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Kultur Weihnachtskonzert des Staatsorchesters
Nachrichten Kultur Weihnachtskonzert des Staatsorchesters
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00:15 21.12.2017
Violinistin Quelle: Staatsoper Hannover
Hannover

Klassik ist nicht gleich Klassik. Selbst bei den meistgespielten Komponisten gibt es genug Stücke, die nur sehr selten oder nie im Konzertsaal zu hören sind. Die Weihnachtskonzerte des Staatsorchesters in Herrenhausen bieten traditionell die Gelegenheit, einige dieser geheimen Klassiker kennenzulernen. 

Die dritte Sinfonie von Joseph Haydn etwa ist streng chronologisch gezählt zwar wohl bereits zweistellig – angesichts einer Gesamtzahl von 104 Sinfonien aber in jedem Fall ein Frühwerk. Unter Leitung des finnischen Dirigenten Valtteri Rauhalammi, der seit Beginn der Spielzeit Erster Kapellmeister an der Oper ist und der sich nun erstmals in einem Konzert präsentierte, beweist das klein besetzt groß aufspielende Orchester, dass das kein Makel ist: Haydns Musik ist schon hier eingängig und originell zugleich – unschlagbar raffiniert im Umgang mit den Erwartungen des Hörers.

Rauhalammi serviert diese lichten Klänge in pragmatischem Umgang mit den Errungenschaften der historischen Aufführungspraxis: Er setzt auf knappe, sorgfältig ausgearbeitete Phrasierungen und verzichtet doch nicht auf den vollen Klang, der durch die basslastige Akustik der bestens besuchten Galerie noch verstärkt wird. Auch die 27. Sinfonie, die Mozart noch als Teenager komponiert hat, präsentiert Rauhalammi auf diese angenehme Art: ein Vorgeschmack auf die „Zauberflöte“, die erim Januar als Neuproduktion leiten wird. Dass er auch romantisches Pathos kann, ließ Rauhalammi in zwei kurzen Stücken seines Landmanns Jean Sibelius aufblitzen.

Im selben Jahr wie die Sinfonie entstand auch Mozarts erstes Violinkonzert, mit dem sich Lucja Madziar, die Konzertmeisterin des Staatsorchesters, als souveräne Solistin präsentierte. Die gebürtige Polin, die nach einem Jahr an der Spitze der Münchener Philharmoniker im Sommer wieder nach Hannover zurückgekehrt ist, glänzt mit makeloser Intonation, warmen Ton und lebendig gespielten Kadenzen. Man würde sie hier gerne öfter als Solistin hören. Beim Konzert aber musste man sich mit einem zugegebenen Bach-Solo vorerst zufrieden geben.

Von Stefan Arndt

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