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A-cappella-Woche zeigt noch einmal ihre Bandbreite

Vorletztes Konzert im Pavillon A-cappella-Woche zeigt noch einmal ihre Bandbreite

New Yorker Gelassenheit und Hollywood-Effekte: Beim vorletzten Konzert der A-cappella-Woche am Sonnabend im Pavillon zeigt das Ensemble New Yorker Voices noch einmal die ganze Bandbreite der Musik, die auf Instrumente verzichtet.

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Mit dem Charme ihrer Heimatstadt: Die New York Voices im Pavillon.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Gleich mit ihrem zweiten Stück führen die New York Voices ein unerwartetes fünftes Ensemblemitglied ein. „Ich erkläre das mal eben für all die A-cappella-Fans“, sagt Darmon Meader, „das hier nennt man ein Klavier.“ Sein Kollege Peter Eldridge hat derweil am Flügel Platz genommen. Man breche eben die Regeln ein wenig, sagt Meader zum Einsatz eines Instruments bei dem Festival, das - wie eben die A-cappella-Woche - den Verzicht auf Instrumente im Namen trägt. Und Meader selbst greift später noch zum Saxofon.

Musik, die berührt

So undoktrinär sind die New York Voices, die den Ruf eines der weltbesten Vokal-Jazz-Ensembles haben. Das liegt vor allem an ihren unprätentiösen, gelassenen, dabei höchst präzisen Arrangements. Im Mittelpunkt steht Musik, die berührt - unabhängig davon, wie sie entsteht.

Im ersten Teil des Doppelkonzertes zeigte das achtköpfige Ensemble str8voices aus Hannover einen anderen Zugang zur Vokalmusik: Sein Power-Pop setzt auf vollen Klang und raffinierte Illusionen. Dazu passt eine Vorliebe für Filmmusik, inklusive aller Effekte und einer guten Portion Pathos. Die Vielzahl erzeugter Stimmklänge fügt sich auf der Bühne zur gelungen breitbeinigen Show nach Hollywood-Art. Dagegen setzen die New York Voices den Charme ihrer Heimatstadt. Wenn Meader ein Gesangssolo improvisiert, ist egal, welches Instrument dieses in einer Band spielen würde. Er ahmt nicht nach, sondern erlaubt seiner Stimme so viel Charakter wie möglich.

Erfolg mit stilistischer Vielfalt

Die zwei Ensembles illustrieren die Bandbreite von Vokalmusik dieser 17. A-cappella-Woche. Dabei passte die Vielfalt der Konzerträume zu der der Interpreten. Ob finnische Hip-Hop-Variationen im Kulturzelt, australisches Entertainment in der Christuskirche, ungarische Renaissance-Interpretationen in der Kreuzkirche oder österreichische Body Percussion im Isernhagenhof: „Während unseres Festivals passiert immer etwas Besonderes“, fasst Roger Cericius vom Verein Lausch-Kultur das Rezept zusammen. Die Begeisterung des Publikums wächst - fast alle Konzerte waren ausverkauft, die Zahl der fürs Finalkonzert verkauften Karten verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr.

Ein Indikator für den Umgang mit Vokalmusik waren beim Festival übrigens Beatles-Interpretationen. Während die Banchieri Singers bei „Honey Pie“ musikhistorische Referenzen herausstellen, klingt „Ticket To Ride“ bei den str8voices wie die Titelmelodie einer coolen Fernsehserie. Und den New York Voices gerät „In My Life“ fast zum Gospel: melancholisch, getragen und zärtlich.

Von Thomas Kaestle

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