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Kultur Tragikomödie „Oh Boy“ gewinnt Deutschen Filmpreis
Nachrichten Kultur Tragikomödie „Oh Boy“ gewinnt Deutschen Filmpreis
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14:34 28.04.2013
Michael Gwisdek erhielt in der Kategorie „Beste darstellerische Leistung – männlich Nebenrolle“ den Deutschen Filmpreis für „Oh Boy“ und posiert mit Laudatorin Bettina Zimmermann. Quelle: dpa
Berlin

Die Tragikomödie „Oh Boy“ ist mit dem Deutschen Filmpreis 2013 ausgezeichnet worden. Das in schwarz-weiß gedrehte Kinodebüt von Jan Ole Gerster holte bei der Filmpreisgala am Freitagabend in Berlin außerdem fünf weitere Lola-Trophäen.

Als beste Schauspielerin wurde bei der Gala im Friedrichstadt-Palast Barbara Sukowa für die Titelrolle in Margarethe von Trottas Filmbiografie „Hannah Arendt“ geehrt. Zum besten Schauspieler kürte die Deutsche Filmakademie „Oh Boy“-Hauptdarsteller Tom Schilling, der in dem Film einen melancholischen, scheinbar ziellos durch Berlin treibenden Studienabbrecher spielt.

Jan Ole Gersters Tragikomödie „Oh Boy“ ist bei der Lola-Verleihung zum besten deutschen Film gekürt worden.

Auch die Preise für Regie, Drehbuch und Filmmusik gingen an „Oh Boy“. Michael Gwisdek wurde für seine Rolle in dem Film außerdem als bester Nebendarsteller geehrt. Er setzte sich damit gegen seinen in der selben Kategorie nominierten Sohn Robert Gwisdek durch. Das mit neun Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangene Drama „Cloud Atlas“ von Tom Tykwer und den US-Regisseuren Lana und Andy Wachowski gewann fünf Filmpreise, allerdings nur in Nebenkategorien.

Mit einer Silbernen Lola wurde in der Kategorie Spielfilm von Trottas „Hannah Arendt“ ausgezeichnet. Die bronzene Spielfilm-Lola ging an das Kriegsdrama „Lore“ von Cate Shortland. Als beste Nebendarstellerin nahm die Theater- und Filmschauspielerin Christine Schorn den Preis für ihre Leistung in „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ (Regie André Erkau) entgegen.

Zum besten Kinderfilm wählten die Mitglieder der Filmakademie „Kaddisch für einen Freund“ von Leo Khasin über die Freundschaft zwischen einem palästinensischen Jugendlichen und einem alten Juden aus Russland. Als bester Dokumentarfilm wurde „More Than Honey“ von Markus Imhoof über die weltweit bedrohten Bienenvölker ausgezeichnet.

Der 70 Jahre alte Regisseur Werner Herzog („Aguirre, der Zorn Gottes“, „Fitzcarraldo“) wurde bei der von Mirjam Weichselbraun moderierten Gala für sein Lebenswerk geehrt. Der Deutsche Filmpreis ist mit insgesamt fast drei Millionen Euro Preisgeld die höchstdotierte Kulturauszeichnung Deutschlands.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) forderte von ARD und ZDF mehr Unterstützung für den deutschen Film. Der Kinofilm gehöre zur Kultur, die in die Grundversorgungspflicht der öffentlich-rechtlichen Sender falle - und zwar nicht als Sahnehäubchen für die Nachtstunden, sondern als Hefe im Teig, sagte Neumann. Er stellte sich damit hinter eine Resolution der deutschen Filmwirtschaft.

dpa

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