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Trompeter Till Brönner jazzt mit Schüler-Bigband
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Gymnasium Berenbostel Trompeter Till Brönner jazzt mit Schüler-Bigband

Deutschlands berühmtester Jazztrompeter Till Brönner hat mit der Big Band des Berenbosteler Gymnasiums für den großen gemeinsamen Auftritt geprobt.

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„Spielt mit Lächeln“: Till Brönner.

Quelle: Körner

Hannover. Till Brönner kommt gleich zur Sache: „Viel erzählen brauchen wir gar nicht: Die Musik sagt das Wichtigste.“ Und dann steht er auch schon auf der Bühne in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Berenbostel vor der Big Band. Er schnippt den Takt mit dem Finger vor: „One, two – one, two, three, four“, und die Band setzt mit lauten, blechern-schönen Jazzklängen ein, begleitet vom leichten Rhythmus von Klavier, Schlagzeug und von den Percussions. Brönner wippt den schnellen Takt mit dem Fuß mit und setzt in einer kurzen Pause mit seinem Trompetensolo ein, auf das die Big Band im Hintergrund mit ihren Einsätzen zu antworten scheint.

Fast den ganzen Tag wurde gestern in der Aula geprobt, denn heute Abend geben die Schul-Big-Band und der berühmteste Jazztrompeter Deutschlands gemeinsam ein Konzert – das in kürzester Zeit ausverkauft war. Die Proben und den Auftritt mit Brönner hat die Big Band um Leiter Bodo Schmidt beim Bundeswettbewerb „Jugend jazzt“ gewonnen. Der gestiftete „Škoda Jazz Preis“ ist ein Workshop mit Till Brönner.

Bevor der Star im Garbsener Stadtteil eintrifft, hält sich die Aufregung in der Aula in Grenzen. Die Big Band der Schule, die Leiter Bodo Schmidt 1994 gegründet hat, gehört zu den besten Ensembles des Landes, gibt sogar 20 bis 30 Konzerte in anderen Städten und hat auch den Preis nicht zum ersten Mal gewonnen. „Wir haben vor zwei Jahren in Dresden schon mal mit Till Brönner geprobt“, sagt Posaunist Jörn Eike Schmidt, der nach dem Abitur in der Band geblieben ist. „Der wird uns schon noch kennen“, glaubt auch Musik- und Trompetenlehrer Martin Jursch.

Oliver Prahlow ist da schon aufgeregter. Mit Trompete fing er in einer Bläserklasse im fünften Jahrgang an und stieg dann langsam über die Junior-Stage-Band und die Stage Band auf. „Dann wurde ich in die Big Band eingeladen“, sagt der 16-Jährige, der bei den Proben immer ganz hinten sitzt, schüchtern. „Das ist schon eine Ehre, dort zu spielen, und dann noch mit Till Brönner ... Ich bin gespannt, was der zu unserem Programm sagt.“ Das ist auch Bandleiter Bodo Schmidt: „Brönner hat ziemlich hohe Ansprüche, aber wir spielen ja auch auf einem hohen Level und haben seit Wochen geprobt.“

Als Till Brönner kommt, verstummen die Tonleiterläufe auf dem Klavier, das Stimmen der Bläser. Mit schwarzem Kurzmantel, hochstehendem Kragen, kariertem Schal, Jackett und Jeans kommt er gut gelaunt in die Aula und begrüßt jeden Schüler mit Handschlag. „Wie viele Stücke spielen wir, wie viel Zeit haben wir, und wann ist das Konzert?“, sind die ersten Fragen. Dann noch ein Hinweis, sich vor dem Auftritt nur nicht verrückt machen zu lassen, und dann beginnt auch schon die Probe.

Eine große Herausforderung sei es für ihn, junge Menschen an Jazz heranzuführen, sagt Brönner: „So wie die jungen Musiker das hier machen, habe ich noch Hoffnung, dass es mit Jazz weitergeht.“ Er kann sich noch gut darin erinnern, wie er selbst vor 30 Jahren zum ersten Mal in der Big Band seiner Bonner Schule hinter dem Notenständer saß. „Das war ein Gefühl wie auf Eiern.“ Beim ersten Konzert spielst du einen Ton, beim nächsten zwei, habe sein Musiklehrer damals zu ihm gesagt, und ihm so die Aufregung genommen. „Aber eine Big Band hat auch etwas Ehrfurchteinflößendes, und ein Konzert ist immer mit Aufregung und Adrenalin verbunden.“

Als bei der Probe das erste Stück gemeinsam gespielt ist, lobt der Trompeter sein neues Ensemble und klatscht. „Das ist alles sehr, sehr gut.“ Trotzdem hat er natürlich noch „Kleinigkeiten“. Immer wieder unterbricht er bei der Probe nach kurzen Einsätzen. „Das war zu sehr in einer Lautstärke durchgebügelt. Könnt ihr alle ein bisschen engagierter spielen? Aber engagierter heißt nicht lauter“, sagt er und singt den Rhythmus vor: „dö deb deb de de döööö dep.“ Und einen Tipp hat er noch, bevor die Probe weitergeht: „Setzt alle ein imaginäres Lächeln auf.“ Ein unnötiger Hinweis. Beim Zusammenspiel mit dem berühmten Trompeter strahlen sie alle – auch während des Spielens.

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