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Tourauftakt für Golden Kanine

Konzert in der Glocksee Tourauftakt für Golden Kanine

Dienstags lauert im Café Glocksee das musikalische Abenteuer. Unbekanntes und Überraschendes manchmal. Der Eintritt ist frei am Ruby Tuesday. Etliche Zuschauer kommen wegen der Bands. Andere, um ihren Horizont zu erweitern. Nun war die Band Golden Kanine zu Gast - und machte das Publikum glücklich.

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Mit Flügelhorn und Banjo: Golden Kanine.

Quelle: Glitterhouse

Hannover. Der Raum ist brechend voll beim Konzert von Golden Kanine. Das Publikum ist jung, unruhig und kaum zur Andacht aufgelegt. Die Musiker haben sich das so ausgesucht. Sie mögen Auftritte in Hannover, sind schon zum dritten Mal in der Stadt. Ihre Alben erscheinen zudem bei Glitterhouse Records im nahem Weserbergland. Also nicht irgendein Konzert, sondern zudem das erste der neuen Tournee. Golden Kanine war viel unterwegs in den vergangenen Jahren, hat sich in Clubs und auf Festivalbühnen beständig weiterentwickelt. Die Band liebt das. Eine Uhr auf der Startseite ihres Internetauftritts zählt die Tage und Stunden bis zur nächsten Tour. Jetzt steht da: null.

Als laut und innig beschreibt sich die Band selbst. Und tatsächlich sind es vermeintliche Gegensätze, die sich auf der Bühne zu fast unwiderstehlicher Dynamik verschränken. Der satte, warme Sound ist mitreißend und anrührend, leidenschaftlich und verspielt. Er lässt Platz für Instrumentalisten mit Charakter. Und lebt doch aus dem Kollektiv. Alle zusammen tragen bei zu diesem dichten Independent-Folk-Rock-Pop, in dem Instrumente wie Banjo, Trompete oder Saxophon nicht einfach nur dazugehören, sondern tragende Rollen spielen.

Golden Kanine gelingt es schnell, die Stimmung im Café Glocksee zu bündeln, die Menge wie nebenbei einzufangen. Das liegt zum einen an den Menschen auf der Bühne. Sie sind nahbar und aufrichtig. Zum anderen an einem alles umfassenden Klang, erdig und luftig zugleich. Als musikalische Hinterwäldler werden die Südschweden manchmal bezeichnet. Sie sind es im besten Sinne. Orts- und zeitlos. Aber vor allem mit einer so selbstverständlichen Präsenz, mit so viel Wucht und Zärtlichkeit zugleich, dass sie die Gäste jeder Dorfhochzeit ebenso beseelt zurücklassen würden, wie das lächelnde junge Publikum in Hannover.

Von Thomas Kaestle

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