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Kultur Tine Thing Helseth beim Liepe & Co-Festival
Nachrichten Kultur Tine Thing Helseth beim Liepe & Co-Festival
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00:18 13.06.2018
Tine Thing Helseth Quelle: Kyrre Lien
Hannover

Stahlrohre, Metallsägen, Rolltore - hier sieht es mehr nach Arbeit als nach Konzertsaal aus, doch Konzerte funktionieren hier sehr gut. International renommierte Musiker mit erlesenen Kammermusik-Programmen haben Nils und Niklas Liepe, in die Stahlhallen der Firma Nettlenbusch und Syrowy am Südbahnhof eingeladen. Mit Erfolg: Jetzt fand zum zweiten Mal das Festival Liepe & Co. in dem besonderen Rahmen der Stahlhalle statt.

Zur Eröffnung gab es ein Programm mit Trompete und Klavier. Die Norwegerin Tine Thing Helseth ist eine wahre Virtuosin auf ihrem Instrument. Und zwar nicht wegen äußerlicher Effekte, sondern weil sie es eindrucksvoll versteht, der Trompete die unterschiedlichsten Facetten zu entlocken und sich mühelos zwischen den Stilen und Zeiten zu bewegen. Kammermusikalische Sololiteratur für Trompete gibt es weniger als für andere Instrumente. Da liegt es nahe, Stücke zu bearbeiten, die sich auf der Trompete gut darstellen lassen. Der Eröffnungsabend des Festivals hat gezeigt, wie gut Lieder zu Klang und Charakter des Instruments passen. Sei es mit dem Zyklus „Haugtussa“ von Edvard Grieg oder mit den vier Puschkin-Vertonungen von Schostakowitsch und auch, zum Abschluss des Programms, mit drei Songs von Kurt Weill – das Arrangement dieser so unterschiedlichen Vokalkompositionen für Trompete ist eine mehr als lohnenswerte Transformation.

Als ein zentrales Werk auf dem Programm spielten Tine Thing Helseth und ihr Pianist Gunnar Flagstad die Sonate für Trompete und Klavier von Paul Hindemith. Der Komponist wird oftmals, und nicht ganz zu unrecht, als etwas spröde empfunden, zeigt sich mit diesem Stück aber von einer sehr farbigen Seite.

Das ausgesprochen abwechslungsreiche Programm umfasste noch jeweils eine Komposition der Norweger Geirr Tveitt und Edvard Hagerup Bull, rumänische Volkstänze von Béla Bartók und Tango-Rhythmen von Astor Piazzolla. Tine Thing Helseth, die das Programm selbst moderierte, ist in absoluter Einheit mit ihrem Instrument eine bemerkenswerte Musikerin, zusammen mit Gunnar Flagstad ein bestens eingespieltes Duo.

Begeisterter Beifall in der zum Konzertsaal umfunktionierten Fabrikhalle, den die Musiker mit Piazzollas berühmtem Libertango dankten.

Von Christian Schütte

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