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Kongress in Hannover

„Up and Coming“-Macher wollen Schwung in die Filmbildung bringen

Von Stefan Stosch

Die Stunde der Regisseure: Die „Up and Coming“-Festivalmacher wollen die Filmbildung in Deutschland voranbringen. Am Sonnabend treffen sie sich dazu mit 200 Fachleuten zu einem Kongress in Hannover.

Goetheschüler beim Dreh in der Aegidientorkirche.

© Wilde

Filme stehen auch auf dem Programm. Ungewöhnliche Blicke auf Hannovers Aegidienkirche oder den Großen Garten in Herrenhausen werden präsentiert, jüngst gedreht von hannoverschen Goetheschülern und mit eigenem Soundtrack versehen. Aber der Zweck des Kongresses „Film up“, der morgen im Raschplatz-Pavillon beginnt, ist ein anderer: Er soll Schwung bringen in die Entwicklung der Filmbildung in Deutschland.

Wenn alles nach Plan läuft, steht am Ende ein Manifest, adressiert an Medienpädagogen, Politiker, Filmförderer im Land. Der Begriff „Medienkompetenz“, von vielen im Munde geführt, soll mit konkreten Inhalten gefüllt werden – und zwar ausnahmsweise mal nicht gemünzt auf den Umgang mit Internet und Computer, wie es sonst zumeist geschieht.

200 Fachleute – Medienpädagogen, Lehrer, Schüler, Professoren, Kulturpolitiker, Filmemacher, Abgesandte von Landesmedienanstalten – kommen bis zum Sonnabend im Pavillon zusammen. Eingeladen haben die „Up and Coming“-­Macher um Burkhard Inhülsen, deren Arbeit schon lange auf den Aufbau von Netzwerken über das Jugendfilm-Festival hinaus abzielt. Drei Jahre lang hat das Bundesbildungsministerium das aktuelle Projekt mit insgesamt 280.000 Euro gefördert. Zunächst wurden Jugendliche aus unterschiedlichen Milieus in verschiedenen Städten zusammengebracht, um Filme zu drehen. Der hannoversche Kongress soll nun aus den Erfahrungen Lehren ziehen – inklusive eines Blicks über Deutschland hinaus: 25 europäische Projekte werden vorgestellt.

„Bislang wird Filmbildung vor allem mit der bloßen Analyse gleichgesetzt“, sagt Inhülsen. Wichtig sei diese zweifellos, doch müssten junge Leute ebenso in den Stand versetzt werden, sich selbst mit der Kamera auszuprobieren – und zwar lange, bevor sie alt genug seien, um sich auf einen der begehrten Plätze an einer Filmhochschule zu bewerben.

Es seien an den Schulen zahlreiche filmbegeisterte Lehrer unterwegs, so Claudia Wenzel von „Up and Coming“ – doch fehlten ihnen oft das Know-how und Ansprechpartner außerhalb des Unterrichts. „Up and Coming“ hat deshalb parallel ein Pilotprojekt gestartet, bei dem sich niedersächsische Pädagogen zu „Filmlehrern“ ausbilden lassen. In der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel werden bis November kommenden Jahres 16 Lehrer von Profis unterrichtet.

Nicht ausgeschlossen, dass am Ende des hannoverschen Kongresses die Forderung steht, Film als eigenes Unterrichtsfach zu etablieren. „Womöglich wird Film dann erst wirklich ernst genommen“, sagt Andreas Hedrich von „Up and Coming“. Die Meinungen darüber gingen allerdings auseinander, vermutlich auch von Donnerstag bis Sonnabend im Pavillon.

Anmeldungen für den Kongress unter www.kongress.film-up.org. Am Freitagabend werden um 20.30 Uhr im Pavillon Schülerfilmprojekte vorgestellt, darunter „Cityzooms Music“ der Goetheschule.

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