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Kultur Voller Erfolg für Münchhausen-Museum
Nachrichten Kultur Voller Erfolg für Münchhausen-Museum
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14:40 30.07.2012
Das Münchhausen Museum in Bodenwerder. Quelle: dpa
Bodenwerder

Wenn Karin Beißner Besucher durch Bodenwerder führt, macht sie bisweilen ein sorgenvolles Gesicht. Sie weist auf unbewohnte Häuser und leerstehende Geschäfte hin. Und längst seien auch die einst blühenden Werften geschlossen. „Hier steht nicht alles zum Besten. Vor allem fehlen Arbeitsplätze“, sagt die Stadtführerin.

Beim Thema „Münchhausen“ jedoch hellt sich die Miene der pensionierten Lehrerin auf. Und das passiert fast an jeder Ecke. Denn Münchhausen ist in dem Städtchen an der Oberweser allgegenwärtig:
Denkmäler, Straßennamen, Häuser - vieles weist auf den berühmtesten Sohn der Kleinstadt im Weserbergland hin. Besonders stolz zeigt die ehrenamtliche Stadtführerin das Münchhausen-Museum.

Ende der 1990-er Jahre war die sogenannte Schulenburg - ein mittelalterliches Steinhaus aus der Zeit um 1300 direkt neben dem Geburtshaus des legendären Lügenbarons - nur noch eine heruntergekommene Ruine. Unter Federführung des damaligen Stadtdirektors Herbert Bröckel machten sich Bodenwerders Einwohner dann an die Sanierung. „Damals wurden rund 500.000 Euro Spendengelder gesammelt“, erinnert sich der ehrenamtliche Museumsleiter Werner Koch.

Nur in den Sommermonaten geöffnet

2002 war aus der Ruine schließlich ein Schmuckstück geworden. „Ein halbes Jahr haben wir dann gebraucht, um das Museum einzurichten“, sagt Koch. Seither ist das Münchhausen-Museum, in dem das Leben des Lügenbarons nachgezeichnet wird, eine Erfolgsgeschichte. „Wir haben Jahr für Jahr im Schnitt mehr als 20.000 Besucher“. Dabei ist das Museum nur in den Sommermonaten geöffnet.

Der Mann, um den sich alles dreht, ist Hieronymus Carl Friedrich Freiherr v. Münchhausen. Er wurde 1720 im Herrenhaus neben dem heutigen Museum geboren. Dort ist er im Jahr 1797 auch gestorben.
Er hat der Welt nicht nur seine fantastischen Geschichten vom Ritt auf der Kanonenkugel, dem Hirsch mit dem Kirschbaum auf dem Kopf, vom geteilten Pferd oder von der Rettung aus dem Sumpf durch das Ziehen am eigenen Schopf hinterlassen. Im Museum finden sich auch Möbel, Gerätschaften und kuriose Gegenstände aus seinem Haushalt sowie reichlich Bilder und Urkunden.

Vor allem aber werden Hunderte von Münchhausen-Büchern aus aller Welt präsentiert. „Die unglaublichen Geschichten gibt es in mehr als 40 Sprachen“, sagt Werner Koch. Im Museum lasse sich die Entwicklung des Büchleins zum Welt-Bestseller bestens nachvollziehen.

Ebenso wie der Leiter sind auch seine fünf Museums-Helferinnen ehrenamtlich aktiv. An diesem Vormittag steht Elke Helmig hinter dem Empfangstresen. Sie verteilt Prospekte, kassiert Eintritt und verkauft als Souvenir Münchhausen-Likör, der von einem örtlichen Apotheker nach einem Geheimrezept hergestellt wird. Noch besser laufe allerdings der Schlüsselanhänger mit Münchhausen auf der Kanonenkugel.

Die zehnte Saison des Museums könnte ihm einen neuen Besucherrekord bescheren. „Es läuft bisher sehr gut“, sagt Leiter Koch. Denn immer mehr Radwanderer, die entlang der Weser unterwegs sind, finden nicht nur den Weg nach Bodenwerder, sondern auch ins Münchhausenmuseum - ungelogen.

dpa/kas

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