Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Erdogan-kritisches Foto wird nicht entfernt

Ausstellung in Genf Erdogan-kritisches Foto wird nicht entfernt

Ein Bild, das in Genf in einer Kunstausstellung hängt, hat den Unmut der türkischen Behörden entfacht: Sie fordern von der Stadtverwaltung, dass die Aufnahme entfernt wird. Diese hat sich nun zu Wort gemeldet und Erdogan eine Abfuhr erteilt.

Voriger Artikel
Niki de Saint Phalle ganz groß
Nächster Artikel
Jamie-Lee veröffentlicht ihr Debütalbum

Demir Sönmez vor dem Bild, mit dem er an Berkin Elvan erinnert.

Quelle: EPA/SALVATORE DI NOLFI

Genf. Das Bild werde weiter auf dem zentralen Platz vor dem europäischen Sitz der Vereinten Nationen gezeigt, sagte der Genfer Stadtrat Guillaume Barazzone am Dienstag dem Schweizer Fernsehen SRF. "Genf und die Schweiz stehen für die Freiheit der Meinungsäußerung ein", betonte er. Das türkische Konsulat in Genf hatte die Entfernung des Bildes verlangt.

Auf dem Bild des Genfer Fotografen Demir Sönmez aus dem Jahr 2014 ist ein Transparent zu sehen, auf dem Erdogan für den Tod eines Jugendlichen bei einer Protestaktion in Istanbul verantwortlich gemacht wird.

In französischer Sprache steht auf dem Transparent neben einem Porträtfoto: "Ich heiße Berkin Elvan, die Polizei hat mich auf Anordnung des türkischen Ministerpräsidenten getötet".

Elvan starb nach monatelangem Koma

Das beanstandete Bild ist Teil einer Ausstellung mit 58 Fotografien auf dem Place des Nations vor dem Genfer Sitz der Vereinten Nationen. Sie soll planmäßig noch bis zum Sonntag laufen und zeigt Werke des Schweizer Fotografen kurdisch-armenischer Abstammung. Sönmez sagte, er wolle den "vielfachen Kampf des Volks" zu zeigen.

Elvan war im Sommer 2013 am Rande der Gezi-Proteste im Istanbuler Viertel Okmeydani von einer Tränengaskartusche tödlich am Kopf verletzt worden. Nach Darstellung seiner Eltern war er unterwegs gewesen, um Brot zu kaufen, als er getroffen wurde. Am 11. März 2014 starb der Teenager im Alter von 15 Jahren nach monatelangem Koma.

Rund 2000 Strafverfahren wegen mutmaßlicher Beleidigung

Kritiker werfen Erdogan vor, das Recht auf freie Meinungsäußerung immer weiter einzuschränken. Seit seinem Amtsantritt als Präsident im Sommer 2014 sind in der Türkei rund 2000 Strafverfahren wegen mutmaßlicher Beleidigung des Staatsoberhauptes eingeleitet worden.

Aber auch im Ausland versucht die türkische Regierung, kritische Äußerungen gegen Erdogan zu unterbinden. In Deutschland geht Erdogan mit juristischen Mitteln gegen das "Schmähgedicht" des ZDF-Moderators Jan Böhmermann vor ( Die Hintergründe finden Sie auf unserer Themenseite).

dpa/afp

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Billy Talent in Hannover

Billy Talent in Hannover: Die besten Bilder des Konzerts in der Swiss-Life-Hall.