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So begeistern die Wise Guys im Capitol

Pullundermusik oder Ohrwurm? So begeistern die Wise Guys im Capitol

Was für ein toller Abschied: 25 Jahre lang haben die Wise Guys den A-Capella-Sound auf die deutschen Bühnen gebracht, jetzt ist Schluss, die letzte Tournee, die letzten Konzerte. Am Freitagabend waren die fünf Sänger im Capitol – vor ausverkauftem Haus.

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Quelle: Villegas

Hannover . Es sollte eine Jubiläumstournee werden - nun ist es auch ein Abschied. 25 Jahre lang haben die Wise Guys den A-Capella-Sound auf die deutschen Bühnen gebracht, jetzt ist Schluss, die letzte Tournee, die letzten Konzerte. Am Freitagabend waren die fünf Sänger im Capitol – vor ausverkauftem Haus.

Die Wise Guys haben auf ihrer Tour "Das Beste aus 25 Jahren" wieder alles gegeben und mit ihren Stimmen das Publikum begeistert.

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Die Wise Guys haben sich Anfang der Neunzigerjahre aus einer Schulband entwickelt. Seitdem hat es hin und wieder verschiedene Besetzungen im Bass und Tenor gegeben. Über 300 Songs sind in ihrem Repertoire, insgesamt 14 Studioalben haben sie produziert.

Im Capitol starten sie am Freitagabend mit "Showtime". "Durch's Ohr in's Gehirn und direkt in'n Bauch, machen jede Menge Schall und ziemlich wenig Rauch", singen sie da und irgendwie stimmt es: Die umfassende mediale Beachtung haben sie in den letzten drei Jahrzehnten nicht gefunden. Der Sangeskunst der fünf Vokalisten kann man es nicht vorwerfen, aber diesen Texten zwischen Kitsch, Albernheiten und Wortspielen könnte der Vorwurf biederer Pullundermusik begegnen. Doch die Fangemeinde ist groß, ihre Textsicherheit bei Songs wie  "Wo der Pfeffer wächst", "Ohrwurm" oder "Es ist nicht immer leicht ich zu sein" noch größer: Die Band singt nur die Begleitung, während der gesamte Text aus dem Saal kommt. Das ist schon beeindruckend. Worin also liegt die Faszination? Die Wise Guys verstehen es, mit einfachen Mitteln eine Show zu machen, ihre Choreografie ist so nachtanzbar, dass das Publikum sich schnell mit den charmanten  Männern auf der Bühne identifizieren kann. Unterstützt wird das durch selbstironische Texte und Beobachtungen kleiner Alltäglichkeiten, die weniger in poetischen Blüten denn in teils wirklich schlichten Reimen dargebracht werden.
Sie singen ihre großen Erfolge wie "Mädchen lach doch mal", "Es ist Sommer", "Ruf doch mal an" oder den an Michael Jacksons "Thriller" angelehnten Song "Stiller", aber auch ganz ernsthafte Stücke wie die Ballade "Wie kann es sein" oder "Ein Engel", auch hier unterstützt das textsichere Publikum.

Nach gut zweieinhalb Stunden Show und mehreren Zugaben ist Schluss.

Vielleicht muss man gehen, wenn es am Schönsten ist. Allerdings: Bis zu ihrem allerletzten Konzert am 16. Juli in Regensburg sind noch um die 100 Konzerte geplant. Und es gibt eine Nachfolgerband: Drei der Sänger (Daniel Dickopf, Nils Olfert und Björn Sterzenbach) haben die A-Capella-Band "Alte Bekannte" gegründet - und zwei weitere Sänger dazugeholt. Und Edzard Hüneke wird unter "Eddi" als Singer-/Songwriter ebenfalls weitermachen. So ein richtiger Abschied ist es also nicht.

In Hannover sind sie noch einmal am 16. und 17. März 2017, beide Male im Capitol. Das Konzert am 17. März ist bereits ausverkauft.

Katharina Derlin

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