Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
23 Theater, 31 Spielorte: Der Vorverkauf beginnt

16. Lange Nacht der Theater 23 Theater, 31 Spielorte: Der Vorverkauf beginnt

Wer die Lange Nacht der Theater verstehen will, muss Harald Schandry zuhören. Der gebürtige Frankfurter, Leiter des Freien Theaters, kennt und gestaltet die Theaterszene in Hannover seit vielen Jahrzehnten, länger also, als es die Lange Nacht gibt. Dass Hannover Theaterstadt ist, zeigt sie bei der 16. Langen Nacht der Theater. Der Vorverkauf startet am Donnerstag.

Voriger Artikel
Jahundertsänger Franz Mazura gastiert in Hannover
Nächster Artikel
Das war Samy Deluxe im Capitol

Wo Theater echtes Handwerk ist: Kulturdezernent Harald Härke, Schauspiel-Sprecherin Tanja Schulz und Harald Schandry, Leiter des Freien Theaters, präsentieren das Programm in der Werkstatt des Schauspielhauses.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. „Als es 2002 losging, hatten die Staatstheater, die damals vorhandene freie Szene und die Amateurtheater getrennte Existenzen.“ Die Intendanten Schulz (Schauspiel) und Weber (Landesbühne) hätten mit der Nacht bewusst einen Schritt auf die freie Szene zugemacht, und diese hätte „nach kurzem Zögern“ auch mitgemacht.

Die freie Szene wiederum habe noch heute Berührungsängste mit Amateurtheatern, weil viele Angst hätten, mit den Hobbytruppen verwechselt zu werden. Und so fungiert die Nacht – immer noch oder schon wieder – als Plattform der Annäherung, denn „sie öffnet sich zunehmend auch den Amateuren, und ich sehe auch gar nicht ein, dass die da nicht auftreten sollten“, sagt Schandry. Nicht ohne den Hinweis, dass es dabei nicht nur um Liebhaberei und Leidenschaft gehe, sondern auch um oft beeindruckende Qualität. „Und so ist also ganz Hannover Theaterstadt und übt für die Kulturhauptstadt.“

Bewerbung mit Sogwirkung

Die Bewerbung für diesen Titel im Jahr 2025 hat in der städtischen Künstlerschaft eine zunehmende Sogwirkung. „Wer Kulturhauptstadt Europas werden will, braucht eine großartige Theaterszene“, sagte Kulturdezernent Harald Härke gestern bei der Vorstellung in den Werkstätten des Schauspielhauses. So wird die 16. Lange Nacht der Theater am 20. Mai auch eine kleine kulturelle Leistungsschau. 23 Theater an insgesamt 31 Spielorten – seht her, was wir alles haben!

Härke hofft, wohl nicht als Einziger, auf gutes Wetter, nicht nur wegen der traditionell vielen Flaneure an dem Abend, sondern auch wegen der Party mit Livemusik auf dem Theaterhof, der wieder eine Art Festivalmitte sein wird. Um 23 Uhr werden dort die Planetoids sicherlich auch viel Jungvolk anlocken.

Ein paar neue Spielorte sind dabei wie das Leibniztheater, die ehemalige Werkstatt-Galerie Calenberg, wo unter anderem Rainer Künnecke Mördergeschichten von Fritz Haarmann erzählen wird, in denen es unter anderem ums Essen geht.
Ums Trinken geht es in der Oper, genauer gesagt um das kultivierte Saufen, natürlich erst um 22 Uhr. Dann aber gibt es hoch konzentriert „Liebestränke und andere Alkoholika“, eine Zusammenstellung von „beschwipsten Arien aus Oper und Operette“.
Wer danach den Kanal noch nicht voll hat, kann sich den „Trinkliedern für Fortgeschrittene“ hingeben, ausgeschenkt von wem sonst als Kapellmeister Siegmund Weinmeister. Um Mitternacht schließlich ruft Dan Ratiu zum Opernchor-Karaoke, einem ziemlich beliebten Publikumsspätsingen.

Der Reiz ist das breite Spektrum

Neben diesen Häppchen bieten Oper und Schauspiel auch ein komplettes Stück an – jeweils zerlegt in zwei Teile. In der Oper sind das „Gefährliche Liebschaften“, ein Ballett von Jörg Mannes, im Schauspiel Lutz Hübners „Richtfest“.

Aber es geht auch kleiner. Und anders. Der Reiz der Langen Nacht ist neben dem Flanieren und den neu zu entdeckenden Orten das Spektrum, das Hannover zu bieten hat, wenn man die Szenen zusammenbringt. Das Kindertheaterhaus Theatrio am Großen Kolonnenweg öffnet sich seit einiger Zeit auch dem Puppentheater für Erwachsene. In der Langen Nacht bietet das Theatrio mit „Arzt hätt’ ich nicht werden dürfen – die Eichmann-Protokolle“ schwere Kost aus dunkler Vergangenheit und mit „Klamms Krieg“ ein Stück aus dem Klassenzimmer. Beide Vorstellungen sind für Jugendliche ab 15 Jahren.

Aber es geht natürlich auch leichter: Im Uhu-Theater in der Südstadt feiern Denis Fischer und Carsten Sauer die Hits von Elvis Presley, im Theater Erlebnis in der Nordstadt bietet das Stück „Der Sprachabschneider“ viel Wort und Spiel rund um unsere schöne Sprache. Willi Schlüter spielt das Solo „Heute weder Hamlet“ im Theater in der List, und im Café Lohengrin bieten die Pudernäschen gesangliche Auszüge aus dem Hannover-Musical „Kröpcke“.

Der Vorverkauf beginnt am Donnerstag an der Kasse im Schauspielhaus. Die Preise sind wie im Vorjahr, 15 Euro kosten ein Einlassband und Tickets für zwei Vorstellungen, jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn werden auch an den Spielstätten Karten verkauft.
Wieder fahren extra Kulturbusse auf insgesamt vier Routen, die die Zuschauer im 15- oder 30-Minuten-Takt zu den Spielorten bringen. Die genauen Fahrpläne wie auch das gesamte Programm des Abends gibt es unter www.langenachtdertheater-hannover.de.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Hangover Jam auf der Gilde Parkbühne

2500 Fans feiern mit Bausa, den Orsons, 187 Straßenbande, dem Duo Audio88 und Yassin und weiteren Größen aus der Hip-Hop-Szene.