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Trailerpark spielt in der Swiss Life Hall

Tourauftakt Trailerpark spielt in der Swiss Life Hall

Provozieren um jeden Preis: Die Band Trailerpark um Rapper Alligatoah ist am Donnerstag zum Auftakt ihrer Tour in die Swiss Life Hall gekommen. Für ihr Publikum hatte sie Lieder über Drogen, Spiele mit Fäkalien und Sex mit Geschwistern dabei.

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Provokation um jeden Preis: Trailerpark.

Quelle: Florian Petrow

Hannover.  Die bizarren Worte sind Teil des Konzepts. „Wer von euch hat schon mal ein kleines Mädchen vergewaltigt?“, hallt es von der Bühne. Einige Zuschauer in der Swiss Life Hall jubeln, darunter auch weibliche. Dann rappt Alligatoah: „Nennt mich einen Chauvinist wegen dem groben Griff an ihren Hosenschlitz / Okay, ah, Generationskonflikt, naja.“ Er und seine Bandkollegen haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit anstößigen Texten möglichst großes Aufsehen zu erregen. 

Das Konzert entwickelt sich schnell zu einer absurden Party, auf der so viele Tabus wie möglich gebrochen werden. Das Publikum ist darauf vorbereitet: Textsicher werden die Zuschauer von den vier Rappern durch das Programm geführt und sind immer zur Stelle, wenn sie mitmachen sollen. „Ich hab gefragt ob du behindert bist“, brüllen Trailerpark ins Mikrofon. „Ja, ja, ja“, brüllen die Zuschauer zurück. 

Die Band ist nach dem Label benannt, das 2009 in Bielefeld gegründet wurde und bei dem die Rapper unter Vertrag stehen. Während Timi Hendrix, Basti und Sudden zu den Gründungsmitgliedern gehören, kam Alligatoah erst 2011 dazu und landete zwei Jahre später mit seinem Solo-Album „Triebwerke“ auf Platz eins der Albumcharts. Im Verbund haben die Rapper bereits vier Alben veröffentlicht: Nach „Crackstreet Boys 1-3“ gehen die Rapper nun mit „TP4L“ auf Tour. 

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Drogen, Fäkalien und Sex mit Geschwistern: Die Band Trailerpark um Rapper Alligatoah bricht beim Tourauftakt in der Swiss Life Hall so viele Tabus wie möglich.

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Die Texte sind in Teilen so obszön, dass sich Zweifel an deren Ernsthaftigkeit aufzwängen. So mögen manche der Band Ironie attestieren, ohne dass die Musiker das einfordern müssten. Auch in den Anmoderationen ihrer Songs versuchen die Rapper auffallend, ihre Rollen zu bedienen. „Ich bin froh, dass du das mit dem Schwesterficken so betont hast“, sagt Basti zu Alligatoah, nachdem dieser im Text durcheinander gekommen war und seine Zeilen spontan wiederholen musste. Jedem soll klar werden, dass Trailerpark dazu bereit ist, für Aufmerksamkeit einen Schritt weiter zu gehen. 

Unter der Gürtellinie zuhause

Das Geschäft mit der Provokation ist nicht neu und wirkt vor allem bei Jugendlichen: Wenn die Eltern empört sind, ist der Text gerade böse genug. Und wenn Mama und Papa bei frauenfeindlichen oder homophoben Texten schon nicht mehr mit den Augen rollen, müssen die Musiker eben noch eine Schippe drauflegen, um zu schocken. Deshalb singen sie davon, sich gegenseitig mit Kot zu bewerfen („Poo Fighters“) oder sich Heroin zu spritzen („Sterben kannst du überall“). 

Eine Anleitung für den korrekten Umgang mit ihrer Musik liefern die Rapper in ihrem Song „Falsche Band“ gleich mit: „Wenn du einer dieser Menschen bist / Für den die Gürtellinie eine Grenze ist / Du bei bitterbösen Texten auf die Bremse trittst / Sind wir die falsche Band, die falsche Band für dich.“ Hier kennt Trailerpark eine klare Grenze.

Von Nils Oehlschläger

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