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Aus Nightwish wird Tarja

Konzert im Capitol Aus Nightwish wird Tarja

Tarja Turunen, die Ex-Sängerin von Nightwish, hat eine neue Band. Doch Tarja klingt kaum anders als der Vorhänger. Im Capitol haben die Musiker Metal-Gitarren zu dem Gesang der ausgebildeten Opernsängerin aus Finnland kombiniert.

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Tarja Turunen im Capitol Hannover.

Quelle: Wilde

Hannover. Singen kann sie. Tarja Turunen stratzt über die Bühne das Capitol, die Rabenfedern auf ihrem Hosenanzug wehen im Wind der Windmaschine, singt in ihr schneeweißes Mikro, und ist gut bei Stimme. Hin und wieder winkt sie ins Publikum, als sei sie nicht im zwar so gut wie ausverkauften, aber vergleichsweise doch überschaubaren Capitol, sondern in einem Stadion.

Rock aus Finnland und Brasilien wurde den Besuchern im Capitol am Freitagabend geboten. Die finnische Sängerin Tarja stellte ihr neues Album vor, in dem die rockige Variante ihres Heavy-Symphonic Sounds im Vordergrund steht. Als Vorband sorgte die Gruppe Angra für Stimmung, die Tarja auf ihrer Deutschland-Tournee begleitet.

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Die Ex-Sängerin der Band Nightwish und jetzt Sängerin der Band Tarja klingt genau wie damals um die Jahrtausendwende. Da kombinierten Nightwish sehr erfolgreich Turunens klassische Opernsängerinnenausbildung mit Metal-Gitarren, Streicherbett und wummerndem Schlagzeug, und hievten so den Symphonic Metal aus seiner Subgenre-Ecke in den Mainstream.

Ins Capitol haben Tarja eine kleine Lightshow mitgebracht – LED-Leisten, die an der hinteren Bühnenwand tropfenartig blinken – und Videoprojektionen, in denen manchmal Tarja Turunen zu sehen ist. Musikalisch liefern Tarja in Hannover exakt das, was Nightwish zusammen mit Tarja Turunen auch lieferten und seit 2005 auch ohne sie weiter praktizieren: Getragenen Metal, Riffs, in die sich immer wieder Streicher und Klavier mischen, und Tarja Turunen bügelt mit ihrer drei Oktaven umfassenden Sopranstimme drüber. Später am Abend tauscht Turunen ihren Raben-Hosenanzug gegen ein Zebra-Lackkleid aus, winkt aber immer fröhlich weiter und schürzt beim Singen die Lippen von Zeit zu Zeit zum Entengesicht.

Zur Mitte des Konzertes wechseln die Bandmitglieder an akustische Instrumente und bauen einen intimen Lagerfeuerkreis im vorderen Teil der Bühne, aber es bleibt dabei, dass Tarja klingen, wie sie klingen: Präzise, Sauber, und gerade auch live stimmlich beeindruckend. Aber auch langweilig, das gleiche Geholze wie seit 15 Jahren, egal, ob es nun Nighwish oder Tarja heißt.

Von Jan Fischer

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