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Kultur Ein Gespür für zukünftsträchtige Klänge
Nachrichten Kultur Ein Gespür für zukünftsträchtige Klänge
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00:16 12.08.2016
Von Stefan Arndt
Thomas Albert hat ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt: Konzertante Aufführungen von Opern sind ein Schwerpunkt des diesjährigen Festivals. Quelle: Samantha Franson
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Bremen

Vielleicht liegt es an der Stimme. Thomas Albert redet im diskreten Norddeutsch des hanseatischen Kaufmanns. Mit seinem sonoren Bass rollt er das R nur so weit, dass es nicht ordinär klingt, und der Fluss der Sprache ist ruhig, aber niemals langsam und verstockt. Dazu die kompakte Statur, der dunkle Anzug, der offene Blick: Diesem Mann kann man vertrauen. Das ist wohl ein Grund, warum Albert das Musikfest Bremen, das er 1989 erfunden hat und das heute eines der wichtigsten und schönsten Musikfestivals im Nordwesten ist, auch noch bei der 27. Ausgabe leitet. Kein Intendant einer künstlerischen Einrichtung ist so lange im Amt wie er.

Natürlich wäre das nicht der Fall, wenn dort nicht alles gut organisiert wäre. Doch selbst im notorisch klammen Bremen hat der ruhige Kommunikator Albert mit vielen langjährigen Sponsoren und Förderern für eine solide finanzielle Basis gesorgt. Dass das Musikfest sich in einer langsamen, aber kontinuierlichen Aufwärtsbewegung inzwischen in der Spitzengruppe der reichen Festivallandschaft festgesetzt hat, hat aber andere Gründe. Albert ist eben nicht nur der verlässliche Kaufmann. Er ist auch ein entdeckungsfreudiger Musiker, der sich als Geiger sehr früh in das Abenteuer Alte Musik gestürzt hat und sich als Intendant bis heute ein beneidenswertes Gespür für zukunftsträchtige Klänge bewahrt hat.

So kommt es, dass beim Musikfest immer wieder Künstler und Produktionen zu erleben sind, die man anderswo nicht hören kann. In diesem Jahr präsentiert sich etwa der Tenor Rolando Villazón in der Rolle, die ihm laut Albert derzeit besser als jede andere passt: als Monteverdi-Spezialist. Am 3. September steht er mit der Mezzosopranistin Magdalena Kožená in „L’Orfeo“ auf der Bühne, Christiana Pluhar leitet dazu ihr hörenswertes Ensemble L’Arpeggiata.

Am 21. August dirigiert Fabio Biondini in Oldenburg (das Musikfest ist längst auch in vielen niedersächsischen Orten heimisch) Bellinis Oper „Romeo und Julia“. Vielversprechend sind auch Rossinis Oper „Tancredi“ mit der Sopranistin Olga Peretyatko und dem Dirigenten Ottavio Dantone (28. August) sowie die Gastspiele des griechischen Musikextremisten Teodor Currentzis und seinem Orchester Musica Aeterna unter anderem mit Purcells Oper „The Indian Queen“ zum Festivalabschluss am 10. September.

Konzertante Aufführungen von Opern sind also erkennbar ein Schwerpunkt des diesjährigen Musikfestes. Eröffnet wird es mit der traditionellen „Großen Nachtmusik“, bei der am 20. August mit insgesamt 27 Konzerten auf drei Zeitschienen die ganze Bremer Innenstadt zum Konzertpodium wird. Klassikfreunde kommen außerdem bei Auftritten des russischen Pianisten Daniil Trifonov (26. August), des Baritons Thomas Hampson (31. August) oder des Collegiums Vocale Gent unter Leitung von Philippe Herreweghe (9. September in Verden) auf ihre Kosten. Für Jazz-Fans dürfte beispielsweise der Auftritt der Band Snarky Puppy mit dem Trompeter Christian Scott und dem Metropole Orkest (2. September) die Reise lohnen.

Karten und vollständiges Programm unter Telefon (04 21) 33 66 99.

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