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The Gaslight Anthem spielen im ausverkauften Capitol

Alte Helden The Gaslight Anthem spielen im ausverkauften Capitol

Ganz schön heiß: The Gaslight Anthem begeistert 1600 Zuhörer im ausverkauften Capitol. Die US-amerikanische Band war aber nicht zum ersten Mal in Hannover: Am Anfang ihrer Karriere spielten sie vor einer Handvoll Leute auf einer Privatparty in Linden.

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„Blue Jeans & White T-Shirts“: Brian Fallon.

Quelle: Daniel Reinhardt

Hannover. Schön, wieder hier zu sein“, ruft Brian Fallon. Hannover kennt er schließlich noch aus Zeiten, als ihn kaum einer kannte. Auf einer Privatparty im Béi Chéz Heinz hat er damals mit seiner Band The Gaslight Anthem gespielt, vor einer Handvoll Leute. Dann erschien „The ’59 Sound“. Ein sehnsüchtiges, mitreißendes Album wie aus einer Zeit, als Rock ’n’ Roll noch rebellisch war. Mit Jukebox-Romeos und anderen US-Vorstadthelden, die sepiafarbenen Fotografien entsprungen zu sein schienen. Nicht nur für das Magazin „Rolling Stone“ war das eines der besten Alben des Jahres 2008. Deshalb sind heute auch ein paar mehr Gäste gekommen: 1600 drängen sich im ausverkauften Capitol.

Sie sehen Brian Fallon in seiner typischen Bühnenarbeiterkleidung – Bluejeans und weißem T-Shirt. Ähnlich nüchtern ist auch sein Auftritt: ohne große Gesten. Grundsympathisch. Ehrlich. Schon zum Opener „High Lonesome“ wird ausgelassen getanzt, spätestens bei der kurzatmigen Punk-Nummer „We Came to Dance“ kleben die Klamotten am Körper.

Ganz schön heiß: Die Indie-Rocker von The Gaslight Anthem begeisterten am Mittwochabend im ausverkauften Capitol in Hannover 1600 Zuhörer.

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Es ist ein Ausflug in die Jugend, in dreiminütigen Etappen: Fallon singt von der ersten Schulhofliebe, von dem, was unwiederbringlich vergangen ist. Und von dem, was bleibt. Narben. Erinnerungen. Und Tattoos. Mal singt er hungrig wie ein junger Bruce Spring-steen, mal mit Rod-Stewart-Reibeisenschmelz.

Vor dem Auftritt war Clarence Clemons’ episches Solo aus „Jungleland“ erklungen, ein Tribut an den vergangene Woche verstorbenen Saxofonisten von Bruce Springsteens E-Street-Band. Auch anderen wird gehuldigt: „Old ­White Lincoln“ unterbricht Fallon etwa für „Manish Boy“ von Blues-Legende Muddy Waters, später kommt das ­„House of the Rising Sun“ zu neuen Ehren. Und auch mit Classic Rock kokettiert die Band aus New Jersey – wenn auch nur kurz. Nach dem Intro von Asias „Heat of the Moment“ winkt Fallon seinem Lead­gitarristen Alex Rosamilia lachend ab. Das Publikum lässt es gnädig über sich ergehen, wie auch einen mäßigen Chuck-Norris-Witz. Anschließend geht’s weiter mit der Punk-Rock-Royal-Revue aus drei Alben.

Stolze sieben Songs Zugabe packt The Gaslight Anthem nach einer Stunde noch einmal obendrauf. Darunter das ebenso schwelgerische wie programmatische „Blue Jeans & White T-Shirts“. Von alten Jukebox-Helden, deren Hits mit 33 Umdrehungen pro Minute auf dem Plattenteller rotieren, singt Fallon – und Hunderte singen mit, ehe sie mit „Great Expectations“ nach Hause geleitet werden. Große Erwartungen, auch dieser Titel dürfte für die Band Programm sein. An diesem Abend hat sie 25 Songs gespielt. Nicht nur das ist mehr, als man erwarten darf.

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