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14:31 27.05.2012
Das Gedicht "Europas Schande" erschien am Sonnabend in der "Süddeutschen Zeitung". Quelle: dpa
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Hannover

Günter Grass hat ein neues Gedicht geschrieben, diesmal über die Griechenlandpolitik Europas. Oder etwa doch nicht? Ein Artikel auf der Internetseite der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat für Wirbel gesorgt - denn dort steht, dass das Gedicht "Europas Schande" nicht vom Literaturnobelpreisträger, sondern aus der Redaktion des Satiremagazins "Titanic" stammen könnte.

Die Meldung verbreitete sich im Internet rasant über Blogs und vor allem Twitter; Stefan Plöchinger, Chefredakteur von "Sueddeutsche.de", hatte mit der Richtigstellung alle Hände voll zu tun.

Am Ende war es viel Lärm um nichts. Günter Grass hat das Gedicht selbst exklusiv für Radio Bremen vorgelesen. Auch die Aussagen seiner Sprecherin Hilke Osohling vom Sonnabend weisen auf Grass' Autorenschaft hin. Osohling hatte gesagt, dass Grass das Gedicht "nicht ergänzen möchte“. Alles, was er zu sagen habe, stehe in dem Gedicht.

Der Autor der FAZ sieht seinen Beitrag nicht als Satire oder als Scherz. „Fiktion und Wahrheit sind ja nicht mehr wirklich zu unterscheiden“, sagte Volker Weidermann am Sonntag. „Ob sich das jetzt die „Titanic“ oder Günter Grass ausdenkt, ist für mich kein großer Unterschied.“ Entschuldigen in einem ernsthaften Sinne wolle er sich „ganz bestimmt nicht“. „Günter Grass wird es immer weiter treiben mit der Absurdität seiner Selbstgewissheit und das ist dann genauso lustig, wie wenn es die „Titanic“ schreibt.“

jhf (mit dpa)

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