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18:47 28.08.2017
Von Ronald Meyer-Arlt
Freie Sicht: Das Gartentheater – hier beim Auftritt von Gustav Peter Wöhler – soll nicht von Kulissen verdeckt werden. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Die Bühne ist einzigartig. Die nach hinten sanft aufsteigende Spielfläche des Gartentheaters Herrenhausen ist mit Hecken und vergoldeten Figuren gesäumt. Es ist das einzige regelmäßig bespielte Heckentheater der Welt. Seit zwei Jahren wird hier das Festival „Sommernachtsträume im Gartentheater“ veranstaltet.

Zuvor gab es im Gartentheater Shakespeare-Musicals vom Gespann Heinz Rudolf-Kunze und Heiner Lürig. Deren „Sommernachtstraum“ im Jahr 2010 hatte - den Angaben der Veranstalter zufolge - mehr als 19 000 Besucher. Das aktuelle Gartentheaterfestival, das ein gemischtes Programm mit Lesungen, Poetry-Slam, Konzerten und Theatergastspielen bot, hatte 3500 Besucher. Weil die Zahl in etwa der des Vorjahres entspricht, werteten die Veranstalter das als Erfolg.

Kunzes Shakespeare im Aegi

Lürig und Kunze wollten für das Gartentheater gern weitere Stücke produzieren, das wurde von Ronald Clark, dem Direktor der Herrenhäuser Gärten, abgelehnt. Also wird die nächste Kunze-Lürig-Produktion nicht im Gartentheater Herrenhausen, sondern im Theater am Aegi zu sehen sein. Dort soll im August 2018 Shakespeares „Wie es euch gefällt“ als Musical gespielt werden. In den kommenden Tagen soll mit dem Casting für das Musical begonnen werden.

In Herrenhausen wird es 2018 mit Gastspielen beim Festival „Sommernachtsträume im Gartentheater“ weitergehen. „Etwas im positiven Sinne Leichtes“ schwebt Ronald Clark vor. Das Programm wird gerade erstellt. „Wir haben die Nachteile der diesjährigen Planung durchaus gesehen“, sagt Clark, deshalb habe man sich fürs nächste Programm externe Hilfe geholt. Eine Dramaturgin soll die Programmmacher beraten.

Dem Herrenhausen-Direktor ist es wichtig, dass das Gartentheaterfestival nicht zu groß wird. Die Plätze im Gartentheater wurden von früher 900 auf 450 reduziert. Das hat mit neuen Sicherheitsauflagen und Fluchtwegen zu tun - aber auch mit dem Wetter. 450 Besucher können bei Regen schnell in die benachbarte Orangerie umziehen.

Ein großes Musical mit opulentem Bühnenbild passe auch nicht recht in die Herrenhäuser Gärten, sagt Ronald Clark. „Zwanzig Prozent unserer Gäste kommen aus dem Ausland. Die wollen das berühmte Gartendenkmal sehen, zu dessen Höhenpunkten das Gartentheater gehört.“ Und das dürfe in den Sommermonaten nicht durch ein Bühnenbild verstellt werden. Die Auftritte von Gaststars wie Dominique Horwitz, Gudrun Landgrebe oder Rufus Beck bei den „Sommernachtsträumen“ kämen gut beim Publikum an - und hätten den Vorteil, dass am nächsten Tag kein sperriges Bühnenbild den Gartengenuss der Touristen schmälern würde. Deshalb werde es mit diesem Format vorerst weitergehen. Aber das könne sich durchaus auch verändern. „Wir sind offen für neue Ideen“, sagt Ronald Clark.

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