Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur „The Book of Henry“ – Humbug vom Feinsten
Nachrichten Kultur „The Book of Henry“ – Humbug vom Feinsten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:58 06.09.2017
Noch ist alles gut: Peter, Henry und Susan Carpenters (v. l. Jacob Tremblay, Jaeden Lieberher und Naomi Watts) sind eine harmonische Familie. Doch Henry bleibt nicht mehr viel Zeit. Quelle: Universal
Hannover

Gregg Hurwitz schreibt hauptsächlich die Thriller um US-Marshal Tim-Rackley und die Chance-Rain-Zombieromane für Jugendliche. Er ist überdies studierter Spezialist (Harvard, Oxford) für die ernsteren der Shakespeare-Schauspiele. Für das Drehbuch von Colin Trevorrows „The Book of Henry“ hat er zu seinen Metiers, dem Traurigem und dem Tödlichem, noch das Witzige gepackt. Das Resultat ist die leise Komödie um einen lieben, höchstbegabten Elfjährigen (herausragend: Jaeden Lieberher), der für Mama die Familienfinanzen regelt und tödlich erkrankt, was den Film im Handumdrehen in eine hypersentimentale Tragödie verwandelt.

Erst lebensuntüchtig, dann Nachbarschaftssniper

Seine Mutter (Naomi Watts) weist er aus dem Jenseits mithilfe des titelgebenden Buchs an, den Nachbarn und Polizeichef (Dean Norris) zu töten, weil der seine Tochter und Henrys beste Freundin Cristina (Maddie Ziegler) missbraucht. Thrillertime! Die bislang eher lebensuntüchtige Frau Mama bereitet sich auf den Job als Nachbarschaftssniper vor. Was fehlt da noch? Ein Ufo könnte im Garten landen und Henry aus dem Totenreich zurückbringen, während ein angreifender feindlicher Indianerstamm den hartlebigen Sheriff mit Pfeilen spickt (denn Mama zögert im entscheidenden Moment). Dann wärs aber Monty Python.

Bis der Fiesling auf andere Weise das Zeitliche segnet, hat man über den auch noch christlich verbrämten Humbug von Hurwitz und Trevorrow – der Ort des Geschehens heißt Calvary – schon Tränen gelacht. Hier ist er also: der berühmte falsche Film. Und man ist mittendrin.

Von Matthias Halbig / RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sven Regener ist als Autor der Herr-Lehmann-Romane und als Sänger der Band Element of Crime bekannt. Wir verlosen fünf Exemplare seines neuen Romans „Wiener Straße“. Damit geht er auch auf Lesereise nach Kiel, Leipzig, Berlin und Hamburg.

07.09.2017

Er galt als der wichtigste Wegbereiter der Neuen Leipziger Schule. Und als Wegbereiter einer Maler-Generation – unter anderem bildete er Neo Rauch aus. Nun ist der Künstler im Alter von 76 Jahren gestorben.

06.09.2017

Der Musiker Holger Czukay ist tot. Der Mitgründer der Band „Can“ starb 79-jährig in Köln. Das meldet der „Kölner Statdanzeiger“. Die genauen Umstände und der Zeitpunkt seines Todes seien noch unklar, so die Polizei.

06.09.2017