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Jetzt zu sterben, wäre für Udo kein Gag mehr

Udo Lindenberg auf "Mein Schiff 3" Jetzt zu sterben, wäre für Udo kein Gag mehr

Seit 2010 sticht Udo Lindenberg mit dem Rockliner und seinen Fans in See. Jetzt zum vierten Mal. Die Tour auf "Mein Schiff 3" ist restlos ausverkauft. Trotzdem hat unser Autor Uwe Bahn einen Platz bekommen – seit Jahren fährt er mit Udo Lindenberg zur See. Ein Bericht direkt von Bord. Teil 3.

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Dreimal spielt Udo Lindenberg während der Fahrt auf "Mein Schiff 3". So kann ihn jeder der 2500 Fans zumindest einmal im Konzert sehen.

Quelle: Tine Acke

"Der Wind bläst stark aus Ost" – steht im Bordprogramm des Rockliners. Klingt nicht so bedrohlich wie "Windstärke 9", die meine Wetterapp anzeigt. Weiße Gischt auf den Wellen ist hier unten normal. An der Meeresenge von Gibraltar sind sich Mittelmeer und Atlantik selten einig. Genau wie Spanien und Großbritannien. Die britische Kronkolonie ist ja eigentlich der südlichste Zipfel des iberischen Imperiums. Es gab eine Menge Zoff um den Felsen "The Rock", wie Gibraltar gerne abgekürzt wird.

Heute schlurfen die etwas anderen Passagiere durch die Mainstreet und über den Casermates Square. Auf ihren Kapuzenpullies steht "Keine Panik" oder "Ich mach’ mein Ding". In den Schaufenstern hängen Farbkopien, auf denen steht, dass Gäste von Mein Schiff 3 "special prices" bekommen. Aha.

Zum Autor

Uwe Bahn ist Herausgeber von Kruize, Autor des Kreuzfahrtguides, Reporter und Reiseexperte. Sein Rockblog auf kruize.de ist die panische Flaschenpost – direkt von Bord des Rockliners.

Oben auf dem 426 Meter hohen Gribaltar-Felsen leben Berber-Affen, die früher Sonnenbrillen und heute Smartphones klauen. Man sollte kein Vertrauensverhältnis zu den Affen aufbauen. So als Tipp. Selbst wenn die Affen das Smartphone zurückgeben, haben sie nicht selten dreimal den falschen Pincode eingegeben.

"You wanna go to the Rock", fragt mich ein Taxifahrer. "No, I wanna go the Rock-Liner!" Genug Gibraltar. Am Abend sehe ich das erste Konzert von Udo Lindenberg. Dreimal spielt er insgesamt auf der Bord-Bühne des Theaters. So kann ihn jeder der 2500 Fans zumindest einmal im Konzert sehen.

Tosende Wellen auf der LED Wand eröffnen die Show, ein Schiff wird durchgeschüttelt, stampft und rollt. Wäre es der reale Rockliner – keiner hätte gefahrlos den Mund zum Mitsingen öffnen können.  Dann die ersten Takte von "Odyssee", das Publikum steht schon vor dem Refrain. Sechs neue Songs vom neuen Album "Stärker als die Zeit" sind im Set. Die aktuelle Single "Durch die schweren Zeiten" entpuppt sich auch live als eines seiner Meisterwerke und wird mitgesungen wie ein Klassiker.

Tour auf "Mein Schiff 3"

Hier lesen Sie den ersten Teil der Serie: Udo Lindenberg rockt mit Fans übers Meer. Und hier den zweiten Teil: Mit Udo auf hoher See nach "Portugeil"

Viele haben das neue Album schon, andere kaufen es sich nach der Show in der Shopping Mall auf dem Schiff. Drei Stunden mit neun Zugaben (!) – das Pensum eines bald 70-jährigen ist erstaunlich. Vor zwanzig Jahren hatte er nach manchem Song Atemnot, 2016 ist er in der Form seines Lebens. "Jetzt abzukratzen, ist kein Gag mehr", hat er mir erzählt. "Und wenn, dann bitteschön auf der Bühne. Oder auf einem Schiff in der Südsee."

Bisher hat Udo Lindenberg dem Sensenmann äußerst erfolgreich den Mittelfinger gezeigt. Der hat sich seit der letzten Begegnung auch ziemlich lautlos verzogen. Wir sind auf dem Weg nach Ibiza. Vielleicht gehe ich mit Udo an Land. Wenn er den Hut frei hat.

Interview mit Udo Lindenberg

Was der Sänger über sein neues Album, seine Jugend und sein Alter sagt, finden Sie hier: Udo und Opa? Passt nicht!

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Tour auf "Mein Schiff 3"
Ein letztes Mal Panikrocken: Finale auf der Tour mit Udo Lindenberg.

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