Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Wichtigste Preise gehen an deutsche Künstler

Kunst-Biennale in Venedig Wichtigste Preise gehen an deutsche Künstler

Sowas gab es noch nie: Deutschland darf auf der Kunst-Biennale in Venedig doppelt jubeln. Sowohl der Pavillon von Anne Imhof als auch der Künstler Franz Erhard Walther werden ausgezeichnet. Die Jury lobt radikale Arbeiten. Zwei Werke Walthers waren 2016 in der hannoverschen Kestnergesellschaft ausgestellt.

Voriger Artikel
Choreografieprojekt: Studenten spielen im Expo-Theater
Nächster Artikel
Adolf Muschg mit Hesse-Preis ausgezeichnet

Der deutsche Künstler Franz Erhard Walther steht vor seinem Werk auf der Kunst-Biennale in Venedig

Quelle: dpa

Venedig. Deutschland hat die beiden wichtigsten Preise auf der diesjährigen Kunst-Biennale in Venedig gewonnen. Der von der Frankfurter Künstlerin Anne Imhof gestaltete deutsche Pavillon bekam den Goldenen Löwen als bester nationaler Beitrag. Der Konzeptkünstler Franz Erhard Walther aus Fulda wurde mit dem Goldenen Löwen als bester Künstler ausgezeichnet. Das teilte die Jury am Samstag in Venedig mit. Die am Samstag eröffnete Biennale gehört zu den wichtigsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst. 

Deutsche Preisträger auf der Biennale

Deutschland hat schon mehrfach Auszeichnungen auf der Kunst-Biennale in Venedig gewonnen. Ein Überblick.

Bester Pavillon

1993: Goldener Löwe für den von Hans Haacke und dem Koreaner Nam June Paik gestalteten Pavillon, u.a. mit der Installation "Germania"; Kurator: Klaus Bußmann

2001: Goldener Löwe für Gregor Schneiders "Totes Haus u r"; Kurator: Udo Kittelmann

2011: Goldener Löwe posthum für Christoph Schlingensief, u.a. mit der "Kirche der Angst"; Kuratorin Susanne Gaensheimer

2017: Goldener Löwe für Anne Imhofs fünfstündige Performance unter dem Titel "Faust"; Kuratorin: Susanne Pfeffer

Beste Künstler

Als beste Künstler wurden 1986 der Maler Sigmar Polke und 1990 das Düsseldorfer Fotografenpaar Hilla und Bernd Becher ausgezeichnet. 2013 erhielt der deutsch-britische Künstler Tino Sehgal den Goldenen Löwen als bester Künstler, 2017 wurde Franz Erhard Walther aus Fulda damit geehrt.

Im deutschen Pavillon zeigt die Frankfurter Künstlerin Imhof (39) die etwa fünf Stunden lange Performance "Faust". Kuratiert wird der Pavillon von Susanne Pfeffer vom Fridericianum in Kassel. Die Jury lobte die "kraftvolle und verstörende Arbeit".

Ihr Beitrag stehe für "das Recht, anders zu sein", sagte Imhof in ihrer Dankesrede. Er stehe auch für die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit. Der deutsche Pavillon wurde in der NS-Zeit von den Nazis umgestaltet und für ihre Propaganda genutzt. Walther (77) zeigt in Venedig ein großformatiges Werk aus Textil und Stahlplatten. Seine Arbeiten hätten einen "radikalen und komplexen Charakter", so die Jury.

Walther ist bekannt für seine Kunst, bei der der Betrachter teilhaben kann. "Wenn Sie nun in die Ausstellung gehen, können sie (in dem Werk) aktiv werden. Es ist also für Sie alle möglich, ein Kunstwerk zu werden", sagte Walther in seiner Rede. Zur Feier ihres 100-jährigen Bestehens hatte 2016 auch die Kestnergesellschaft in Hannover zwei Werke Walthers ausgestellt.

Zuletzt hatte Christoph Schlingensief 2011 posthum den Goldenen Löwen für den deutschen Pavillon geholt. 2013 erhielt der deutsch-britische Künstler Tino Sehgal den Goldenen Löwen als bester Künstler.

Eine halbe Million Besucher erwartet

Die 57. Kunst-Biennale öffnete am Samstag für das Publikum. Zu der Schau werden bis zum 26. November eine halbe Million Besucher erwartet. Die Hauptausstellung unter dem Titel "Viva Arte Viva" (etwa: Es lebe die Kunst, sie lebe) kuratiert die Französin Christine Macel. 

Etwa 120 Künstler aus 51 Ländern zeigen darin ihre Werke, darunter neben Walther drei weitere deutsche Künstler. Neben der Hauptausstellung präsentieren mehr als 80 nationale Pavillons die Beiträge ihrer Länder.

Als bester Nachwuchskünstler bekam der in Ägypten geborene Künstler Hassan Khan den Silbernen Löwen.

dpa/pb

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Doppelausstellung in der Galerie Falkenberg

Abstraktion? Im Gegenteil: Die verblüffend gegenständliche Doppelausstellung 
"Erscheinungsbilder“ und „Flausch“ in der Galerie Falkenberg.