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Bestseller-Autorin Harper Lee ist tot

"Wer die Nachtigall stört" Bestseller-Autorin Harper Lee ist tot

Die US-Autorin Harper Lee ist laut Medienberichten gestorben. Die für ihren Roman "Wer die Nachtigall stört" weltberühmte Autorin starb im Alter von 89 Jahren.

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Starb mit 89 Jahren: Harper Lee.

Quelle: dpa

Washington. Die US-Schriftstellerin Harper Lee ist tot.Mit „Wer die Nachtigall stört“ gelang ihr 1960 ein Stück Weltliteratur, für das sie ein Jahr später den Pulitzer-Preis erhielt. Jetzt ist die Autorin im Alter von 89 Jahren gestorben. Seit ihrem großen Erfolg lebte Harper Lee fernab der Öffentlichkeit. „Wer die Nachtigall stört“ („To Kill a Mockingbird“) war ihr Romandebüt. Mitten in New York hatte die Autorin ihr Buch geschrieben, das immer erfolgreicher wurde und in 40 Sprachen übersetzt um die Welt ging. Aber als ihr Werk schließlich mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und auch verfilmt wurde, war Lee selbst schon wieder zurück in ihrem Geburtsstädtchen Monroeville im US-Bundesstaat Alabama. Kirchen- und Gemeindearbeit habe sie dort geleistet, berichten US-Medien. Interviews und weitere Bücher verweigerte die als extrem scheu und verschlossen geltende Schriftstellerin jahrzehntelang. So war es eine Sensation, als 2015 doch noch ein neues Buch von ihr erschien. Bei „Gehe hin, stelle einen Wächter“ handelte es sich allerdings um ein älteres Manuskript, das wiederentdeckt wurde.

Harper Lees „Wer die Nachtigall stört“ wurde rund 40 Millionen Mal verkauft. Bis heute ist die Geschichte über den Rechtsanwalt Atticus, der einen zu Unrecht der Vergewaltigung beschuldigten Afro-Amerikaner verteidigt und dabei sowohl seinen Kindern Jem und Scout als auch einem ganzen Land eine Lektion in Sachen Rassismus, Toleranz, Nächstenliebe und Gerechtigkeit erteilt, in vielen Schulen Pflichtlektüre. Es gehört zu den meistgelesenen Büchern aller Zeiten. Mit Hollywoodstar Gregory Peck in der Hauptrolle wurde das Werk verfilmt und gewann drei Oscars.

Warum Harper Lee danach jahrzehntelang kein neues Buch veröffentlichte, das hat die am 28. April 1926 in Monroeville als jüngstes von vier Kindern eines Anwaltes und seiner gemütskranken Frau geborene Schriftstellerin nie öffentlich erklärt. Sie habe es noch ein paarmal versucht, aber immer wieder aufgegeben, berichteten US-Medien.

Für um somehr Wirbel sorgte deshalb Anfang 2015 die Ankündigung, dass es nun doch ein neues Buch von Lee geben werde. „Gehe hin, stelle einen Wächter“ spielt rund zwei Jahrzehnte nach den Ereignissen aus „Wer die Nachtigall stört“ – es ist aber kein neues Werk, sondern vielmehr der erste Entwurf für Lees Erfolgsroman. Trotzdem war das Buch eine Sensation, verkaufte sich millionenfach – und schockierte viele Fans, denn der weise Rechtsanwalt Atticus war Jahre später auf einmal ein Rassist.

Lee, die in ihrer Kindheit eng mit dem Autor Truman Capote befreundet war, lebte bei der Veröffentlichung gesundheitlich angeschlagen in einem Altersheim in ihrer Heimatstadt. Unklar blieb die Frage, was sie selbst eigentlich von der späten Veröffentlichung hielt. Zuvor hatte die Autorin die Aussicht auf eine Fortsetzung von „Wer die Nachtigall stört“ stets energisch zurückgewiesen. Gegen eine Biografie war sie 2011 mit Anwälten vorgegangen.
Freunde und Bekannte der Autorin bezweifelten, dass sie mit der Veröffentlichung einverstanden war. Sogar der Bundesstaat Alabama schaltete sich ein und untersuchte nach einem anonymen Hinweis, ob Lee ausgenutzt und manipuliert wurde. Ein Vergehen konnte aber nicht festgestellt werden.

Von Christina Horsten und Gisela Ostwald

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