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Tom Hanks ist Hauptdarsteller und Regisseur bei „Larry Crowne“

Komödie Tom Hanks ist Hauptdarsteller und Regisseur bei „Larry Crowne“

Alles für „Larry Crowne“: Tom Hanks ist Hauptdarsteller, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Die Idee für den Film hat er lange mit sich herumgetragen. Die Komödie startet am 30. Juni in den deutschen Kinos.

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Ganz groß in Hollywood: Tom Hanks im aktuellen Film „Larry Crowne“ mit Julia Roberts.

Quelle: Kinowelt

Bei der Deutschland-Premiere seines Films nahm Tom Hanks auf einem Motorroller Platz. Ein Mittfünfziger mit Schlips und teurem Anzug hockte auf einem Scooter und grinste in die Kameras. Das sah ein bisschen dämlich aus am Potsdamer Platz, sogar bei einem wie Hanks, der einst als Einfaltspinsel „Forrest Gump“ einen seiner größten Triumphe gefeiert hat.

Die Sache mit dem rollenden Requisit musste aber sein. Schließlich spielt er in seinem neuen Film „Larry Crowne“ einen gefeuerten Supermarktleiter, der am Ende auf einem Roller ins private Glück mit Julia Roberts düst – im Film trägt er zumeist eine knappe Lederjacke, die ihm nach ausführlicher Typberatung anempfohlen wurde.

Was tut man nicht alles für einen PR-Termin und für einen Film, der einem am Herzen liegt. Die Idee für „Larry Crowne“ hat Hanks lange mit sich herumgetragen. Er ist Hauptdarsteller, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in einer Person. Dies ist eine persönliche Angelegenheit – und erst seine zweite Regiearbeit nach dem Musikfilm „That Thing you do“ (1996).

Entsprechend hat er sich ins Zeug gelegt. Energiegeladen und mit Selbstironie gewappnet spazierte er im Hotel Adlon zum Gespräch. Seine Performance war viel lebhafter als die im Film, wo er den unbeholfenen Sympathieträger von nebenan spielt.

Darauf ist Hanks spezialisiert, und keiner verkörpert dabei das gute oder zumindest das bessere Amerika so überzeugend wie er (von Ausnahmen wie der Killerrolle in „Road to Perdition“ abgesehen). Hanks ist nie zynisch, sondern bleibt stets unbezwingbar optimistisch. Zwei Oscars gab’s in zwei Jahren hintereinander für Auftritte als aidskranker Anwalt in „Philadelphia“ und als Dauerläufer in „Forrest Gump“ – so einen Doppelschlag hat außer ihm nur Spencer Tracy hinbekommen (und das war Ende der dreißiger Jahre).

So hat es Hanks zum Blockbuster-­Garanten gebracht: „Apollo 13“ (1995), „Der Soldat James Ryan“ (1998), „Cast Away – Verschollen“ (2000), „Terminal“ (2004) und die beiden Dan-Brown-Thriller („Da Vinci Code – Sakrileg“ und „Illuminati“) bilden nur einen Auszug aus seiner reichen Filmografie. Dazu kommt seine Aktivität als Produzent so unterschiedlicher Werke wie „My Big Fat Greek Wedding“ (2002) oder „Evan Allmächtig“ (2007).

Am 30. Juni startet die Komödie „Larry Crowne“ mit Julia Roberts und Tom Hanks in den deutschen Kinos.

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Doch seit die Folgen der Wirtschaftskrise Hollywood beuteln, ist es auch für Hanks schwieriger geworden: „Es stimmt nicht, dass ich jeden Film machen kann, den ich will“, sagt er. „Da tauchen ganz schnell Grenzen auf.“
„Larry Crowne“ ist eine sommerlich-leichte Angelegenheit, keinesfalls ein bitterer Kommentar zur Wirtschaftskrise, die nur als Folie genutzt wird. Supermarktchef Larry Crowne, achtmaliger „Mitarbeiter des Monats“, wird gefeuert. Ihm fehle der Universitätsabschluss und damit die Aufstiegschance im Konzern.

Seinen spritschluckenden Gelände­wagen muss Larry gegen den Roller tauschen, sein kreditbelastetes Haus der Bank zurückgeben. Doch ficht ihn das alles nicht an: Gut gelaunt drückt Larry noch einmal die Collegebank. Er lernt junge Leute kennen und kurvt mit ihnen in einer Roller-Gang herum. So schön lässt sich Arbeitslosigkeit gestalten, wenn man nur daran glaubt, dass in jedem Scheitern eine Chance liegt.

Bald kommt Larry seiner Collegelehrerin im Fach Rhetorik näher, einer leicht verbitterten Schönheit mit dem Hang zu hochprozentigen Cocktails, wenn der Gatte sich wieder mal der Internet­pornografie widmet. Die Professorin namens Mercedes Tainot wird gespielt von Julia Roberts, die ihre größten Erfolge als Edelprostituierte in „Pretty Woman“ oder als Umweltkämpferin in „Erin Brockovich“ feierte. Das ist schon ziemlich lange her. Hanks und Roberts lernten sich 2007 bei der Politsatire „Der Krieg des Charlie Wilson“ kennen.

„Larry Crowne“ wird als „roman­tische Komödie“ annonciert, nicht als Mutmach-Kino für ausrangierte Fachkräfte. Und da liegt die eigentliche Herausforderung. Ist ein Darsteller, der in wenigen Tagen seinen 55. Geburtstag feiert, noch die richtige Besetzung für eine Roller-Romanze, Mr. Hanks?

Lässig kippelt Hanks auf seinem Stuhl im Adlon: „Romantische Komödien sind heute meistens Filme über Highschool-Kids, die sich ums schönste Mädchen balgen. Aber ich sag’ Ihnen mal was: Solange das Publikum bereit ist, 7 oder 8 Euro für das Ticket hinzulegen, kann man solche Filme machen.“ Vielleicht sinke die Zahlungsbereitschaft der ­Kinokundschaft ja, wenn er mal 60 sei. „Aber bis dahin dauert es noch ein paar Jahre“, sagt Hanks und feixt.
Es gibt nicht mehr so viele mittelalte Hollywoodstars, die an ihren Sexappeal glauben. Lediglich George Clooney scheint ein Abo auf das Etikett „sexiest man alive“ zu haben (und auch der gut gereifte Sean Connery). Hanks selbst dagegen ist als Romantiker vorrangig in „Schlaflos in Seattle“ (1993) und „e-m@il für Dich“ (1998) aufgefallen, beide Male an der Seite von Meg Ryan.

Allerdings: Für jüngere Zuschauer hält der Regisseur Hanks in „Larry Crowne“ ein attraktives Nachwuchstalent vor – das musste aus marketingtechnischen Gründen wohl so sein. Studentin Talia (Gugu Mbatha-Raw) ist die Motorroller-Braut, die auch Larrys Leder­jacken-Typberatung übernimmt. Doch ganz gegen Hollywood-Gewohnheiten läuft nichts zwischen den beiden.

„Manche haben kaum ertragen, dass Larry und Talia sich nicht näherkommen“, sagt Hanks. „Aber nur, weil die beiden sich gut verstehen, will eine 22-Jährige doch nicht mit einem 55-Jährigen ins Bett.“

Ob der Film als romantische Komödie beim Publikum ankommt, ist ein interessanter Test für den aktuellen Marktwert von Hanks. Demnächst wird er für den Science-Fiction-Film „Der Wolkenatlas“ unter der Regie von Tom Tykwer nach Berlin zurückkehren – ein 100-Millionen-Dollar-Projekt, das es so im deutschen Kino noch nicht gegeben hat. Darin dürfte auch für Hanks eine echte ­Herausforderung liegen, kaum zu vergleichen mit der dahinplätschernden Story im eigenen Film.

In „Larry Crowne“ wandelt sich der Held alsbald zum humorbegabten Rhetorikgenie. Solche Typen sollen bei Frauen ja auch gut ankommen. Egal wie alt sie sind.

Kinostart ist am 30. Juni.

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