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Kultur Das stille Leuchten
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02:15 20.03.2017
Von Daniel Alexander Schacht
Genau, doch nicht detailversessen: „Bei Gerold, morgens“ (2016). Quelle: Schacht
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Hannover

Um dieses Spitzlicht zu erleben, muss man ziemlich früh im winterlichen Tiefschnee unterwegs sein. Am besten noch vor Sonnenaufgang. Vielleicht auf hochalpinen Almen. Dann aber jedenfalls bei Gerold.

Genau so, nämlich „Bei Gerold, morgens“ heißt das Bild, auf dem die Morgenröte einen rosigen Rand am Dachfirst dreier Heustadel ebenso wie über der Silhouette einer Bergkette formt. So genau geht der Künstler Reiner Wagner bisweilen ins Detail, dass man beim Betrachten seiner Landschaftsbilder - je nach Motiv - fast den Schnee unter den Skiern knirschen, das Eis klirren, das Wasser plätschern oder das Heu rascheln zu hören vermeint.

Zur Galerie
Präzision und Abstraktion: Die Galerie Koch zeigt in der Ausstellung "Ferne und Nähe" die Landschaften von Maler Reiner Wagner.

Für dieses Erlebnis muss man jetzt nicht im Morgengrauen zu Almen aufsteigen - man kann auch die Galerie Koch besuchen, die 60 Werke Wagners, Ölgemälde und einige Aquarelle, zeigt. Der 75-jährige gebürtige Hildesheimer widmet sich vor allem der Landschaft seiner Wahlheimaten am Starnberger See und auf Korsika. Doch sichtlich weniger als die Abbildung dieser Orte interessiert ihn deren Licht, dessen Effekte er mit großer Präzision auf der Leinwand festhält. Von den sonstigen Details der bei ihm stets menschenleeren Landschaft abstrahiert er mit eher gestisch-expressiven Pinselstrichen. Und er schert sich auch nicht immer um bildkompositorische Traditionen, schneidet Häuser an oder Bergspitzen ab. Es ist also ein auf den zweiten, genaueren Blick durchaus unkonventioneller Maler, den die Galerie Koch hier präsentiert - seit 1989 übrigens schon zum sechsten Mal.

Reiner Wagner: „Ferne und Nähe“. Bis 15. April in der Galerie Koch, Königstraße 50.

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