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Werke des britischen Malers Howard Hodgkin in London

Spiel der Elemente Werke des britischen Malers Howard Hodgkin in London

Porträts ohne Personen: Neue Ausstellung des im März verstorbenen britischen Malers Howard Hodgkin in London. 

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Schwarze Gedanken? Hodgkins „Porträt des Künstlers beim Musikhören“ in der Londoner Schau. Foto: dpa

Quelle: Jorge Herrera

Hannover. Es liegt eine gewisse Ironie darin, dass eine neue Ausstellung über den britischen Maler Howard Hodgkin in London mit dem Bild „Memoirs“ beginnt und mit einem Selbstporträt endet. Denn Hodgkin, der am 9. März im Alter von 84 Jahren gestorben ist, hatte zwei Jahre lang an dem Projekt der National Portrait Gallery mitgearbeitet und sich riesig gefreut.

Es sei höchste Zeit, dass seine Porträtkunst erklärt und verstanden werde, habe er gesagt. „Für uns ist dies eine Feier und Huldigung seines Lebens und Werks zugleich“, sagte Direktor Nicholas Cullinan zur Eröffnung der Ausstellung „Absent Friends“.

Hodgkin, der überwiegend auf Holz malte, ist vor allem für die glühenden Farben und schweifenden Pinselstriche seiner Gemälde bekannt. Er galt als einer der größten zeitgenössischen britischen Maler. Dies wird laut Kurator Paul Moorhouse besonders in der Porträtmalerei Hodgkins deutlich, die in der neuen Ausstellung weltweit erstmals überhaupt thematisiert wird. Seine Porträts, so Moorhouse, „sind sehr unorthodox, weil sie auf Erinnerung und Emotion beruhen, sie sind weder gegenständlich noch abstrakt“.

So ist es denn auch zu erklären, dass auf den 55 gezeigten Werken nicht auf Anhieb Personen zu erkennen sind. Der Künstler vermittelt aus dem Gedächtnis Elemente von Personen, die ihm wesentlich erscheinen, und verbindet sie mit seinen eigenen Emotionen und seinem Verhältnis zu der infrage stehenden Person. So können Figuren auf einem idyllischen Spaziergang nur aus breiten Pinselstrichen in Orange oder Rosa bestehen.

Hodgkins habe eine „neue visuelle Sprache gefunden, in der er sein Gedächtnis in nicht-figurative Formen gießt“, sagte Moorhouse. Absolutes Glanzstück der Ausstellung ist ein bewegendes Selbstporträt, das der zuletzt an den Rollstuhl gefesselte Hodgkin eigens für die Schau erst Ende letzten Jahres fertigstellte. „Portrait of the Artist Listening to Music“ (Porträt des Künstlers beim Musikhören) ist nun sein letztes Werk.

Anna Tomforde 

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