home“ versammelt Kurzgeschichten

In „Good Home“ einer Sammlung von Kurzgeschichten, erzählt der US-amerikanische Autor T. C. Boyle von Menschen, die auch ihre zweite Chance vertun.

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Gnadenlos: T. C. Boyle.
 

Quelle: dpa
HANDOUT - HANDOUT - Das Cover des Buches "Good Home" von T

München. Das Cover des Buches "Good Home" von T. Coraghessan Boyle.

Quelle: Hanser Verlage

  Typen, die Kampfhunde auf Kaninchen hetzen, Frauen, die im Garten einem Tiger begegnen, Kinder, die keinen Schmerz empfinden: T. Coraghessan Boyle ist der Spezialist für ungewöhnliche Einfälle und außergewöhnliche Figuren. „Good Home“, das neue Buch des US-amerikanischen Schriftstellers, zeigt das ein weiteres Mal auf eindrucksvolle Weise.

 Mit schöner Regelmäßigkeit hat der 69-jährige Autor ein Roman nach dem anderen veröffentlicht, zuletzt „Hart auf hart“ (2015) und „Die Terranauten“ (2017). Jetzt erscheinen unter dem Titel „Good Home“ kürzere Erzählungen, die Boyle in den USA und Euro zunächst oft in Zeitschriften veröffentlicht hat, gesammelt in Buchform.

HANDOUT - HANDOUT - Das Cover des Buches "Good Home" von T

Das Cover des Buches "Good Home" von T. Coraghessan Boyle.

Quelle: Hanser Verlage

 Boyle hat ein Talent für Geschichten mit geradezu unwahrscheinlichem Plots. Aber sie sind eben doch so gut erzählt, dass die Leser das kaum merken - so wie bei „Frage 62“: Es geht um zwei Schwestern, eine in Kalifornien, eine in Wisconsin. Während die eine eines Tages in ihrem Garten einen Tiger entdeckt, bekommt die andere Besuch von ihrem Nachbarn, der sie überreden will, bei einer Petition für das Töten von streunenden Katzen zu stimmen. Klingt verrückt? Boyle macht daraus großartige Literatur. 

 Zu den eindruckvollsten Geschichten gehört „Sin Dolor“ über das Schicksal eines Jungen, der keinen Schmerz empfindet. Er spürt rein gar nichts, wenn er sich das Bein bricht oder sich ein Messer durch die Wange sticht - und ist dennoch nicht unverwundbar. 

 Wie so häufig konzentriert sich Boyle auch in seinen neuen Erzählungen auf die hässlichen, dunklen Seiten des Lebens und auf Menschen, die weder zum Helden taugen noch viel Sympathie verdienen. Der Autor beobachtet gnadenlos genau, wie sie auch die zweite und dritte Chance vergeigenen, wenn sie sich ihnen bietet.

Die Titelgeschichte „Good Home“ etwa erzählt von Royce, einem narzisstischen Loser, der Kampfhunde züchtet.  Er trainiert sie darauf, andere Hunde zu töten und nimmt in Kauf, wenn seine eigenen Tiere dabei verstümmelt werden oder sterben. Aber als wäre das nicht zynisch genug, meldet er sich auch noch, wenn jemand ein Kanichen oder eine Katze abzugeben hat. Royce nimmt die Haustiere dann verlogen lächelnd in Empfang und benutzt sie anschließend als „Köder“ für seine Kampfhunde. Doch dann verliebt er sich in eine Frau, die ihm einst kleine Häschen in seine vermeintlich treue Hände gegeben hat. Eine schreckliche Geschichte, aber so hervorragend erzählt wie die meisten in diesem Band.

T. C. Boyle: „Good Home“. Hanser. 428 Seiten, 23 Euro.

Von Andreas Heinemann

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