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Kultur “Tomb Raider“ und mehr DVD-Tipps
Nachrichten Kultur “Tomb Raider“ und mehr DVD-Tipps
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17:35 05.08.2018
Quelle: iStockphoto
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Hannover


Call My Agent, Staffel 2: Wer in einer Agentur für Stars arbeitet, braucht Nerven wie Drahtseile.Wer sie leitet braucht die doppelte Seilstärke. Erschwerend zu den charakterlich komplizierten Stars aus Film und Fernsehen und den wie Stars sich gerierenden Kollegen kommt für den kommissarischen Leiter Matthias (Thibault de Montalambert) ein neuer Investor.

Dem Geschäftsmann Hicham Janowski (Assaad Bouab) gehören fortan 60 Prozent des Unternehmens, er will sich zwar nicht einmischen, tut’s aber dennoch massiv und würde den Laden mitleidlos an die Konkurrenz verscherbeln, wenn es seinen Leuten nicht gelänge den großen Filmstar Fabrice Luchini an sich zu binden. Der ziert sich.

Mit der hinreißend französischen Leichtigkeit wird hier eine höchst vergnügliche Serie übers eigene Business gemacht und die weltberühmten Schauspieler Juliette Binoche, Virginie Efira, Isabelle Adjani, Christopher Lambert und Guy Marchand spielen sich selbst mit links, zudem mit dem ganzen Mut, den Selbstironie braucht.

Call My Agent, Staffel 2 Quelle: EdelMotion

Broadchurch, Staffel 3: Das Ende der Party ihrer besten Freundin wird zum Albtraum für die 50jährige Trish (Julie Hesmondhaigh):Sie wird überfallen, bewusstlos geschlagen, gefesselt, geknebelt und vergewaltigt. War es der verstoßene Ehemann, ein äußerst seltsamer Taxifahrer oder ihr Brötchengeber Ed, der heimlich in sie verliebt war?

Erneut rücken die beiden eher widerwillig zusammenarbeitenden Polizisten Ellie Miller (Olivia Colman) und Alec Hardy (David Tennant) aus, um Spuren zu suchen, Alibis zu überprüfen und den Täter zu finden, der offenbar schon mehrfach zugeschlagen hat. Viele Geschichten werden hier parallel erzählt, bis hin zu dem Fall der Latimers der ersten Staffel. Beth (Jodie Whittaker), die Mutter des toten Danny, hat einen Neuzugang zur Welt gefunden, sie hilft der erschütterten Trish, ihr Leben neu anzupacken. Während Mark (Andrew Buchan), der Vater, fest in der Vergangenheit steckt, der immer noch die Umstände des Todes seines Sohnes klären möchte, Schuld sucht und Rache und sich dabei immer weiter von seiner Familie entfernt.

“Broadchurch“ ist auch im dritten und letzten Durchgang ein exquisiter Thriller und ein vielschichtiges Drama, zugleich ein Statement zum moralischen Wandel in der Welt, dem Niedergang der Menschlichkeit, den leeren Kirchen und ratlosen Gottesmännern und den Gefährdungen des “guten“ Journalismus durch Einsparungen und durchs Internet. “Ich teile Ihre Auffassung von der Welt nicht und ich habe Angst, meine Tochter einer Welt mit Männern wie Ihnen zu hinterlassen“, sagt Hardy zu seinem Hauptverdächtigen. Man beendet das Bingen mit einem ziemlich tiefen Seufzer.

Broadchurch, Staffel 3 Quelle: Studiocanal

Midnight Sun, Staffel 1: In den ersten Sekunden stirbt ein Franzose namens Pierre Carnot auf eine unglaublich verstörende Weise. Man hat ihn auf eins der Rotorblätter eines Hubschraubers gefesselt, und man mag kaum hinschauen wie diese schneller werden, kann sich ausmalen, wie diese mächtige Zentrifugalkraft auf den Körper einwirken wird.

Im Schweden nördlich des Polarkreises, in einer schroffen Gegend in einer Bergwerkstadt spielt eine grottenfinstere Mordgeschichte. Zwei weitere Leichen tauchen auf, ebenfalls grausig zugerichtet. Dem Chefankläger Burlin (der auch in Hollywood erfolgreiche schwedische Darsteller Peter Stormare) und seinem von Beruf wie Privatem etwas überfordert wirkenden Assistenten Anders (Gustaf Hammarsten) hilft die französische Polizistin Kahina Zadi (Leila Bekhti).

Von Europa reist sie in die Welt der Mitternachtssonne, in der Tag und Nacht außer Kraft gesetzt sind und wo man – das zeigte schon der Thriller “Insomnia“ mit Robin Williams und Al Pacino - bald in einen seltsamen Gemütszustand gerät, den die Schlaflosigkeit hervorruft. Die traumatisierte Zadi und der stille Anders müssen sich nicht nur den grausigen Geschehnissen sondern auch der eigenen Vergangenheit stellen. Die Spur führt in Richtung der indigenen Bevölkerung, der Samen, die am Nordrand des Landes in relativer Abgeschiedenheit leben.

Ein starkes Ensemble spielt in einer mystisch anmutenden Landschaft in diesem süchtig machenden Serienprojekt von Mans Marlind und Björn Stein, den Leuten, die auch für “Die Brücke – Transit in den Tod“ verantwortlich zeichneten. Dass ein ziemlich kritischer Blick auf die Diskriminierung der bei uns noch immer unter der alten Schmähbezeichnung Lappen bekannten Ureinwohner in Schweden geworfen wird, ehrt die Macher dieser Serie umso mehr.

Midnight Sun, Staffel 1 Quelle: Studiocanal

Die Verlegerin: Mit seiner Frisur erinnert Tom Hanks tatsächlich mehr an den späten John Wayne als an sich selbst aus Filmen wie “Captain Phillips“ oder “Sully“. Er ist in Steven Spielbergs “Die Verlegerin“ Bradlee, der Chefredakteur der “Washington Post“, bevor diese neben der “New York Times“ zur wichtigsten Adresse für ehrlichen, anständigen Journalismus in den Vereinigten Staaten wurde und von einer Hauptstadtzeitung zu einem der bedeutsamsten Blätter der Welt.

Die “Post“ übt Beistand, als der “Times“ untersagt wird, weiterhin Berichte über öffentlich gewordene Geheimdokumente zu veröffentlichen, die besagen, dass die amerikanische Regierung schon 1965 wusste, dass der Krieg in Vietnam nicht zu gewinnen war, und dennoch weiter Truppen nach Südostasien schickte. Das Risiko ist hoch, denn die “Post“ geht just in diesem Moment an die Börse und eine als “antiamerikanisch“ diffamierte Berichterstattung würde diesem Vorhaben schaden.

Und so ist “The Post“ (Originaltitel) eigentlich die Geschichte weiblichen Mutes - die Geschichte der Verlegerin Kay Graham (Meryl Street), die nach dem Tode ihres Mannes in einer reinen Männerwelt die Geschäfte führt. Und die sich trotz ihrer Freundschaft zu dem ehemaligen US-Verteidigungsminister Robert McNamara dafür entscheidet, die “Story“ zu veröffentlichen. Streeps Spiel ist wie üblich superb, weshalb sich ihre Figur am Ende für das Wagnis entscheidet, darüber lässt sich allerdings nur mutmaßen.

Man merkt diesem Film die Eile an, mit der Spielberg, dessen aktuelles Projekt eigentlich der Science-Fiction-Streifen “Ready Player One“ war, diese Story aus der Nixon-Ära zu einem Statement über die Trump-Ära und ihren Vernichtungsfeldzug gegen alte Werte und alte Bündnisse machen wollte. Zu einer Fackel für den von Trump in den Schmutz gezogenen Journalismus. Alle Figuren jenseits von Hanks sind skizzenhaft und unterentwickelt, dennoch lohnt ein DVD-Abend.

Die Schlussszene macht den Film dann zum Prequel von Alan J.Pakulas “Die Unbestechlichen (1975) über die Watergate-Affäre – ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass selbst Präsidenten stürzen und gestürzt werden können – vor allem solche, die sich für unantastbar halten.

Die Verlegerin Quelle: Universal

Tomb Raider: Mit den “Tomb Raider“-Spielen verbrachten Generationen junger Männer ganze Nächte. Es dauerte nicht lange, und die sexy Abenteuerarchäologin schaffte den Sprung von der Playstation auf die Leinwand. Lara Croft war die Figur, die Angelina Jolie berühmt machte, auch wenn die beiden Filme mit ihr inhaltlich eher dürftig waren.

Nach langer Kinopause ist Croft nun wieder im Einsatz, diesmal gespielt von Alicia Vikander (“Ex Machina“). Es geht nicht medias in res wie damals bei Jolie – wir gehen zurück zu den Anfängen und treffen eine ziellose Mittzwanzigerin, die im Osten London als Fahrradkurier unterwegs ist. Lara ist die Tochter eines toten, reichen Abenteurers, die nichts wirklich ernst nimmt, auch ihr Studium nicht. Sieben Jahre später macht sie sich auf, das Rätsel um Vaters zu ergründen. Ziel ist eine unheimliche Gruft auf einer Insel vor Japan, es gilt dort bald echte Dämonen zu überwinden.

Wir Zuschauer müssen also wieder tief in die Welt hinter unserer Welt, durch die sich auch Indiana Jones in jedem seiner Auftritte zu kämpfen hatte. Zuvor aber erdet Vikander ihre Heroine als ganz normales Menschenkind mit einigem Durchhaltevermögen und nicht allzu übernatürlichen weiblichen Rundungen. Und der norwegische Regisseur Roar Uthaug (“The Wave“) versucht alles, um die Ausweisung seines Films als klassischen Blockbuster zu verhindern. Was ihm natürlich nicht gelingt, was sich aber dennoch positiv bemerkbar macht.

Tomb Raider Quelle: Warner

Akte X, Staffel 11: Wohin wir schauen, in Wäldern und Auen – überall nur Außerirdische. Nur erkennen wir sie nicht, weil sie ihre wahre Gestalt vor uns verbergen können. So können sie ihre finsteren Pläne gegen uns ahnungslose Erdlinge schmieden, während wir Pale Ale trinken, Rockmusik hören und auf Trump schimpfen (bestimmt auch einer von einem fernen Planeten!).

Die Welt ginge zu Bruch, wären da nicht die tapferen Agenten Mulder (David Duchovny) und Scully (Gillian Anderson), die den Fremden aus dem All ebenso wehren wie sie dem unheimlichen Gelichter aus der Zwielichtzone Paroli bieten. Die nach der eher mediokren 10. Staffel mit ihrem eher enttäuschenden Finale nicht mehr ganz so heiß erwartete elfte Staffel von “Akte X“ landet in einer wirklichen Welt voller Paranoia und großspuriger Populisten, die mit ihrem hasserfüllt-planlosen Geplärre die Menschlichkeit verspotten und die Wahrheit zum Verwirrspiel werden lassen.

Und plötzlich funktioniert sie wieder, diese einstige Lieblingsserie aller Sci-Fi-und Gruselfans - denn in genau diesem Verwirrspiel können sich die wirklich finsteren Kräfte bestens entfalten. Nicht jede Episode ist ein Bringer, aber die meisten machen doch Spaß. “Akte X“ ist wieder auf Zeitenhöhe. Das erste Gute, was aus der unsäglichen, idiotischen Ära Trump zu berichten ist.

Akte X, Staffel 11 Quelle: Fox

Ethel & Ernest: Schon einmal war eine Graphic Novel von Raymond Briggs Vorlage für einen ungewöhnlichen Zeichentrickfilm: “When the Wind Blows“ erzählte 1986 zur Musik von David Bowie die Geschichte eines älteren Paars nach dem Atomkrieg. Mit “Ethel & Ernest“ hat Roger Mainwood nun die Lebensgeschichte seiner Eltern verfilmt. Die Zeitspanne reicht vom Jahr 1928, als der Milchmann Ernest sich für die Kammerzofe Ethel interessierte, die täglich ihren Staublappen ausschüttelte, als er morgens mit dem Fahrrad vorüberfuhr, bis zu ihrem Tod in den Siebzigerjahren.

Dramatisch wird der Alltag im Zweiten Weltkrieg geschildert, der Sohn wird aus London aufs Land geschickt, die Eltern schlafen in Käfigen und machen den 12-Zentimeter-Strich in der Badewanne (mehr Wasser darf man in Kriegszeiten nicht benutzen. Der Vater setzt vor alles ein “Heiliger“ oder “Heiliger Bimbam“, die Mutter bittet um Beachtung von Sitte, Anstand, Wortwahl.

Die modernen Zeiten treffen auf ein einfaches Leben einfacher Leute, die Verständnis aufbringen müssen für Emanzipation, Pubertät und Kunststudium des Sohnes, für das neumodische Telefon und den italienischen Motorroller, die Rationierungsbeschlüsse der Labour-Party und der Torys,die langen Haare der Jugend und den Beat von Beatles und Searchers. Ein durch und durch behaglicher Film, der sich nie über seine fein skizzierten Charaktere macht. In der Originalfassung ein besonderer Genuss durch die Stimmen von Jim Broadbent und Brenda Blethyn.

Ethel & Ernest Quelle: Universum

24 Hours to Live: Travis Konrad (Ethan Hawke) ist der Typus “böser Mann mit gutem Herzen“. Ein professioneller Killer, der Frau und Kind verloren und entsprechend nichts mehr zu verlieren hat. Und der bei dem letzten, unablehnbar hoch dotierten Job sein “Nebenziel“, die Interpol-Agentin Lin Bisset (Xu Qing) verschont – woraufhin die ihn liquidiert.

Mit aus dem Science-Fiction-Fach geborgter Lazarus-Medizin wird Travis für ein paar letzte Infos ins Leben zurückgeholt, dann soll er endgültig sterben. Ihm gelingt jedoch die Flucht, und nun schlägt sich “Travis, die Katze“, wie ihn seine alten Söldnerkumpel nennen, auf Lins Seite, um in Südafrika den nazistischen medizinischen Experimenten des Konzerns Red Mountain ein Ende zu setzen.

Die Zeit ist knapp, nur 24 Stunden hält ihn der Stoff am Leben. Travis‘ einst bester Freund und aktueller Gegenspieler Monroe (Paul Anderson) ist einer von jenen mörderischen Zornschwitzern, die desöfteren mal den Glaser brauchen, weil sie bei Wutanfällen die Glastrennwände ihrer Büros einwerfen. Also: Action! “24 Hours to Live“ von Brian Smrz ist dabei reichlich unlogisch, klischeehaft, die Dialoge klingen platt und banal.

Alle Versuche von Hawke, dem Blut-und-Blei-Brimborium dieses Films ein wenig Tiefe zu verschaffen, scheitern. Und auch Liam Cunningham, bekannt als der bedächtige Zwiebelritter Ser Davos aus “Game of Thrones“, hat hier keine Chance gegen die Eindimensionalität seiner Figur. Für den Zuschauer sind “24 Hours to Live“ 95 verschwendete Minuten Lebenszeit.

24 Hours to Live Quelle: Universum

Call Me By Your Name: Es gibt diese Szene am Ende des Films, die einen im Innersten bewegt. Ein Vater redet da mit seinem Sohn. Das Gespräch kommt nicht eben erwartet, und der alternde Universitätsprofessor kleidet sein Anliegen in Geschichte, weil es behutsam zugehen muss und er die Worte im vertrauten Metier umso klarer setzen kann. Er zitiert Michel de Montaigne, spricht von der “besonderen Freundschaft“, die der Jurist und Philosoph im 16. Jahrhundert mit dem reformerisch gesinnten Hohen Richter Étienne de La Boétie pflegte.

Der Sohn, Elio, 17, akademisch gebildet, versteht aus den Trauerworten aus Montaignes berühmtem Hohelied über die Freundschaft natürlich, dass der Vater ihn meint und seine “besondere Freundschaft“. Der Freund, Oliver, ein amerikanischer Doktorand, der dem Vater bei seinen archälogischen Studien half, ist wieder zurück in den Staaten. Und die Leere hat alles ausgefüllt, wo bei Elio zuvor alles verwirrend überbordete.

“Call Me By Your Name“ ist die Geschichte eines Sommererwachens. Das hätte falsch geraten können, kitschig und pompös. Aber Guadagnino (“A bigger Splash“) trifft exakt den richtigen Ton für das väterliche Verständnis, und für die Zuneigung für einen Sohn, der sich in Scherben fühlt und zusammengeklebt werden muss. Guadagnino und sein Drehbuchautor, der inzwischen 90-jährige Regiekollege James Ivory (“Zimmer mit Aussicht“), haben diese Passagen einfühlsam aus André Acimans Roman “Ruf mich bei deinem Namen“ ins bewegte Bild geholt.

Es ist ein Blick in die unverschanzte menschliche Seele, eine wunderbare Szene in einem wunderbaren Film, der über 130 Minuten nichts anderes tut, als nuanciert eine Romanze zu erzählen. Es steht dabei nie die Geschichte einer schwulen Liebe im Mittelpunkt sondern die der Liebe überhaupt, ihrer Wege und Hemmnisse, ihrer Selbstverständlichkeit. Für Armie Hammer, bislang eher bekannt für Popcornkino wie “Lone Ranger“ und “Codename U.N.C.L.E.“, ist die Rolle des abwartenden Oliver der Sprung ins Charakterfach. Der noch nahezu unbekannte Timothée Chalamet aber ist Atem beraubend, wie er allein mit seinen Blicken und seiner Körpersprache alles über die Liebe sagt.

Call Me By Your Name Quelle: Sony

Happy Death Day: Eine verängstigte junge Frau auf einem nächtlichen Krankenhausflur wird von einem maskierten Mann in Schwarz verfolgt. Das erinnert an “Halloween II“, die nicht wirklich geglückte Fortsetzung des John-Carpenter-Klassikers. Tree Gelbman (Jessica Rothe) ist Mitglied einer jener Studentinnenbünde, zu denen sich die Gefühlskältesten der jeweiligen College-Generation in amerikanischen Filmen stets zusammenschließen, um alle anderen zu terrorisieren.

Tree hat Geburtstag, abends wird sie – unterwegs zu einer Party – von einem Mann mit Babymaske erstochen - und schon erwacht sie wieder im Bett von Carter (Isral Broussard), und alles beginnt von vorne. “Happy Death Day“ ist die Slashervariante von “Und täglich grüßt das Murmeltier“ (der zum Schluss noch schmunzelnde Erwähnung findet): Anfangs erlebt Tree den Tag mehrfach annähernd gleich, dann akzeptiert sie das völlig unrealistische Festhängen in der Zeit und beginnt sich gegen ihren Mörder zu wehren. Und nutzt das Immergleiche obendrein, ihre oberflächliche Existenz zu überdenken und sich seelisch und geistig zu renovieren.

Ihre erste unfassliche Erkenntnis: Es gibt tatsächlich noch Jungs auf dem Planeten Ego, die die Situation, ein betrunkenes Mädchen im Bett zu haben, nicht ausnutzen. Freilich hat Tree auf dem wohl ungewöhnlichsten Weg, ein besserer Mensch zu werden, nicht ewig Zeit: Bei jeder Rückkehr wird sie schwächer. Christopher Landons blutiger Dauergeburtstag ist nicht der originellste Messerstreifen, aber er hat Energie, Moral und eine temperamentvolle Hauptdarstellerin auf den Spuren von Jamie Lee Curtis - dazu Witz genug, um den bei kleinen Horrorstreifen oft gedachten Gedanken “Was für eine Zeitverschwendung!“ hier einmal nicht zu denken.

Happy Death Day Quelle: Universal

Von Matthias Halbig

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Zwischen Rätselkrimi und Gesellschaftsspiel: Aufstrebende Detektivanwärter können sich in “Watson & Holmes“ an gleich 13 Fällen aus dem viktorianischen England versuchen.

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