Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur "The Whisper Opera" – zart und leise wie ein Traum
Nachrichten Kultur "The Whisper Opera" – zart und leise wie ein Traum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 19.05.2016
Von Stefan Arndt
Leiser Paukenschlag: Die Bühne von "The Whisper Opera" Quelle: Stefan Arndt
Anzeige
Hannover

Was hört man, wenn man ein Becken mit den Fingern dreht? Eigentlich nichts. Es ist also eine ideale Ouvertüre für "The Whisper Opera", die Flüsteroper von dem Komponisten David Lang und dem Autor und Regisseur Jim Findlay, die nun viermal in der Orangerie Herrenhausen zu hören war. Zu hören ist nämlich auch beim Becken etwas. Man muss sich nur etwas bemühen, um ein leises, schepperndes Eiern wahrzunehmen. Ein ordinäres Geräusch eigentlich, doch hier, in der Welt der Stille, doch schon ein kleines Ereignis.

Die Zuhörer sitzen in der Orangerie, die von weißen Vorhänge in einzelne Abteilungen getrennt ist, auf Ohrenhöhe mit dem auf Stützen errichteten Bühnenboden. Dem Hören, das merkt man so schon vor dem ersten Geräusch, wird hier besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Bald fangen die vier Musiker an, Glockenspiel, Flöte, Klarinette und Cello leiseste Töne zu entlocken, und dann summt auch eine Sängerin weit draußen vor den Vorhängen eine Melodie. Die sanften Klänge werden nach unten zu den Zuhörern gereicht wie edle Getränke bei einer Weinprobe: Jeder Schluck ein neues Erlebnis. Besaufen kann man sich zu Hause.

Dann hört die Sängerin auf zu summen und beginnt, von der Liebe zu flüstern. Dazu sucht sie nach und nach den Augenkontakt zu jedem einzelnen Besucher im Publikum. Dass manche die Augen geschlossen halten, ist alles andere als ein schlechtes Zeichen: "The Whisper Opera" klingt zart und leise wie ein schöner Traum.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es war ein Konzert der Superlative: Ingo Metzmacher, neuer Intendant der Kunstfestspiele Herrenhausen, hat im nahezu ausverkauften Kuppelsaal Arnold Schönbergs gewaltige "Gurre-Lieder" dirigiert. Mit von der Partie waren rund 500 Mitwirkende aus neun Chören und zwei Orchestern der Stadt.

Stefan Arndt 18.05.2016

Unter dem neuen Intendanten Ingo Metzmacher sind die Kunstfestspiele Herrenhausen seit Donnerstag in Gang. Der Höhepunkt ist heute mit den "Gurre-Liedern" Arnold Schönbergs angesetzt. Was man noch zu den Kunstfestspielen wissen muss, gibt es hier:

15.05.2016

Seit acht Jahren war kein deutscher Film beim Filmfestival in Cannes vertreten. Maren Ades grandiose Tragikomödie "Toni Erdmann" setzt der langen Durststrecke nun ein Ende. Wild, komisch, klug und preiswürdig.

Stefan Stosch 19.05.2016
Anzeige