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Trauer um „Reifeprüfung“-Regisseur Mike Nichols

Oscar-Preisträger Trauer um „Reifeprüfung“-Regisseur Mike Nichols

Mike Nichols hat mit den größten Stars Filme gedreht. Der Broadway ehrte ihn etliche Male als Regisseur und Produzent. Mit 83 ist der Oscar-Preisträger gestorben.

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Der Oscar-Preisträger Mike Nichols („Die Reifeprüfung“) starb am Mittwoch im Alter von 83 Jahren, wie ABC-Nachrichtenchef James Goldston am Donnerstag mitteilte.

Quelle: dpa

New York. Hollywood trauert um den amerikanischen Film- und Theaterregisseur Mike Nichols. Der Oscar-Preisträger („Die Reifeprüfung“) starb am Mittwoch im Alter von 83 Jahren, wie ABC-Nachrichtenchef James Goldston am Donnerstag mitteilte. Nichols’ Frau Diane Sawyer ist eine prominente Nachrichtensprecherin bei dem Sender. Nach Informationen des „Hollywood Reporter“ erlitt Nichols einen Herzstillstand.

Oscar-Preisträgerin Meryl Streep (65), die mit Nichols unter anderem das Drama „Silkwood“ drehte, würdigte den Regisseur als einen „unersetzlichen“ Freund, wie das Branchenblatt „Variety“ berichtete. Es sei eine „Inspiration und Freude“ gewesen, ihn zu kennen. Hollywood-Star Tom Hanks (58) sagte über Nichols, er habe das Leben derer, die ihn kannten, verändert.

Regisseur Steven Spielberg (67) beschrieb seinen Kollegen als „Freund, eine Muse, ein Mentor, einer der größten amerikanischen Film- und Bühnenregisseure aller Zeiten, und einer der großmütigsten Menschen, die ich je kannte“. Der Film „Die Reifeprüfung“ habe als Kinoerlebnis sein Leben verändert, sagte Spielberg laut „Variety“.
„Er war ein wahrer Visionär“, würdigte ABC-Nachrichtenchef James Goldston den Toten in seinem Nachruf. „Er war einer der ganz Wenigen, die den Emmy, einen Grammy, einen Oscar und den Tony-Preis gewannen.“ Nichols’ „triumphale Karriere“ habe sich über sechs Jahrzehnte erstreckt und habe einige der größten Erfolge des amerikanischen Films, Fernsehens und Theaters hervorgebracht, sagte Goldston.

Die „New York Times“ verglich Nichols in ihrem Nachruf mit Orson Welles und Elia Kazan, die sowohl im Theater als auch im Film künstlerisch erfolgreich waren. Anders als seine Zeitgenossen Woody Allen und Martin Scorsese habe Nichols keinen leicht erkennbaren visuellen Stil geprägt und ein weites Feld von Themen angesprochen.

Nichols wurde 1931 als Sohn jüdischer Eltern in Berlin geboren. Seine Großmutter mütterlicherseits, Hedwig Lachmann, übersetzte das Libretto von Richard Strauss’ Oper „Salome“. Der Großvater war ein politischer Anarchist, der 1919 von Rechtsradikalen getötet wurde. Mit sieben Jahren kam Nichols auf der Flucht vor den Nazis in die USA. Er führte eine unglückliche Kindheit und schloss erst beim Studium in Chicago Freundschaften, berichtete die „New York Times“.

1966 schaffte er den Durchbruch als Filmregisseur mit seinem ersten Film „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ mit Elizabeth Taylor und Richard Burton in den Hauptrollen. Schon ein Jahr später gewann er den Regie-Oscar für „Die Reifeprüfung“ mit Dustin Hoffman.

„Silkwood“ und „Die Waffen der Frauen“ gehörten zu seinen weiteren Filmen. 2007 traten Tom Hanks, Julia Roberts und Philip Seymour Hoffman für Nichols’ Politsatire „Der Krieg des Charlie Wilson“ vor die Kamera. Zuletzt arbeitete Nichols an einer HBO-Produktion über die Opernlegende Maria Callas mit Meryl Streep, die ihm schon bei vielen seiner Projekte zur Seite stand.

dpa

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