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Kultur „The Equalizer 2“ und mehr DVD-Tipps
Nachrichten Kultur „The Equalizer 2“ und mehr DVD-Tipps
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20:30 27.02.2019
Quelle: iStockphoto
Hannover

Wynonna Earp – erste Staffel. „30 Sekunden im O.K.Corral machten ihn zum Revolverhelden“, erzählt der auferstandene Doc Holliday über Wyatt Earp. Dabei habe er ursprünglich Farmer werden wollen. Ein Schicksal, das zum Fluch geworden ist, den auch die Nachfahren des berühmten Meisterschützen und Gesetzeshüters nicht loswurden.

Und so zieht Wynonna Earp, die Ururenkelin des legendären Revolvermannes, mit dessen berühmten Colt Buntline (der auf den Namen „Peacemaker“ hört), mit ihrer pfiffigen Schwester Waverly, dem legendären Doc und einer Sondereinsatzgruppe namens Black Badge Division gegen die Wiedergänger jener Gesetzlosen zu Felde, die einst von dem berühmten Vorfahr zur Strecke gebracht wurden.

Die dämonischen Typen im Städtchen Purgatory und dem Ghost-River-Dreieck wirken zwar, wenn sie mit rotglühenden Augen in Flammenkreisen versinken, wie ein Mix aus Faschingspartymummenschanz und Hollywood-Schminkkünsten (Stand „The Fog- Nebel des Grauens“ von 1980), der temperamentvolle Horrortrash unterhält aber dennoch ungemein – was sich nicht zuletzt den beiden Hauptdarstellerinnen Melanie Scrofano und Dominique Provost-Chalkley, dem Witz des Dialogs und dem Temperament der Inszenierung verdankt.

Ein schlichtes Vergnügen aus dem Fantastika-Haus Syfy, das auf den Comics von Beau Smith basiert, und das die lieben dürften, die auf „Buffy“ stehen und auf „Grimm“.

Wynonna Earp – erste Staffel Quelle: JustBridge

Bad Times at the El Royale. Drew Goddard hat schon „The Cabin in the Woods“ gemacht, den vielleicht besten Film über die einsame Hütte am Weltrand, in der junge, fröhliche Leute ihr blutiges Wunder erleben. Jetzt punktet er mit einer Packung tarantinoesker Pulp-Ergötzung. „Bad Times at the El Royale“ hat vom Titel bis zu den Farben alles, was ein köstlich überdrehter Film-Comic braucht: Regen, Supersonne, Sprüche, Schüsse, Blut und Tote. Damit man länger etwas von alldem hat, dauert der Film 139 Minuten.

Sechs Leute checken in ein Hotel ein. Nicht irgendein Hotel sondern ein „Zwei-Staaten-Etablissement“. Ein Teil der Zimmer liegt in Kalifornien, der andere in Nevada, mitten durch den Pool geht die Grenzlinie und „der alte Dean Martin“ hat, wie einer der Gäste vermerkt, ein Lied über den Laden geschrieben. Zehn Jahre zuvor hat hier ein Verbrecher seine Beute versteckt. Die „glory days“ des Etablissements sind länger her, die Zimmer kosten nur noch acht Dollar, allein die Jukebox funktioniert noch.

Die Ankömmlinge sind besondere Leute: ein Priester (Jeff Bridges), ein Handlungsreisender, eine (wirklich stimmstarke) Backgroundsängerin (Cynthia Erivo), ein Staubsaugerverkäufer (Jon Hamm), eine Hippie-Maid mit Schießeisen (Dakota Johnson), ihre Schwester (Cailee Spaney), ein charismatischer Sektenchef (Chris Hemsworth). Die Märchenzahl „sieben“ wird komplett durch Miles (Lewis Pullman), das reichlich seltsame männliche Mädchen für alles im „El Royale“.

Alle haben ein Geheimnis, das Haus ebenfalls. Eine der besten Einstellungen zeigt das Überwachungssystem mit einem gruseligen Flur voller venezianischer Spiegel. Das „El Royale“ ist ein böser Ort. Wie das „Hotel California“, das einst die Eagles besangen. Man checkt ein, aber kommt nie wieder raus. Das Gefühl hat man als Zuschauer zuweilen auch. Das Ende ist überraschend wie bei „Cabin“.

Bad Times at the El Royale Quelle: 20th Century Fox Home Entertainment

Gunpowder – Miniserie. Die Katholiken gelten der politischen Elite im anglikanischen England zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Feinde und Verräter, Gottesdienst und Gebete der Papisten können nur noch im Geheimen stattfinden. Die dreiteilige Miniserie „Gunpowder“ erzählt von einer Verschwörung katholischer Widerständler (oder, je nach Sichtweise, Terroristen) zu Zeiten des Königs James I., um 1605 das Parlament in London und alle Mitglieder des House of Lords bei der jährlichen Eröffnungszeremonie in die Luft zu sprengen.

Was im Geschichtsunterricht hierzulande allenfalls eine Fußnote ist, wird in dem von BBC One produzierten und unter anderem von „Game of Thrones“-Hauptdarsteller Kit Harington entwickelten Historienstück zu einem fesselnden Dreistundendrama. Der König (Derek Riddell) erscheint dabei als verspielter, politisch eher mäßig interessierter Herrscher, der radikal antikatholische Minister und Berater gewähren lässt, die wiederum den katholischen Untertanen Tod und Tortur angedeihen lassen.

Der Anschlag erscheint bei Harington entsprechend weniger als Verbrechen denn als eine gerechte Sache gegen Intoleranz und Unterdrückung, die dann aus politischen Gründen gerade vom katholischen Spanien, auf das die Verschwörer ihre ganze Hoffnung setzen, hintertrieben und verraten wird. Einige der Bilder, allen voran die Folterhinrichtung einer älteren Adligen, sind eine Herausforderung auch für Zuschauer mit robusten Nerven und Mägen, illustrieren aber den Grad an Grausamkeit, dem Katholiken damals im Königreich ausgesetzt waren (was sich nach dem „Gunpowder“-Attentat eher noch verschlimmerte).

Harington spielt selbst die Hauptrolle des Anführers Robert Catesby (der Schauspieler ist tatsächlich ein Nachfahr des Attentäters), den die Augenzeugenschaft jenes Foltertods endgültig radikalisiert. Catesbys Gesicht erinnert dabei viel stärker als das des mitverschworenen Luntenanzüders Guy Fawkes an die berühmte Fawkes-Maske, die heute generell als Larve des Widerstands gegen ungerechte Zustände gilt.

Gunpowder – Miniserie Quelle: JustBridge

The Equalizer 2. Bislang gilt: Ein Film mit Denzel Washington ist niemals verschwendete Zeit. Nachdem der 64-Jährige jüngst in dem Drama „Fences“ in seiner ersten Altersrolle glänzte, schlüpft er nun zum zweiten Mal in die Rolle des freundlichen Vigilanten Robert McCall, eines ehemaligen Agenten, der immer wieder auf eigene Faust Unrecht tilgt, ob er nun ein entführtes Mädchen aus der Türkei zurückholt oder einer jungen, von einer Gruppe Söhne reicher Väter missbrauchten Frau die Ehre rettet.

McCall hat immer ein paar sonnige Worte für die islamische Gärtnerin aus seinem Block, ist bester Freund des greisen Holocaust-Opfers Sam und redet einem schwarzen Jungen aus der Nachbarschaft gut zu, sein Kunststudium zu beenden und ein bisschen Disziplin in sein Leben zu bringen. Man mag diesen unmaskierten Batman und weiß, dass er, als ein Verbrechen in Brüssel in der Folge Susan, eine seiner engsten Freundinnen, das Leben kostet, nicht locker lassen wird, und dass die Wiederherstellung der Balance die Verantwortlichen diesmal etwas mehr kosten wird als einen gebrochenen Arm oder einen länger anhaltend steifen Nacken.

McCall, ursprünglich ein TV-Held der Mittachtzigerjahre, ist eine der stärksten Figuren des gegenwärtigen Actionkinos, der zweite Kinoauftritt steht dem ersten von 2014 nur wenig nach, wenngleich das Drama ein bisschen überwirbelt, vor allem, als auch noch ein Hurrikan auf Massachusetts zutobt.

Fuqua, der seinen Star mit „Training Day“ (2001) zum Oscar führte, inszeniert mit Liebe zu seinen Figuren. Pedro Pascal, bekannt als Oberyn Martell aus der Serie „Game of Thrones“, empfiehlt sich in der Rolle von Roberts Ex-Kollegen Dave als Mann für größere Aufgaben. Weiterhin gilt: Mit Denzel Washington nur Sehenswertes.

The Equalizer 2 Quelle: Sony Pictures Home Entertainment

Predator – Upgrade. Im Dschungel von Irgendwo, Mexiko, ist ein Team amerikanischer Soldaten gerade mit der Liquidierung von Irgendwem beschäftigt, als ein Raumschiff notlandet, dessen Astronaut die Gruppe dezimiert – bis auf den Army-Rangers-Scharfschützen Quinn McKenna, der an den offiziellen Untersuchern vorbei ein paar Stücke Alientechnologie an seine Privatadresse schickt, Zeug, mit dem man sich unsichtbar machen kann.

Während sich Wissenschaftler der Untersuchung des Wracks und des einstweilen bewusstlosen Raumfahrers annehmen, gerät der autistische, superbegabte zehnjährige Sohn McQuinns ins Visier der aggressiven, fremden Macht. McQuinn verbündet sich mit einer Gruppe therapiebedürftiger Veteranen, um seine Familie und die Menschheit zu retten, als ein weiterer Predator naht, der an McQuinns Beute und die DNA des kleinen Rory will.

Mit der erneuten Rückkehr der Dreadlock-Biester aus dem All, die 1987 Arnold Schwarzenegger das Leben schwer machten, liefert Regisseur Shane Black ein solides Fest für Fans des großen Sci-Fi-Ratatazong. Die Story ist krude und schlicht, mit dem kleinen Jacob Tremblay („Raum“) und einigen Seriendarstellern wie Olivia Munn („The Newsroom“), Boyd Holbrook („Narcos“), Alfie Allen (Theon Graufreud aus „Game of Thrones“), Thomas Jane („The Punisher“) und Yvonne Strahovski („The Handmaid’s Tale“) geht es gegen die fremdweltigen Räuber.

Die sind unter weitgehendem Verzicht auf Computeranimation entstanden, meist handelt es sich um Schauspieler in Maske und Verkleidung – was Regisseur Shane Black („Iron Man 3“) nicht eigens hätte erwähnen müssen. Der einigermaßen unterhaltsame, lärmige Uptempo-Rücksturz in die Tricktechnik der Achtzigerjahre spielt in den USA zu Halloween. Und wer hat in dieser Saison wohl das eindrucksvollste Kostüm?

Predator – Upgrade Quelle: 20th Century Fox

The Cloverfield Paradox. Eine Auskunft über die nahe Zukunftswelt des Films „The Cloverfield Paradox“ lautet wie folgt: „Deutschland bereitet sich auf einen Krieg vor, und mit jedem Tag, der vergeht, verhungern mehr und mehr Russen“. So sagt es ein Astronaut an Bord der Raumstation Cloverfield, das den Sheperd-Teilchenbeschleuniger testet, um die Energieprobleme der sterbenden Erde zu lösen.

Das Experiment gilt als gefährlich, im zweiten Jahr ihrer Mission geht ein Versuch schief, wird die Crew und ihr Schiff in ein Paralleluniversum geschleudert, in dem dann auf höchst dramatische Weise eine unbekannte Person an Bord erscheint, in dem sich seltsame Phänomene ereignen, in dem es auch eine alternative Erde gibt. Die Frage, die sich der Crew stellt, ist: Bleiben oder unbedingt den Weg zurück nach Hause suchen?

Mit Daniel Brühl, Gugu Mbatha-Raw und David Oyelewo hat Produzent J. J. Abrams den dritten Film seiner Riss-in-der-Welt-Serie „Cloverfield“ realisiert. Wurde dem klaustrophobischen Kidnappingthriller „21 Cloverfield Lane“ die Connection zum pseudodokumentarischen Monsterfilm „Cloverfield“ nachgerade mit einem fünfminütigen Sci-Fi-Ende aufgedrückt, so wurde „Paradox“ geradezu daraufhin gedreht, die Verbindung herzustellen. Dafür werden diverse „Erde 2“-Filme belehnt, darüber hinaus Ridley Scotts „Alien“ und andere Klassiker des Genres.

Regisseur Julius Onah hat eine allenfalls passable Arbeit (mit einigen guten Thrill-Momenten) abgeliefert, weil schon nach 30 Minuten mit einem Schnitt zur Erde viel von der Spannung eingebüßt wird, bis dann alles auf das Finale zuläuft, das „Cloverfield“-Fans eigentlich schon kennen. Der Film wird trotzdem Geschichte schreiben: „Paradox“ (ursprünglich „God Particle“) wurde mehrfach verschoben, bis Paramount ihn schließlich völlig überraschend an Netflix verhökerte und damit eine Entwicklung einleitete, der inzwischen auch weit bessere Filme folgten.

Inzwischen stellt der mit Serien zum Marktführer gewordene Streamingdienst die ewigen Kinoregeln mit eigenen Meisterwerken wie Alfonso Cuarons „Roma“ auf den Kopf. Immerhin: Der Vermerk auf den kriegstreiberischen Kanzler Gerlach als Regierungschef einer deutschen Rechtsregierung ist ein Hinweis, besser den Anfängen zu wehren.

The Cloverfield Paradox Quelle: Paramount/Netflix

Designated Survivor – Staffel 2. Wir sind wieder bei dem schluffig-unbedeutenden Nebenminister, der durch einen Terroranschlag das einzige überlebende amerikanische Regierungsmitglied wurde und sich in der unverhofft ihm zuteil gewordenen Präsidentschaft über sich selbst hinauswuchs.

In der zweiten Staffel gibt es neue Aufgaben. Da bricht mal eine Seuche aus, der Pharmakonzern mit dem Heilmittel denkt nur an die Gewinnspanne, der türkische Präsident muss Federn lassen und die Mutter seiner Ehefrau gerät in den Verdacht der Korruption, was die Präsidentschaft enorm belasten würde. Und so weiter.

Genau dieser gesplittete „lauter Problemchen“-Inhalt ist das Problem der Serie geworden, deren erste Staffel mit ihrer großen Verschwörungsgeschichte für den Betrachter spannend genug war, bei der Stange zu bleiben. Der „jede Woche was anderes“-Modus des zweiten Durchgangs ließ die Quote in den USA kollabieren. Zu oft lässt Kiefer Sutherland in seiner Figur Tom Kirkman den idealen Gegenpräsidenten sowohl zu dem völlig erratischen Politdilletanten Trump als auch zu den des Eigennutzes verdächtigten Weltenlenkern früherer Tage aufscheinen.

So einen wie ihn bräuchten die USA, die UN, die NATO und Europa, gewiss. Aber wenn ihn wieder einmal jemand einen „ehrlichen“ oder „ehrenwerten Mann“ nennt, und die Musik dazu ihre Fettspritzer absondert, bekommt der Zuschauer Kitschflecken auf der Retina. Unter den neuen Verantwortlichen von Netflix, die der von ABC abgesetzten Serie eine dritte Staffel gewährt haben, soll nun alles anders werden, mit dem Wahlkampf eine neue große, wieder recht schmutzige Story erzählt werden. Kann der „Survivor“ damit überleben?

Designated Survivor – Staffel 2 Quelle: 20th Century Fox Home Entertainment

Slender Man. Glaube besser an den Schwarzen Mann, zieh abends die Bettdecke über den Kopf und rühr dich nicht. Aber versuche nie, nie, nie, seine Existenz zu widerlegen. Denn es gibt ihn - und Ungläubige zu bekehren (was so ziemlich das Letzte ist, was die Bekehrten erleben), ist sein liebstes Hobby. Das versucht Hollywood uns seit Ewigkeiten und nun auch in Sylvain Whites „Slender Man“ klarzumachen.

Eine Gruppe weiblicher Teenager, die sich die Langeweile in der öden kleinen Stadt mit dem Anschauen von Pornos vertreibt, beschwört in dem Horrorfilm des bislang vor allem von TV-Produktionen bekannten Regisseurs das dämonische, gesichtslose Wesen mit den überlängten Gliedmaßen herauf. Drei Glockenschläge und der Internetdämon tritt zu einem digital-psychedelischen Bildgewitter in unsere Welt, wo er erst die Träume, dann das Leben des Quartetts in Angriff nimmt.

Der Schlendrian aus der Schattenwelt krallt sich zunächst die rothaarige Katie um dann den verbleibenden drei nachzusetzen. White hat dabei allerdings nicht mehr vor, als unsere Augen in Aufruhr zu versetzen, es sind allein Bilder, um die es ihm geht, nicht um eine logische Spukgeschichte, die den Verstand des Zuschauers einbezieht.

Stellenweise lässt sich der Film erahnen, der „Slender Man“ gern geworden wäre, und Joey King, bekannt aus „The Conjuring“, versucht, menschliche Reaktion auf übernatürliches Gewese möglichst glaubwürdig rüberzubringen. Vor dem Bildschirm, wo man naturgemäß viel gefasster auf solche Wesen reagiert, die die Bildschirmgrenze nicht überschreiten können, will indes nur selten Gänsehaut aufziehen. Slender Man sieht von nahem aus wie ein Typ mit blickdichter weißer Strumpfhose überm Gesicht. Diese Geschichte wurde schon oft erzählt, nur halt noch nicht von jedem.

Slender Man Quelle: Sony Pictures Home Entertainment

Kindeswohl. Arbeit ist alles, Privatleben muss zurückstehen. Emma Thompson spielt eine aufrechte englische Familienrichterin, deren Arbeitsethik sie in eine Ehekrise geführt hat. Oft ist Fiona Maye zuständig für Prozesse, in denen es um Kinder geht. Und unbeirrt folgt sie dabei den Vorgaben des britischen „Children Act“, der immer – so der Titel des Films des vornehmlich als Theaterregisseur arbeitenden Richard Eyre („Iris“) – das Kindeswohl als vorrangig ansieht. Damit macht sie sich nicht immer Freunde.

So urteilt sie – gegen die auf Gottes Entscheidung setzenden Eltern – dass ein siamesisches Zwillingspaar operativ getrennt wird, was den Tod eines der Kinder bedeuten würde, während der Verzicht auf den Eingriff unweigerlich den Tod beider Kinder nach sich ziehen würde. Und sie verfügt in der Haupthandlung des Films eine Bluttransfusion - gegen den Willen und die religiöse Überzeugung der Eltern eines 17-jährigen Zeugen Jehova, die dem an Leukämie erkrankten Jungen aber das Leben rettet.

Der ungewöhnliche Besuch der Richterin am Krankenbett, die einfühlsame Haltung der sonst eher spröden Amtsperson, ihr Urteil zugunsten seines Weiterlebens, lässt den romantischen Teenager zwar nicht von seinem Glauben abkommen, die ihm von Gott zugedachte Seele befinde sich in seinem Blut, wohl aber erkennt er in Fiona, den ersten Erwachsenen, der sich wirklich für ihn interessiert und verliebt sich. Diese Romanze ist nun aber für Fiona trotz ihrer Eheprobleme indiskutabel, und in diesem außergerichtlichen Fall entscheidet sie gegen das Kindeswohl, was dramatische Folgen nach sich zieht.

Eine leise, mit viel Stilgefühl und Sorgfalt inszenierte, detailschöne Verfilmung des Romans von Ian McEwan („Abbitte“), die von ihren überragenden Hauptdarstellern Thompson und den jungen Fionn Whitehead zu einem sinnlichen und zutiefst berührenden Melodram der Extraklasse gemacht wird.

Kindeswohl Quelle: Concorde

How to Party with Mom. „Lachalarm mit Comedy-Queen Melissa McCarthy“ steht auf dem Cover der BluRay zu lesen. Und das fragt man sich während der 105 Minuten – wann der versprochene Alarm denn nun endlich mal ausgelöst wird. Der Auftakt ist sogar geradezu tragisch.

Nachdem ihr Ehemann sich erstmal ausgiebig über die hohen Studiengebühren ausgelassen hat, kündigt er Deanna noch während des Winke-Winke für die am College abgelieferte Tochter die Scheidung an. Und Deanna, die ewige Hausfrau mit dem goldenen Herzen, beschließt, zu früh aufgegebene Dinge nachzuholen. Sie schreibt sich ebenfalls an der Uni ein und landet – wie das Hollywood-Leben so spielt – an der Seite ihrer Tochter. Beide teilen sich Vorlesungssaal und Partyzone.

Der übliche Generationenkonflikt spielt sich auf einer ungewohnten Ebene ab, wobei Regisseur Ben Falcone zum Thema nichts sonderlich Originelles einfällt. Immerhin kommt der herzensgute Moppel Deanna, dessen Liebesleben lange Zeit brach lag, zu Sex mit einem knackigen, völlig von ihr verzauberten Studi, der sie als „mein sexueller Dumbledore“ bezeichnet (bester Gag des Films). Immerhin hält sich in diesem McCarthy-Komödie die Vulgarität mal in Grenzen.

How to Party with Mom Quelle: Warner Brothers

Von Matthias Halbig

Eine Doku gibt Einblick in ein Schweizer Eliteinternat. Leider konzentriert sich Radek Wegrzyn in „Die Schule auf dem Zauberberg“ (Kinostart am 28. Oktober) zu sehr auf einen einzelnen Schüler.

26.02.2019

Sara Danius werde für ihre Impulse zu neuen Denkweisen in Erinnerung bleiben: Die Vorsitzende des Vergabekomitees des Literaturnobelpreises verlässt endgültig die Schwedische Akademie.

26.02.2019

Vor 25 Jahren endete in München ein Kapitel Musikgeschichte. Am 1. März 1994 gaben Nirvana ihr allerletztes Konzert, rund einen Monat später war Frontmann Kurt Cobain tot. Erinnerungen an einen denkwürdigen Abend.

26.02.2019