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"Trennung für Feiglinge" mit Jasmin Wagner Alberne Zweck-WG

Die Komödie „Trennung für Feiglinge“ mit Ex-Blümchen Jasmin Wagner im Theater am Aegi hätte ein intelligentes Verwirrspiel werden können, ist aber eher eine seichte Schmonzette denn ein ernstzunehmendes Theaterstück. Eine Kritik von Isabel Christian. 

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Paul (Florian Battermann) will, dass Sophie (Jasmin Wagner) ihn verlässt. 

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Wie ein Boom-boom-boom-boom-Boomerang komm’ ich immer wieder bei dir an“, sang Jasmin Wagner 1996. Damals nannte sie sich noch Blümchen und zählte zu den Stars des Pop-Techno, der in den Neunzigern im Radio rauf und runter lief. 2001 war Schluss mit der Gesangskarriere, doch seitdem kommt Wagner tatsächlich immer wieder zurück - als Moderatorin und Schauspielerin. Derzeit ist sie im Theater am Aegi zu sehen, in der französischen Komödie „Trennung für Feiglinge“.

Die Handlung ist schnell zusammengefasst. Sophie liebt Paul, aber Paul liebt Sophie nicht mehr. Leider ist er zu feige, um ihr das zu sagen. Stattdessen zwingt er seinen besten Freund Martin, bei ihnen einzuziehen. Paul hofft: Irgendwann geht Sophie die Ménage à trois so auf die Nerven, dass sie von selbst die Koffer packt. Paul hat die Rechnung allerdings ohne seine Noch-Freundin gemacht. Denn die hat es sich in den Kopf gesetzt, Martin nach dem vermeintlichen Unfalltod seiner Mutter zu therapieren.

Die Inszenierung nach dem Stück von Clément Michel hätte ein intelligentes und amüsantes Verwirrspiel werden können. Doch auf der Bühne des Aegi war eine seichte Schmonzette zu sehen, die so auch ins ZDF-Samstagabendprogramm gepasst hätte. Das liegt vor allem an den Schauspielern. Florian Battermann, erfahrener Akteur und seit 2008 Leiter des Neuen Theaters Hannover, hat auf der Bühne schon besser ausgesehen: Er spielt den Paul nicht nur als egozentrischen Idioten, sondern so übertrieben albern, dass es schon nach wenigen Szenen nervt. Jasmin Wagners Sophie ist zwar in ihrer Naivität weniger anstrengend, bleibt insgesamt aber zu blass. Ein bisschen mehr Blümchen hätte nicht geschadet.

Umso deutlicher sticht die Leistung von Sebastian Teichner als Martin hervor. Teichner beherrscht nicht nur ein perfektes Mienenspiel, sondern lässt die einstudierte Situationskomik auch natürlich wirken. Man merkt, dass er zuletzt für Loriot-Sketche auf der Bühne gestanden hat. Zu Recht gehen die meisten Lacher an diesem Abend auf sein Konto.

Laut gelacht wird allerdings selten im Saal, in dem 800 meist ältere Zuschauer Platz genommen haben. Hier und da ertönt mal ein Kichern, aber viele Gags wollen einfach nicht zünden. Am Ende gibt es einen nicht mehr als freundlichen Applaus. Schade, denn das heitere Geschichtchen hat Regisseur Jan Bodinus schon mal besser inszeniert - vergangenes Jahr am Neuen Theater. Vielleicht hätte der Boomerang Jasmin Wagner dieses Mal besser nicht zurückgebracht.

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„Trennung für Feiglinge“, am Sonnabend ab 20 Uhr im Theater am Aegi.

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