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Kultur Santiano begeistert mit Seefahrer-Rock in Hannover
Nachrichten Kultur Santiano begeistert mit Seefahrer-Rock in Hannover
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17:52 21.02.2018
„Gott muss ein Seemann sein“: Santino bringen das Meer in die Tui-Arena. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

„Hannover, künnt ihr Plattdütsch verstoen?“, fragt Hans-Timm „Timsen“ Hinrichsen – und das Publikum jubelt. Die Shanty-Rockband Santiano mag es maritim: Während die sieben Männer in Schwarz auf der Bühne fiedeln, ihre Gitarren bearbeiten und mit rauer Stimme singen, flackern im Hintergrund Schiffsbilder über die Bildschirme, Wellen branden. In der Tui-Arena schunkeln am Donnerstagabend Mittsechziger im Hemd neben Familien im lockeren T-Shirt im Rhythmus der Seemannssongs.

Die Schleswig-Holsteiner gelten als „erfolgreichste Band Deutschlands“: Schon das Debüt „Bis ans Ende der Welt“ schoss 2012 an die Spitze der Charts, es folgten Auftritte im Vorprogramm von Helene Fischer und auf dem Wacken-Festival. 

Seefahrer-Rock seit 2012 

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte 2011 bei einer Party von Hartmut Krech, einem Flensburger Musikproduzenten. Der schlug den Musikern um Hinrichsen vor, eine Shanty-Rockband zu gründen – ein kluges Marketingkonzept. Mit einer Mischung aus rockigen Gitarrenriffs, Geigengefidel und Texten voller Piratenvokabular steht Santiano seitdem für Seefahrer-Rock mit Sehnsuchtspathos. Jedes Album, – zuletzt „Im Auge des Sturms“ – erreichte Platz eins der deutschen Albumcharts. 

Die Mittfünfziger und Mittsechsiger singen live mit einer so brummbärigen Feierlichkeit über Freiheit und Whiskey, dass es beinahe irritierend ist, dass nicht alle Santiano-Mitglieder einen wild wuchernden Vollbart haben. Dass die Seefahrt für sie eine rein männliche Angelegenheit ist, bekennen Hinrichsen, Axel Stosberg, Björn Both und Peter „Pete“ Sage völlig unbekümmert: „Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren, müssen Männer mit Bärten sein“ heißt es in einem Song. Das Publikum jubelt. Als lieblicher Gegenpart ist Sängerin Anna Brunner beim Lied „Im Auge des Sturms“ dann aber doch willkommen.

Flammen schießen neben den ständig nach vorn gebeugten Musikern aus dem Bühnenboden. Dazu singen die 9200 Zuschauer im Stehen laut heroische Endzeit-Songs wie „Bis ans Ende der Zeit“ oder treibende Seefahrer-Lieder wie „Joho und ’ne Buddel voll Rum“ oder „Gott muss ein Seemann sein“ mit und klatschen im Takt. 

Aber Santiano kann auch ernst: „Sich als die Guten feiern zu lassen, ist mittlerweile nicht mehr schwer, weil es viel größere Arschlöcher gibt“, sagt Bassist Both über die etablierten Parteien und warnt vor dem Einfluss der AfD: „Die Freiheit wird gehen unter dem donnernden Applaus des Volkes“.

Wegen der großen Nachfrage gibt es am 5. Dezember eine Zusatzshow in der Tui-Arena. 

Von Kira von der Brelie

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